depressiver Freund

Sandro • vor 5 Monaten

Guten Abend

Ich bin in einem Dilemma. Ich habe eine Freundin, die depressiv ist. Aktuell habe ich das Gefühl, dass es ihr nicht sehr gut geht. Das ist aber auch durch ihre Lebenssituation bedingt und das ist grundsätzlich absehbar. Manchmal, wenn ich wir dann zusammen sind (wir wohnen nicht zusammen) und z.B. zu einem guten Essen auch Wein trinken, habe ich den Eindruck, dass sie sich entspannen kann und weniger gereitzt ist. Die Stimmung ist oft auch entsperchend besser und wir haben’s friedlicher.

Nun merke ich, dass ich dazu tendiere, wenn wir uns sehen, auch Alkohol trinken zu wollen. Ich möchte nicht, dass das eine Dauerlösung wird. Sie geht in eine Therapie und macht sich auch zu ihrem Alkoholkonsum Gedanken resp. hat „ein Auge darauf“ (familiär bedingt).
Wie lange ist das in Ordnung, wenn man zusammen trinkt, um es vielleicht auch mal schöner und lustiger zu haben. Das ist prinzipiell ja etwas sehr verberitetes und beginnt auch schon beim Arbeitsapero. Aber ab wo muss ich aufpassen, dass ich sie nicht in die Sucht ziehe damit? Oder kann ich mich darauf verlassen, dass sie  – wenn sie sich eh Gedanken macht – auch sagen würde, wenn es ihr zu viel würde. Wir witzeln auch manchmal darüber, es hat also durchaus Platz das Thema.

Vielen lieben Dank für die Antwort!

1 Antworten
Antje Berater/in antwortete vor 5 Monaten

Hallo Sandro
Schön, dass Du Dich hier gemeldet hast. Ich finde es gut, dass Du Dir darüber Gedanken machst, in welchem Zusammenhang und Mass es in Ordnung ist, etwas mit Deiner Freundin zusammen zu trinken. Erst einmal ist es völlig in Ordnung, gelegentlich ein Glas Wein oder ein Bier zu trinken. Problematisch wird es dann, wenn der Alkohol anfängt, irgendeinen „Zweck“ zu erfüllen: z.B. um sich zu entspannen, um es friedlicher oder schöner oder lustiger zu haben, Dann besteht das Risiko, dass man mehr oder häufiger trinken möchte. Grundsätzlich sind 1-2 Gläser ok., sollte aber nicht jeden Tag sein.
Das Risiko in eine Sucht zu geraten, ist sicherlich bei psychischen Problemen erhöht. Wenn Deine Freundin also unter Depressionen leidet, besteht die Gefahr, dass sie Alkohol quasi zur „Selbstmedikation“ einsetzt, d.h. dass sie Alkohol benutzt, damit es ihr besser geht.
Vielleicht merkst Du selbst auch, wenn Du mit ihr zusammen bist, dass Du entspannter bist, wenn Ihr gemeinsam etwas trinkt. Es ist zwar nett, dass Ihr gemeinsam darüber witzeln könnt, aber vielleicht könnt Ihr auch einmal „ernsthaft“ darüber sprechen: wie Ihr es beide wahrnehmt, wie Ihr Euch dabei fühlt (wenn Ihr trinkt, nicht trinkt, was dann z.B. fehlt), was Ihr stattdessen machen könntet usw…Du kannst Ihr ja auch sagen, dass Du Dir wünschen würdest, dass sie es sagt, wenn er ihr zu viel wird.
Ich hoffe, dass Dir diese Antwort erst einmal weiter hilft, sonst melde Dich gerne wieder.
Liebe Grüsse,
Antje

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