Alkoholkranke beste Freundin

Anonym asked 6 Jahren ago

Hallo Zusammen

Meine beste Freundin welche ich jetzt bereits seit 5 Jahren kenne, tank seit dem ich sie kenne, eigentlich immer sehr viel Alkohol. Am Anfang dachte ich, das dies nomal ist in unserem Alter (sie war 16, ich 15), jedoch bemerkte ich rasch das sie nicht einmal mehr einen Grund brauchte um zu Trinken. Wenn wir uns sehen und „eis gö ga zieh“ am Abend (auch unter der Woche) endet dies regelmässig in einem richtigen Saufgelage…ich trinke aus prinzip keinen Alkohol in ihrer Gegenwart weil ich jedesmal hoffe das es sie auch hemmt, jedoch bewirkt es fast das gegenteil. Vielleicht ein kurzes Beispiel: Vor 1 Woche waren wir am Donnerstag in einem Restaurant. Während der 2 Stunden wo wir dort waren trank ich 2 Cola. Sie hingegen hat 2 Gläser Wein & 5 (!) Tequilla Shots getrunken. Dies ist eigentlich immer so wenn ich mit ihr unterwegs bin und am nächsten Tag jammert sie über Magen-Darm-Grippe obwohl dies in meinen Augen einfach ein Kater ist.

Vielleicht sollte ich hier noch erwähnen, dass Sie bereits einmal einen Entzug machen wollte, diesen hat sie jedoch nicht einmal angefangen da sie dann doch fand sie könnte das selber schaffen. Auch Ihre Eltern sind leider beide Alkoholiker und haben nie einen Entzug gemacht.

Meine Frage ist: Wie kann ich ihr helfen? Ich habe grosse Hemmungen sie direkt darauf anzusprechen oder ihr zu sagen sie soll weniger trinken. Was sind eure Tipps?

Vielen Dank im Voraus.

Nicole

peter antwortete vor 6 Jahren

Willkommen im Forum. Ich finde es toll, dass Sie Sich für Ihre Freundin hier gemeldet haben. Ich kann das gut verstehen, dass Sie Hemmungen haben, sie direkt auf Ihren Alkoholkonsum anzusprechen. Denn man weiss nie wie jemand darauf reagiert! In der heutigen Zeit gibt es verschiedene Kommunikationswege um etwas mitzuteilen (handgeschriebener Brief, E-Mail, Videokommunikation, Telefon und natürlich der direkte Weg persönlich (face to face)). Trotz der verschiedenen Kommunikationsarten, empfehle ich Ihnen, Ihre Freundin persönlich anzusprechen. So können Sie Missverständnisse und Unklarheiten gleich klären.
Teilen Sie ihrer Kollegin Ihre Sorgen, Ängste und Befürchtungen mit (machen Sie keine Vorwürfe oder Verurteilungen sondern sprechen Sie über das, was Sie beobachten/ beobachtet haben). Dies könnte beispielsweise so aussehen:

„ich würde gerne mit dir etwas Persönliches besprechen: „mir ist aufgefallen, dass Du im Ausgang grössere Mengen Alkohol konsumiert! Ich mache mir deshalb Sorgen um dich und deine Gesundheit…………oder …….. ich habe Angst, dass dir etwa zustösst…….. , kann ich dich irgendwie unterstützen?“

Wenn Ihre Kollegin auf die Thematik eingehen und Ihnen zustimmen würde, besteht die Möglichkeit sie zu motivieren eine Suchtberatungsstelle zu kontaktieren (Beispielsweise: „ Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und denke, dass professionelle Hilfe dir weiterhelfen könnte“ (Suchtberatung, Psychologe/in“)) . Der Idealfall wäre natürlich, wenn sie damit einverstanden wäre.
Falls es nicht klappen würde oder Sie sich nicht getrauen es Ihr mitzuteilen (was absolut verständlich ist), dann gibt es auch die Möglichkeit das Sie eine Suchtberatungsstelle aufsuchen (Suchberater/innen sind auch ausgebildet in der Beratung von Angehörigen und Bezugpersonen). So kann man die Situation Ihrer Freundin aber auch Ihre Lage (was und wie sage ich es meiner Kollegin am besten) besprechen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute
Peter

