Aus Gerümpel werden Gaben

23 Januar 2020

In Brockenhäusern lebt nicht mehr Genutztes weiter. Mit dem Erlös finanzieren Hilfswerke ihre Wohltätigkeit. Das Buch Die schönsten Brockis der Schweiz porträtiert einundzwanzig Brockenhäuser aus allen Ecken der Schweiz. Eine davon ist die Blaukreuz-Brocki in Berneck (SG).

Brockenstuben sind etwas typisch Schweizerisches: In fast jedem Dorf gibt es eine. Geht man über die Grenze, muss man den Begriff und die Idee erst erklären. Das erste Brockenhaus wurde allerdings im deutschen Bielefeld von der Bethel-Mission 1890 eröffnet. Die Gründer leiteten das Wort «Brockenhaus» aus der Bibel ab: «Als die Menge satt geworden war, sagte er (Jesus) zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt!» (Johannes 6,12) Dies und noch mehr erfahren die Leserinnen und Leser in der Einleitung zum ersten schweizerischen Brocki-Buch Die schönsten Brockis der Schweiz, das jüngst im AS-Verlag erschienen ist.

Am 14. Dezember 2019 luden die Herausgeber des Buches in «Tonis Brockenstube» im Kanton Glarus zur Buchvernissage ein. Die Idee zum Buch war während einer Kaffeepause im Verlag entstanden. Kurz darauf wurden die ersten Probeseiten an gut zwanzig Brockis in der ganzen Schweiz versandt – und mit Begeisterung aufgenommen. Bald stand das Buchkonzept. Dann kam die Schwerarbeit: samstägliche Touren der Autoren und des Fotografen landauf, landab. Jedes porträtierte Brockenhaus wurde besucht. Die Kunsthistorikerin und Verlagsleiterin Iris Becher und ihr Partner David Knobel, selbst Mitarbeiter in einer Brocki, interviewten die verschiedenen Brocki-Leiter, während Sasi Subramaniam mit seinem Fotoapparat durch die Regale schlich und die Atmosphäre jeder Brocki einfing.

Dem Trio sind dank ihrer einfühlsamen Art Porträts gelungen, welche die Vielfalt der Schweizer Brocki-Landschaft aufzeigen und das Herzblut der Mitarbeiter zeigen. Willy Koller von der Blaukreuz-Brocki im sankt-gallischen Berneck, die im Buch präsentiert wird, motiviert an seiner Arbeit, dass der Gewinn seines «Warenhauses im Dorf», wie er seine Brocki mit einem Augenzwinkern nennt, ganz der Suchtprävention, der Kinder- und Jugend-arbeit und der Alkoholberatung des Blauen Kreuzes zugutekommt. Eine rundum gute Sache!

Quelle: „Blaues Kreuz“ 1/2020







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