Alkohol und Beziehung

Anonym fragte vor 2 Jahren

Jedes Mal wenn ich Alkohol trinke bekomme ich nicht genug, kann kaum bremsen, vergesse alles rund um mich und auch meine Freundin. Ich liebe Sie mehr als alles andere, und trotzdem schaffe ich es immer wieder Sie zu verletzen indem ich andere Frauen anbaggere oder Sie sogar betrüge! Ich habe meistens ein Blackout und weiss nur noch verschwommen, was ich getan habe! Ich liebe meine Freundin, mehr als alles andere, aber der Alkohol bringt mich ständig zu Sachen die ich nicht will, oder dann bereue. Kann man dem Alkohol die Schuld geben? Wie kann ich keinen Alkohol mehr trinken? So viele Momente die mit Alkohol zutun haben. Ich will mich nicht abkapseln, mein Umfeld trinkt normal viel/wenig, das ist es nicht. Ich brauche Hilfe.. Meine Freundin hat sich soeben getrennt! Ich will ihr zeigen dass ich es ernst meine. Was kann ich tun?

Tina antwortete vor 2 Jahren

Ich finde deinen Schritt dich zu outen, ehrlich und schonungslos, mutig und dies ist doch sicher mal ein erster Schritt. Beim zweiten würde ich mir Hilfe holen in einer Selbsthilfegruppe. Denn alleine ist das viel schwieriger als wenn du Leute hast denen es ähnlich geht wie dir. Und wenn es dir gelingt, tatsächlich mit dem trinken aufzuhören dann hast du viel gewonnen. Vielleicht ist deine Freundin ja bereit es nichmals zu versuchen wenn sie weiß daß du es erst meint damit. Wenn sie dich auch liebt dann wird es auch ihr schwer gefallen sein sich von dir zu trennen. Um sie zu überzeugen braucht es sicher Taten, nicht leere Versprechungen. Ob sie zu dir zurückkommt kann dir aber hier im Forum wohl niemand sagen. Daher: falls du dich entschliesst aufzuhören dann mache das für dich, nicht nur für deine (Ex?-)Freundin. Ich habe diesen Schritt auch gemacht und versprach mir anfangs nicht viel davon doch es funktionierte und ich bin sehr froh holte ich mir Hilfe. Du bist nicht alleine, es gibt tausende denen geht es ähnlich. Viel Kraft!

michael antwortete vor 2 Jahren

Guten Tag
Wie Tina bereits geschrieben hat, finde ich es ebenfalls schön, dass Du bereit bist, Dich so offen und ehrlich Deinem problematischen Umgang mit dem Alkohol zu stellen. Natürlich kannst Du dem Alkohol die Schuld geben, doch ob das was nützt? Ich finde es sinnvoller zu fragen, was Dir wichtig ist und was Du willst und bereit bist, dafür zu tun. Offenbar steuert Dich der übermässige Alkoholkonsum oft in eine falsche Richtung. Was hast Du konkret schon versucht dagegen zu unternehmen? Hast Du schon mit jemandem in Deinem Umfeld darüber gesprochen? Was hat Dir Deine bisherige Freundin geraten, was hatte sie für Erwartungen diesbezüglich? Kannst Du Dir vorstellen, ohne Alkohol zu leben?
Um Klarheit betreffend diesen Fragen, Deinem Konsummuster, den Auswirkungen des Alkohols auf Deine Gesundheit und Psyche zu erhalten und um mögliche hilfreiche Strategien dagegen entwickeln zu können, empfehle ich Dir ein Beratungsgespräch auf einer professionellen Fachstelle. Wichtig finde ich, dass Du weiterhin bereit bist, Dich nicht abzukapseln und konkret etwas dagegen unternehmen willst – in 1. Linie für Dich und selbstverständlich auch für Deine bisherige Freundin und alle Anderen in Deinem Umfeld. Wünsche Dir dazu alles Gute!

