Alkoholkranker Vater

L.K. asked 4 Wochen ago

Hallo liebes Alcorisk-Team
Mein Vater und der Alkohol ist schon seit frühester Kindheit ein Dauerthema bei uns in der Familie. Beinahe jeden Abend und auch das ganze Wochenende verbringt mein Vater in Kneipen und kommt dabei immer unter Alkoholeinfluss nach Hause. Meine Mutter und er streiten deswegen oft, wobei er auch mit den Jahren angefangen hat uns anzulügen, was seinen Alkoholkonsum betrifft. Er kann stockbetrunken behaupten, nur ein Bier getrunken zu haben und auch die Zeiten, wann er das Haus verlassen habe, entsprechen selten der Wahrheit. Zuhause trinkt er nie und auch im Familienurlaub wurde höchstens mal ein Bier oder ein Glas Rotwein getrunken. Er selber meint, er habe kein Problem. Nur in wenigen Situationen und bei sehr ernsten Gesprächen gibt er zu, unglücklich zu sein und wahrscheinlich doch nicht alles in Ordnung sei. Aber bereits Minuten später leugnet er diese Aussagen und weigert sich, selber Hilfe zu suchen. Mittlerweile sind meine Schwester und ich beide von zu Hause ausgezogen und sein Verhalten hat sich nicht verändert. Er fährt auch oft unter Alkoholeinfluss Auto, was auch schon zu Unfällen geführt hat. Meine Eltern streiten sich noch immer oft wegen dieser Thematik, jedoch sind beide überzeugt, dass keine Hilfe benötigt wird. 
Da ich jedoch keine Besserung in Sicht sehe, frage ich mich wie man diese Situation „lösen“ kann? Meine Schwester meint, er müsse zuerst selber erkennen, dass er ein Problem hat. Da ich jedoch befürchte, dass das nie der Fall sein wird, möchte ich mich nach Möglichkeiten erkunden, um ihm zu helfen gesund zu werden.
Liebe Grüsse und besten Dank für die Rückmeldung 

Mike Mitarbeiter antwortete vor 3 Wochen

Hallo L.K.

schön, dass sie sich hier gemeldet haben. Für mich klingt das so, dass sich ihre Eltern gemeinsam über die Jahre hinweg „irgendwie“ mit dem Alkoholproblem ihres Vaters „arrangiert“ haben und entschieden haben, „das ist kein Problem, das kriegen wir schon irgendwie hin“. Was gegen dieses „Arrangement“ spricht wird ignoriert oder sich schön zurecht gebogen. Und man muss ehrlich sagen „irgendwie“ scheinen sie das ja auch geschafft zu haben. Den Preis den ihre Eltern und sie als ganze Familie dafür zahlen ist aber natürlich sehr hoch.

Ihre Schwester hat recht, dass die Betroffenen – hier in erster Linie ihr Vater und ihre Mutter – eine Veränderung wollen müssen. Kein Angebot funktioniert, wenn die Betroffenen sich weigern Hilfe und Unterstützung anzunehmen. Da sich ihre Eltern mit der Abhängigkeit arrangiert haben, braucht es nun wie den „Blick von aussen“ und das ist genau das, was sie tun können.
Sie können das Gespräch mit ihnen suchen und (immer wieder) ihre Sicht darlegen, d.h. ihnen sagen wie sie die Situation als Teil der Familie sehen, welche Ängste, Sorgen und Befürchtungen sein Verhalten bei ihnen auslöst und dass sie sich eine Veränderung wünschen. Sie können ihnen sagen, wie sie sie erleben, welche Auswirkungen sie durch den Alkoholkonsum sehen, anders gesagt, sie können ihnen „den Spiegel vorhalten“. Ich kann ihnen nicht garantieren, dass ihre Eltern sich dann Hilfe holen, aber einen Versuch ist es definitv wert.

Liebe Grüsse
Mike

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