Überlegungen zur Corona-Krise

4 Mai 2020

Didier Rochat, Geschäftsführer Blaues Kreuz Schweiz

In den letzten Wochen wurde vielen von uns die Bedeutung unserer natürlichen und menschlichen Umwelt bewusst. Ein einfacher Waldspaziergang wurde zum fast unbezahlbaren Luxusgut. Da wir zuhause eingeschlossen waren, fingen wir an, anders auf die Geräusche in unserer unmittelbaren Umgebung zu achten: Vogelstimmen, Nachbarschaftsgeräusche, Kinderstimmen … Für einmal waren es die Tiere, die aus diesem strahlenden Frühling den grössten Nutzen zogen. Sie eroberten öffentliche Plätze zurück, die sonst mit Menschen überflutet sind. Einigen Menschen erleichterten der reduzierte Lärm und die verringerte Luftverschmutzung das Sehen und Atmen. Mir kamen die Gefangenen in den Sinn, die in ihren Zellen eingesperrt sind und nur wenige Stunden im Freien verbringen können. Einige unter uns litten unter dem Eingeschlossen-Sein und unter Einsamkeit. Der Konsum von Suchtmitteln wie Alkohol, Medikamenten und Internet hat zugenommen. Zum Glück konnten unsere Beratungsstellen ihre Tätigkeit fortsetzen. Ein gutes Leben ist mehr als Atmen und Essen. Wir brauchen einander, soziale Bindungen und Solidarität. Es freut mich, dass viele Leute in diesen schwierigen Zeiten richtig kreativ wurden, in den sozialen Netzen, aber auch in der Blaukreuz-Bewegung. Was immer geschehen mag, wir halten an der Hoffnung fest. Unser Blick endet nicht im Materiellen, sondern sucht ewige Werte.

Quelle: Blaues Kreuz 3/2020







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