Das Blaue Kreuz bietet Telefon- und Onlineberatung an

26 März 2020

Alkoholsucht in Zeiten des Coronavirus

Die aktuelle Corona-Krise ist für alle eine seelische Belastung und setzt Alkoholkranke einem besonderen Stress aus. Zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus hat das Blaue Kreuz sein Suchthilfeangebot angepasst. Um Hilfesuchende weiterhin unterstützen zu können, hat es seine Telefon- und Onlineberatung ausgebaut. 

Die Coronavirus-Pandemie schafft ein ideales Umfeld für den Suchtmittelmissbrauch: Angst vor dem Unbekannten, fehlende Unterstützung, Isolation, finanzielle Unsicherheit und Langeweile begünstigen den Griff zu Suchtmitteln. Eine Suchtkarriere beginnt häufig in Zeiten von erhöhtem Stress. 

Besonders gefährdet sind zurzeit Alkoholiker im Entzug sowie genesene Alkoholiker, die „nur ein Glas vom Rückfall entfernt“ sind. Der Alkoholkonsum verspricht kurzfristig Entspannung. Langfristig aber vergrössert er die Angst und verstärkt so den auslösenden Stress – ein Teufelskreis. „Hilfesuchende brauchen jetzt besonders unsere Hilfe. Alle menschlichen Kontakte auszusetzen, kommt für uns nicht in Frage“, sagt Philipp Hadorn, Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz. „Unsere Arbeit steht im Zeichen der christlichen Nächstenliebe und der Solidarität mit suchtbetroffenen Menschen.“

Das Blaue Kreuz passt sein Angebot der Situation an

Mit zehn regionalen Organisationen verfügt das Blaue Kreuz über ein dichtes Netz von Anlaufstellen für Hilfesuchende, darunter 18 Beratungsstellen. Zum Schutz der Klienten und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hält das Blaue Kreuz seine Beratungsstellen seit der Corona-Krise grossteils geschlossen. Hilfesuchende berät es weiterhin per E-Mail, am Telefon, über Skype oder in dringenden Fällen auch persönlich. „Das Angebot wird gut genutzt – viele sind froh, dass sie sich weiterhin ans Blaue Kreuz wenden können“, sagt Didier Rochat, Geschäftsführer des Blauen Kreuzes Schweiz. 

Isolation erhöht das Risiko eines Rückfalls

Alkoholkranke leiden besonders stark unter der angeordneten sozialen Isolation. Diese begünstigt die Vereinsamung und verstärkt den Stress, was die Suchtgefährdung erhöht. Deshalb führt das Blaue Kreuz seine Programme zur Arbeitsintegration genesender Alkoholiker möglichst weiter. „Wir beschäftigen die Programmteilnehmer so gut es geht“, sagt Rochat. „Das Risiko eines Rückfalls in die Alkoholsucht ist jetzt hoch. Um den persönlichen Kontakt zu pflegen, rufen die Verantwortlichen jeden Programmteilnehmer wöchentlich zweimal an.“ Suchtbetroffenen empfiehlt er die Nutzung von Online-Hilfen und den menschlichen Austausch übers Telefon und Video-Apps.

Kontakt: Philipp Hadorn, Präsident, 079 600 96 70, philipp.hadorn@blaueskreuz.ch

Online-Hilfe für Suchtbetroffene: www.blaueskreuz.info/de/hilfsangebote

Das Blaue Kreuz

Seit über 140 Jahren hilft das Blaue Kreuz Alkoholabhängigen beim Kampf gegen ihre Sucht. Unter übermässigem und missbräuchlichem Alkoholkonsum leiden nicht nur die direkt Betroffenen, sondern auch Familienangehörige und das weitere Umfeld. Entsprechend breit gefächert sind unsere Hilfsangebote. Sie reichen von persönlicher Beratung für Betroffene und Angehörige bis zu Integrationsprogrammen für ehemalige Alkoholabhängige. Grossgeschrieben werden auch die Suchtprävention und die Gesundheitsförderung für ein überwiegend jüngeres Publikum. 

Blaues Kreuz Schweiz 

Kommunikation
Lindenrain 5
3012 Bern

Tel. 078 871 43 30
Mail:
philipp.frei@blaueskreuz.ch

 







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