Alkoholkranker Vater – alkoholkranke Söhne?

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Mariette S • vor 1 Monat

Hallo,
Mein Mann trinkt täglich, er ist dann auf dem Pegel und kann seine alltäglichen Pflichten wahrnehmen. Und ist in solchen Zeiten ein guter Partner und Vater…Doch dann kommen alle 2 bis 3 Monate ein mehrtägiget Absturz mit komplettem Suff, Gelaber, verbal agressiv – wenn man was „KRITISCHES“ sagt. Was für mich sehr belastend ist, weil wir als Familie weiterfuktionieren müssen, aber ich nie weiss woran er sich hält und in welchem Zustand er ist, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme.
Zum Thema Alkohol meint er, ich bin nicht ich ohne Alkohol ( und das bald seit 20 Jahren).
Unsere Söhne weden älter (11, 8 und 3 Jahre) und ich beginne mich zu fragen, wie ich sie unterstützen kann, damit sie später nicht auch alkoholkrank werden?
Herzlichen Dank
Mariette

1 Antworten
Mike Berater/in antwortete vor 1 Monat

Hallo Mariette
 
vielen Dank für deine Frage. Für Kinder ist es immer schwierig in einer „alkoholbelasteten“ Familie aufzuwachsen. Alkoholabhängigkeit ist nie „Privatsache“, sondern beeinflusst auch immer das Umfeld. Heute weiss man auch, dass Kinder mit einem abhängigen Elternteil ein deutlich grösseres Risiko haben selbst wieder abhängig zu werden. Dies hat einerseits genetische Ursachen, andererseits sehen,lernen und erleben die Kinder von klein auf, dass übermässiger Alkoholkonsum quasi „normal“ ist.
Aber, wir sprechen hier von einem „höheren Risiko“ und nicht einer „Sicherheit“. Schlussendlich entscheiden die Kinder alkoholabhängiger Eltern selber, ob sie deren Beispiel folgen wollen oder nicht. Ich erlebe in der Beratung beide Möglichkeiten; erwachsene Kinder, welche selber abhängig werden und solche die mit Alkohol überhaupt nichts zu tun haben wollen. Wie gesagt, ein erhöhtes Risiko ist kein „Naturgesetz“.
 
Du kannst deine Söhne hier unterstützen, indem du sie ganz allgemein stärkst und sie dazu erziehst selbständig Entscheidungen zu treffen und nicht einfach zu tun, was alle tun. Sie sollen lernen „Nein“ zu sagen und selbstbewusst zu werden. Gleichzeitig mache ich dir Mut, die Abhängigkeit deines Mannes nicht zum „Familiengeheimnis“ zu machen, sondern deinen Kindern die Situation altersangepasst zu erklären und ihre allfälligen Fragen („warum ist der Papa so komisch?“) zu beantworten.
Es geht dabei nicht darum, deinem Mann irgendwie in den Rücken zu fallen oder ihn vor den Kindern schlecht zu machen, aber da er ja offensichtlich keinen Veränderungsbedarf sieht, geht es darum die Kinder zu schützen. Seine Aussage zum Thema Alkohol (“ ich bin nicht ich ohne Alkohol“) ist traurig und ich hoffe, dass er seinen Konsum doch noch hinterfragt und verändert.
Um deine Situation vertieft anzuschauen bzw. um professionelle Unterstützung zu bekommen, darfst du dich gerne an eine unserer Fachstellen wenden.
 
Liebe Grüsse
Mike
 
Weitere Infos für dich und die Kinder findest du u.a. hier:
http://www.suchtschweiz.ch/suchtbelastete-familien/
http://www.dhs.de/informationsmaterial/broschueren-und-faltblaetter.html (=> Broschüren für Kinder und Jugendliche)
http://blaukreuzverlag.ch/product-category/kinder-und-jugend/
https://www.infoset.ch/de/dossier-kind-und-familie.html
 
 

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