Ein Entscheid, der Menschenleben gefährdet

13 Juni 2017

Der Nationalrat hat heute Vormittag entschieden, den Verkauf und Ausschank von Alkohol auf Autobahnraststätten künftig zu erlauben. Dies stösst beim Blauen Kreuz auf Unverständnis. «Das ist ein fataler Entscheid», meint Philipp Hadorn, Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz, der im Nationalrat als Mitglied der zuständigen Verkehrskommission die Motion bekämpfte. «Damit gewichtet der Nationalrat wieder einmal Wirtschaftsinteressen höher als den Schutz von Menschenleben».

Mit 115 zu 62 Stimmen (bei 3 Enthaltungen) hat der Nationalrat die Motion «Für gleich lange Spiesse» angenommen. Die Motion verlangt, das seit über 50 Jahren geltende Verbot für den Verkauf und den Ausschank von Alkohol auf Autobahnraststätten aufzuheben. Damit sollen angebliche Wettbewerbsnachteile von Autobahnraststätten gegenüber Tankstellenshops aufgehoben werden. Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats hatte diese Motion zuvor mit 19 zu 5 Stimmen bei 1 Enthaltung verabschiedet.

«Entscheid ist fragwürdig»

Für das Blaue Kreuz ist der Entscheid des Nationalrats nicht nachvollziehbar. Schon jetzt ist jeder achte schwere Verkehrsunfall auf Alkohol zurückzuführen. Zudem ist bei einem Drittel aller Geisterfahrten auf Schweizer Autobahnen Alkohol im Spiel. Mit der Annahme der Motion nimmt der Nationalrat mutwillig in Kauf, dass die Zahl der alkoholbedingten Verkehrsopfer im Schweizer Strassenverkehr zunimmt. «Die Aufhebung des Alkoholverbots auf Autobahnraststätten gefährdet Menschenleben. Dieser Entscheid ist mehr als fragwürdig», kommentiert Philipp Hadorn.

Die Aufhebung des Alkoholverbots an Raststätten steht zudem im Widerspruch zu den Präventionsanstrengungen des Bundes zur Sicherheit im Strassenverkehr. Mit dem Verkehrssicherheitspaket Via sicura hat sich der Bund zum Ziel gefasst, die Zahl der Verkehrsopfer um einen Viertel zu senken. «Der Alkoholausschank an Raststätten entspricht einem Genickschlag für die Bemühungen des Bundes», bedauert Hadorn.

Die Motion «Für gleich lange Spiesse» kommt nun vor den Ständerat. Das Blaue Kreuz hofft, dass dieser mehr Augenmass beweist und die Motion ablehnt.

Für weitere Fragen steht Ihnen Philipp Hadorn gerne zur Verfügung:
+41 79 600 96 70, philipp.hadorn@blaueskreuz.ch



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