2 Answers
uwe answered 3 Monaten ago

Hallo!
Ich kenne eine 31 jährige sie trinkt jeden Tag eine Flasche Vodka nimmt Antidressiva und muss sich jedenTag insululin spritzen. Durch Ihren Alkohol har sie bereits ihren Führerschein verloren, wurde zweimal mit Alkohol beim Schwarz fahren erwischt und angezeigt. Zudem geht Sie anschaffen damit Sie mehr Geld zur Verfügung hat. Ich habe Sie beim Arzt kennengelernt sie saß neben mir und hat mir erzählt dass ihre Eltern verstorben sind und sie alleine lebt und keiner sich um sie kümmert.Sie hat mich eingeladen zum Kaffee und hat mir viel erzählt von sich. Ihre Wohnung war in einem verwahrlosen Zustand, durch weitere Gespräche habe ich Sie dazu bewegen können Ihre Wohnung aufzuräumen was sie auch gemacht hat. Seither macht Sie auch was ich Ihr sage, sie ist sowas für mich wie eine Tochter, ich bin 61 Jahre alt. Letzten hat Sie Drogen genommen ich glaube es war Speed, sie sah fürchterlich aus, Ich weiß nicht mehr was ich machen sol, alleine möchte ich Sie auch nicht ihren Schicksal überlassen. Kann mir einer helfen hier.

Mike Mitarbeiter answered 3 Monaten ago

Hallo Uwe
willkommen hier bei alcorisk. Ich finde es toll, dass sie sich ihrer so annehmen und sie quasi unter ihre Fittiche genommen haben. Erstmal ein grosses «Merci» dafür! Leider hat sie – aus welchen Gründen auch immer – einen physisch und psychisch sehr riskanten Umgang mit Suchtmitteln entwickelt. Die Kombination von Alkohol und Antidepressiva ist schon sehr gefährlich, da man nie genau weiss, wie diese Kombination wirkt. Auch ist ein solch massiver Alkoholkonsum und Diabetes alles andere als gesund oder hilfreich, sondern ebenfalls ein grosses Risiko.
 
Ich finde es schön zu lesen, dass sie sich von ihnen helfen lässt und versucht ihr Leben wieder Schritt für Schritt zu ordnen (wie eben ihre Wohnung wieder wohnlich zu gestalten). Es ist toll zu sehen, dass sie so einen positiven Einfluss auf sie haben. Andererseits hat sie ein grosses Problem mit Suchtmitteln und da ist es wichtig, dass auch sie als Unterstützer ihre eigenen Grenzen respektieren. Ich mache ihnen Mut sich an eine Beratungsstelle in ihrer Nähe zu wenden und dort im direkten Gespräch mögliche nächste Schritte zu entwickeln und zu besprechen, was sie beisteuern können und was sie selber unternehmen muss.
 
So wie sie die Situation beschreiben wäre ein stationärer Aufenthalt in einer Suchtfachklinik wohl sehr sinnvoll, allerdings weiss ich nicht, ob sie dafür überhaupt motiviert ist, bzw. das als Chance für sich erkennt. Ich finde es sehr wertvoll, dass sie sie begleiten, aber seien sie auch auf solche Vorfälle wie den Speedkonsum vorbereitet und definieren sie für sich selber wo ihre Grenzen sind. Was können und wollen sie an Unterstützung leisten und wo überfordert sie diese schwierige Situation.  
Ich hoffe, dass diese Rückmeldung ihnen ein wenig weiterhilft.  
 
Liebe Grüsse Mike

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