13 Jahre alkoholabhängig jetzt muss schluss sein

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Anonym • vor 4 Wochen

Hallo, 
ich (22) bin mit meiner kraft am ende.
Meine Mutter trinkt seit ca. 13 Jahren regelmäßig eine bis zwei Flaschen Rotwein am Abend. Früher begründete sie es damit das sie starke schmerzen hat und keine Tabletten  nehmen mag da diese ja abhängig machen können. ja ich war klein und habe nicht gewusst das Alkohol auch eine sucht sein kann. Sie hat aber auch damals oft erst getrunken wenn mein Bruder und ich schon im Bett waren. Mittlerweile ist es allerdings so schlimm das sie schon teilweise mittags anfängt oder wenn sie mal einen freien tag hat auch schon mal zum frühstück Sekt trinkt. Ansich war ich mal an einem Punkt angekommen wo ich gesagt habe ‚mir egal, mach was du willst‘ aber es ist noch immer meine Mama und gerade jetzt wo ich mit meiner 3 Jährigen Tochter bei ihr wohne (meine Wohnung hatte akuten Schimmelbefall noch vom Vormieter und ist deswegen unbewohnbar) fällt es mir wieder extrem schwer wegzugucken. ich bin damals mit 16 ausgezogen da ich es nicht mehr ertragen habe. mit 17 habe ich eine Therapie gemacht da ich durch diesen alkoholkonsum extrem aggressiv wurde und mit mir selbst nicht mehr klar kam, nur kommt dieses Problem gerade wieder extrem hoch da meine Mutter sobald sie einen gewissen Pegel erreicht hat anfängt auf mich los zu gehen, mich mit ihrem glas abschmeißt oder sonstige gegenstände nach mir wirft. sie wird so aggressiv wegen wirklich nichts das ich sie schon das ein oder andere mal schlagen musste um sie wieder runter zu kriegen. ich bin da weiß Gott nicht stolz drauf aber ich weiß mir da auch nicht anders zu helfen und muss auch mein Kind schützen. ich weiß ein Auszug wäre das beste um den ganzen aus dem weg zu gehen aber ich möchte meiner Mutter helfen und sie nicht mit ihrem Problem alleine lassen. jedes Gespräch mit ihr war bisher erfolglos, sie ist der Meinung das sie kein Problem hat da sie jeden tag ihrem Job nachgeht, den sie auch wirklich gut macht das reche ich ihr hoch an, nur hat sie diverse gesundheitliche Probleme die durch den Alkohol noch verschlimmert werden (Durchblutungsstörung im Gehirn, Morbus Crohn, Rheuma usw.) ich möchte einfach nicht das meine Tochter ohne ihre geliebte Oma aufwachsen muss & möchte auch endlich meine Mama wieder haben. Ich bin dadurch so kaputt gegangen und kann nicht mehr :( 

1 Antworten
Mike Berater/in antwortete vor 4 Wochen

Hallo
vielen Dank für deinen offenen und ehrlichen Beitrag. Ich kann gut nachvollziehen, dass die aktuelle Situation dir deine Kraft raubt. Nach all dem was du durch die Abhängigkeit deiner Mutter bereits erlebt hast, ist das ja quasi eine „schlechte Wiederholung“ der damaligen Zeit. Da ist es wichtig, dass du gut zu deiner Tochter und dir selber schaust.
Ich kann dir nur Mut machen, die Wohnsituation so rasch als möglich zu verändern. Ich denke dass eine räumliche Trennung schon mal viel Stress abbauen würde. Eine eigene Wohung heisst ja nicht, dass du deine Mutter im Stich lässt, oder sie dir egal ist. In der aktuellen Situation bist du ihr aber viel zu nah um ihr noch helfen zu können. Ich bin überzeugt, dass erst wenn du und deine Tochter zur Ruhe kommen, du deiner Mutter auch wieder Unterstützung geben kannst. Vorher werdet ihr euch höchstwahrscheinlich nur aneinander aufreiben und beide gehen kaputt dabei.
Auch wenn du das nicht willst, wiederholt deine Tochter in der aktuellen Situation in gewisser Weise deine Geschichte. Aber im Gegensatz zu damals, hat sie jemanden, der sie davor beschützen kann, nämlich dich. Das funktioniert aber nur, wenn ihr nicht mehr dort wohnt und du dich auf das Wohlergehen deiner Tochter und auch auf dich konzentrieren kannst. 
Die Frage bleibt natürlich, ob sich deine Mutter überhaupt helfen lassen will. Wie du wohl noch aus deiner eigenen Therapie weisst, muss man selber etwas verändern wollen, sonst passiert rein gar nichts. Da sie ja aktuell noch kein Problembewusstsein zeigt, ist es natürlich schwierig sie da zu motivieren. Ich denke aber, dass dies aus der Distanz letztlich einfacher sein wird, als wenn ihr euch im Alltag gegenseitig aufreibt. Ein sinnvolles Gespräch über ihren Konsum und die daraus entstandenen Konsequenzen braucht Ruhe und auch die Möglichkeit sich zurückziehen zu können und beides fehlt im Moment. 
 
Ich wünsche dir viel Kraft in dieser schwierigen Situation. Hol dir Unterstützung von Menschen die dir gut tun und komm wieder zu Kräften!
Liebe Grüsse
Mike

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