RH antwortete vor 2 Jahren

Hallo,
Ich kenne Deine Situation sehr gut! Abgesehen davon, dass ich auch im Rausch nichts mit anderen Frauen anfange, erlebe ich immer wieder die gleiche Situation wie Du sie schilderst. In der letzten Zeit habe ich bei Veranstaltungen meine Frau blamiert und mich weggeknallt mit Alkohol! Nun bin ich zu weit gegangen, und ich musste mit jemanden aus der Familie sprechen. Das hat mir geholfen.
Ich weis nicht ob das schon eine Art Alkoholismus ist, wenn man nicht mehr stoppen kann?

Alles Gute

2 Antworten
Kaching antwortete vor 1 Monat

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.Ich bin sehr verzweifelt.Meine Partnerin hat Phasen wo sie sehr viel trinkt.Sie macht dann ständig leere Versprechungen Heute waren wir aus undsie trank.Sie versprach mir zuhause nichts mehr zu trinken.Jetzt holt sie sich wieder Bier.Ich bin so enttäuscht.Ich merke dass ich total gereizt u aggressiv geworden bin.Ich habe diesbezüglich oft Ausraster gegenüber meiner Partnerin gehabt und habe ein sehr schlechtes Gewissendeshalb.Wie kann ich mit meiner Partnerin besser umgehen, wie kann ich ihr helfen?

Antje Mohn Mitarbeiter antwortete vor 1 Monat

Hallo
Mein Name ist Antje Mohn und ich arbeite als Beraterin an einer Suchtberatungsstelle vom Blauen Kreuz in der Schweiz. Sie haben sich in einer sehr verzweifelten Situation an uns gewandt und ich möchte versuchen, Ihnen bei Ihrem Anliegen zu helfen. Sie sind einerseits enttäuscht und verletzt, weil Ihre Partnerin immer wieder Versprechungen macht, die sie nicht einhalten kann. Andererseits reagieren sie dann aggressiv und gereizt, dann haben sie wieder ein schlechtes Gewissen deswegen. Wenn ein Nahestehender Alkoholprobleme hat, löst dies häufig eine grosse Verunsicherung und ein Gefühl von Hilflosigkeit bei einem aus. Man möchte den Alkoholkonsum kontrollieren, holt sich dann z.B. das Versprechen ab, dass zuhause nichts mehr getrunken wird. Es braucht häufig Zeit, bis man merkt, dass man das Trinkverhalten des anderen nicht kontrollieren kann, dass man den anderen nicht zwingen kann, mit dem Trinken aufzuhören. Zunächst ist daher der erste Schritt, sich bewusst zu machen, wie stark der Alkoholkonsum des anderen das eigene Denken und Verhalten, das eigene Wohlbefinden und die Beziehung beeinflusst. Sie müssten sich also erst einmal selbst ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken: was löst ihr Konsum bei mir aus? Worunter leide ich besonders? Welche Bedürfnisse habe ich? Welche Sorgen mache ich mir? Vielleicht können Sie mit einer Partnerin in einem guten Moment, wenn sie nüchtern ist, darüber reden, was Sie fühlen, was Ihnen Sorgen macht, was Sie belastet (z.B. dass Sie sich dann so hilflos fühlen und ausrasten), was Sie traurig macht. Teilen Sie Ihre Sichtweisen und Bedürfnisse mit und fragen Sie auch Ihre Partnerin nach Ihrer Sichtweise und Ihren Bedürfnissen.
Ausserdem können Sie anfangen, für sich Grenzen zu setzen. Überlegen Sie, was Sie nicht mehr wollen (z.B. mit ihr ausgehen wenn sie trinkt).
Nehmen Sie auch immer wieder Abstand und tragen zu sich selbst Sorge.
Wenn Sie mehr Rat und Unterstützung brauchen, würde ich Ihnen empfehlen an eine Suchtberatungsstelle in Ihrer Nähe zu gehen. Dort erhalten auch Angehörige Hilfe und Begleitung. Sie dürfen sich auch sehr gerne wieder hier melden, wenn Sie weitere Fragen haben.
Alles Gute!

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