Alkoholentzug

Sally asked 7 Monaten ago

Hallo, ich habe die letzten sechs Wochen quasi durchgehend getrunken. Zwei Bier und eine Flasche Sekt. Vorher war ich knapp fünf Wochen trocken. Hab Entgiftung zu Hause mit hausarzt gemacht. Nun hab ich Angst, daß die Entzugserscheinungen schlimmer werden. Bin seit 28stunden alkohol frei. Ich schwitze, mir ist übel und herzrasen und die unruhe sind ziemlich kaum auszuhalten. Habe daher heute 2mg lorazepam genommen. Eine früh vor der Arbeit und eine gerade eben, also je 1mg morgen möchte ich schon wieder mit dem lorazepam reduzieren. Wann ist das schlimmste vorbei? Die syntome sind nicht schön, geh auch auf arbeit um mich abzulenken. Mein letzter entzug dauerte ca drei Tage, dann gingen die syntome weg, da hatte ich aber auch vorher täglich ein halbes Jahr getrunken. Bei meiner suchtberaterin trau ich mich nicht zu melden. Wieder habe ich versagt. Haben Sie Tipps für mich um das schlimmste zu überstehen? LG sally 

Mike Mitarbeiter antwortete vor 7 Monaten

Hallo Sally
willkommen hier bei alcorisk. Ich kann gut nachvollziehen, dass sie Scheu haben, sich bei ihrer Suchtberaterin zu melden, wer gibt schon gerne zu, dass er sein Ziel nicht erreicht hat und „versagt“ hat. Doch aus meiner Sicht wäre genau das sinnvoll, es geht ja darum möglichst schnell wieder Tritt zu fassen und an den „trockenen“ 5 Wochen wieder anzuknüpfen. Ich gehe davon aus, dass man aus den Rückfällen und Rückschlägen immer etwas lernen kann bzw. neu erlebt, was eben nicht funktioniert, was schwierig ist und wo die persönlichen Risiken liegen.
Aus meiner Erfahrung fällt das aber in einem Gespräch leichter, als wenn ich das nur mit mir selber ausmache.
Zudem macht es wohl auch Sinn sich beim Hausarzt zu melden, auch der wird ihnen nicht „den Kopf abreissen“. Was die körperlichen Auswirkungen angeht, so ist er da der Experte. Selbstmedikation mit Benzodiazepinen finde ich zudem äusserst heikel und gefährlich – wie Friedhelm richtig angemerkt hat – und nur weil es beim letzten Mal verschreiben wurde bedeutet nicht automatisch, dass es auch jetzt wieder das „Mittel der Wahl“ ist.

Ich mache ihnen also Mut sich wieder bei der Suchtberaterin und beim Hausarzt zu melden und mit deren Unterstützung wieder ein leben ohne Alkohol (und Medikamente) zu führen. Das mag zuerst peinlich, unangenehm und schambesetzt sein, aber wie Friedhelm richtig sagt, sind wir uns als Berater des Rückfallrisikos immer bewusst. Wir wünschen uns zwar, dass es ohne geht, sind aber auch nicht erstaunt, wenn es eine „Zusatzrunde“ braucht.

Liebe Grüsse
Mike

1 Answers
Friedhelm Irmen answered 7 Monaten ago

Auch wen es abgedroschen klingt, du hast nicht versagt, die Krankheit hat dich eingeholt. Stell dich dem Rückfall und melde dich ohne Scham bei deiner Suchtberaterin. Als Profi kennt die das Problem und wird dich sicher nicht verurteilen. Ob es sich um Entzugserscheinungen handelt oder ob es Folgen des Alkoholkonsums sind, kann nur ein Arzt bestimmen denke ich. Du solltest auf keinen Fall den Entzug allein durchziehen sondern dich in Obhut begeben. Lora ist auch nicht das Allheilmittel da es unglaublich schnell abhängig macht und du dann den Teufel mit dem Belzebub austreibst. Geh im eigenen Interesse zum Arzt oder geh in eine Suchtambulanz, da wird man entscheiden können wie weiter zu verfahren ist.

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