Alkohol im strassenverkehr

Anonym fragte vor 11 Monaten

Meine Frau geht trotz immer wider ermahnen durch mich mit dem Auto mit Promillen auf die Strasse.hab ihr schon den Schlüssel weggenommen habe dann aber Riesen Theater.habe riesenangst es passiert früher oder später etwas auf der Strasse.was kann ich tun??kann ich der Polizei Meldung machen freiwillig ohne Bussen und Konsequenzen? Besten Dank für die Antworten.

1 Antworten
Antje Mohn Mitarbeiter antwortete vor 11 Monaten

Hallo
Das ist eine schwierige Situation, in der Du da steckst. Einerseits ist da die Sorge um Deine Frau, die Angst vor einem Unfall und das Wissen, dass sie nicht fahren darf und Du sie daran hindern solltest. Andererseits gerätst Du genau dadurch in einen schweren Konflikt mit ihr und befürchtest vielleicht auch selbst die weiteren Konsequenzen (Führerscheinentzug, Kosten…).
Als Fachperson habe ich immer wieder mit Personen, die im Strassenverkehr wegen “Fahren im angetrunkenen Zustand” aufgefallen sind, zu tun. Daher weiss ich, dass genau diese Konsequenzen (Polizei, Bussen, Ausweisentzug…) bei vielen dieser Personen letztendlich dazu geführt haben, ihren Alkoholkonsum ganz neu zu überdenken. Natürlich ist das ein harter (und auch teurer) Weg. Aber es ist auch eine Chance für eine tiefer greifende Veränderung. Es geht darum, ihnen die Verantwortung für ihr Tun wieder zu übergeben, klare Grenzen zu setzen und konsequent zu sein.
In Deinem Fall heisst das nun, wenn Du es der Polizei meldest, wird dies Konsequenzen haben. Die Höhe der Strafe ist abhängig vom Verschulden und von allfälligen früheren Vergehen. Wird ein Promillewert von über 0,8 festgestellt, ist eine Blutprobe nötig. Liegt der Wert darunter handelt es sich um eine “leichte Widerhandlung” und hat eine Busse zur Folge. Es kommt zu einer Verwarnung. Gab es bereits einmal ein Vergehen, kann der Führerausweis für mind. 1 Monat entzogen werden. Ab 0,8 Prom. handelt es sich um eine “schwere Widerhandlung”. Die Strafen steigen entsprechend. Der Führerschein wird für mind. 3 Monate entzogen.
Ein Sicherungsentzug des Ausweises wird verfügt, wenn die Fahreignung nicht gegeben ist, z.B. bei Alkoholabhängigkeit. Dann wird der Entzug auf unbestimmte Zeit ausgesprochen, bis die Fahreignung wieder gegeben ist (z.B. die Person abstinent lebt).
Für dich ist wichtig zu wissen: Du musst deswegen dann keine Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen haben. Es ist nicht deine Schuld, was passiert, sondern es sind die Folgen ihres Handelns. Deine Frau ist verantwortlich für das was sie tut. Ihr muss bewusst werden, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. Es ist ganz sicher nicht leicht für dich, dich von der Unsicherheit, dem schlechten Gewissen und der Angst, deiner Partnerin unrecht zu tun, zu befreien. Vielleicht wäre es deswegen für dich eine Hilfe, Unterstützung von Aussen in Anspruch zu nehmen, z.B. in einer Beratungsstelle. Gerne kannst du dich auch hier wieder melden.
Alles Gute!

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