Cannabis macht ihn totel aggressiv

Anonym • vor 5 Jahren

Hallo zusammen,

ich habe seit ca. 1 1/2 Jahren einen Freund.

Ich habe ihn über eine Partnervermittlungsagentur kennen gelernt. Er hat mir verschwiegen, dass er damals arbeitslos war. Ich habe bei ihm diverse Sachen gefunden, Briefe, die ungeöffnet waren, Rechnungen, die nicht bezahlt wurden. Ich habe herausgefunden, dass er Schulden hat (ca. 30000 Franken). Auch das hat er mir erst erzählt, als ich ihn vor die Entscheidung gestellt habe: entweder spielst du mit mir mit offenen Karten, oder ich habe keine Lust mehr. Gekifft hat er schon immer. Über seine Probleme will er nicht reden, schliesslich ist er schon 35 Jahre alt und hat sein Leben im Griff (findet er zumindest!).

Diesen Monat war er ziemlich oft bei mir, weil ich gerade sieben Wochen Sommerferien habe und daher Zeit für ihn. Mir ist aufgefallen, dass er alle 2 bis 3 Tage Cannabis kauft, das kostet dann jeweils ca. 100 Franken. Wenn ich ihn auf den Konsum anspreche, findet er nur, dass er halt lieber ab und zu eins kiffe, andere würden im Ausgang alles vertrinken. Wenn er nichts mehr zu rauchen hat, wird er aggressiv. Er findet das ganze Leben scheisse, alle um ihn herum spinnen und er weiss auch nicht, wieso er überhaupt auf dieser Welt lebt. Diese Stimmung hält dann an, bis er wieder etwas zum Rauchen hat. Ich halte das kaum aus.

Vor zwei Tagen habe ich aufgeräumt und dabei bemerkt, dass wieder ungeöffnete Post bei ihm herumliegt. Ich habe die Post nicht geöffnet. Im Milchkasten habe ich dann 100 Franken gefunden. Ich habe sie rausgenommen, weil ich nicht gewusst habe, wem sie gehören. Mein Freund hat mir dann erzählt, dass einer das Geld hätte holen kommen, damit er ihm etwas zum Rauchen besorgen hätte können. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht möchte, weil es meine Wohnung ist. Einmal ist auch schon die Polizei wegen dem vor meiner Wohnung gestanden. Ich habe ihn gefragt, ob er immer noch Rechnungen bekomme, die er nicht zahle (für die andern Schulden hat er einen Schuldenzahler engagiert!)? Er sagt nur, dass es mich nichts angehe und ich ihm nicht hinterherspionieren soll. Dass ich ihn auf die Couverts angesprochen habe, ist für ihn ein riesen Ding (ich habe sie ja noch nicht einmal geöffnet!). Gestern ist er ausgetickt: er hat geschrien, dass er wegen mir jetzt nichts zu rauchen habe und dass ich der Alptraum einer Freundin bin… Ich halte das nicht mehr aus.

Ich weiss nicht, was ich machen soll? Ich habe ihm gesagt, dass ich mir so eine Zukunft nicht vorstellen kann mit ihm. Jetzt ist er noch wütender, weil er es offenbar nicht versteht.

Ich habe ihm gesagt, dass er Hilfe brauche, er sagt nur, dass er keine möchte und sowieso kein Geld habe. Ich würde ihm sogar eine Beratung bezahlen, aber das ist ihm egal. Ich überlege, ob ich ihn vor die Entscheidung stellen soll: entweder er holt sich Hilfe, oder es ist mit uns vorbei. Ich möchte eigentlich mit ihm zusammen sein, aber ich war immer gut zu ihm und ich habe auch meinen Stolz. Ich lasse mich nicht von ihm verarschen. Was denkt ihr dazu?

1 Antworten
Antje Berater/in antwortete vor 5 Jahren

Hallo
Mir scheint, da spitzt sich etwas zu! Und zwar nicht für Deinen Partner, sondern für Dich! Für dich stellt sich immer mehr die Frage: Will ich, dass es so weiter geht oder muss sich jetzt etwas verändern?!? Du bist an einem Punkt angekommen, wo Du nicht mehr so weitermachen kannst und magst (was sehr verständlich ist!).
Was kannst Du tun:
1. klare Grenzen setzen, um nicht mehr so unter der Situation zu leiden (z.B. einen Zeitraum festlegen, in dem er zu einer Beratung gegangen sein muss, solange kann er z.B. nicht mehr bei Dir wohnen). Wichtig dabei ist, dass Du nur Konsequenzen angibst, die Du dann auch wirklich ziehen kannst.
2. eigene Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse wahrnehmen (dazu gehört auch, sich nicht die Schuld in die Schuhe schieben zu lassen, sich nicht „verarschen“ zu lassen).
3. sein Verhalten nicht entschuldigen, aber auch nicht kontrollieren, ihm die Verantwortung für sich / für sein Leben überlassen.
4. für sich selbst Hilfe und Beratung in Anspruch nehmen. Auch Du kannst Dich an einer Beratungsstelle melden und Dir Unterstützung holen.
Alles Gute!

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