Doppeldiagnose Schizoaffektive Psychose und Alkoholabhängigkeit

Alcorisk – Das Online-ForumKategorie: Fragen von BetroffenenDoppeldiagnose Schizoaffektive Psychose und Alkoholabhängigkeit
Psychotiker asked 3 Monaten ago

Bin seit 5 Jahren trocken. Aber immer wenn ich einen psychotischen oder Depressiven Schub habe, habe ich immensen Suchtdruck auch nach dieser Zeit.
In gesunden Phasen komme ich gut klar mit der Abhängigkeit, aber in den schlechten Phasen wird meine Abstinenzfähigkeit der maßen hart geprüft dass ich am liebsten
alles hinwerfen würde. Der Alkohol lockt damit man den Zustand besser aushält, nur hinterher kommt man wieder sehr schlecht auf die Füße. Ich weiß auch ganz genau
sobald ich nur ein Bier trinken würde geht die Reise ins nirgendwo. Manchmal fällt mir einfach nichts ein was mir den Suchtdruck erleichtern könnte.

1 Answers
Antje Mitarbeiter answered 3 Monaten ago

Erst einmal möchte ich Ihnen dazu gratulieren, dass Sie bereits seit 5 Jahren trocken sind. Das ist eine sehr starke Leistung, Hut ab!  Was Sie nun beschäftigt und auch belastet ist der starke Suchtdruck den Sie in den Phasen haben, in denen es Ihnen psychisch nicht gut geht. Dann lockt der Alkohol, um es besser auszuhalten. Obwohl Sie wissen, wo das hinführen würde, ist die Versuchung da. Das ist verständlich, weil Sie früher vermutlich die Erfahrung gemacht haben, dass es Ihnen dann «besser» ging, bzw. Sie die unangenehmen Gefühle nicht mehr so spüren mussten. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, wurden Sie zwar in den schwierigen Phasen in den letzten Jahren «hart geprüft», haben aber widerstanden und nicht getrunken!  Das ist eine unglaubliche Stärke, die Sie sich bewusst machen müssen: etwas aushalten, widerstehen, dagegen ankämpfen können, eine unglaubliche Leistung! Aber vermutlich ist das in diesen Momenten wahnsinnig anstrengend und eine grosse Anspannung für Sie. Ich habe mir überlegt, ob es Ihnen helfen könnte, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen, wo Sie sich mit anderen austauschen könnten, z.B. was diese bei einem Suchtdruck machen? Auch schon allein das Gefühl zu haben, nicht allein zu sein, könnte hilfreich für Sie sein. Vielleicht können Sie auch das Gespräch suchen in einer Beratungsstelle oder bei einem Therapeuten. Das könnte Sie unterstützen. Evtl. können Sie auch mit Ihrem Arzt darüber reden, ob es in den schwierigen Phasen die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung gäbe? Überlegen Sie auch, was Ihnen bisher genau geholfen hat, es zu überstehen. Vielleicht war es ja der Gedanke, dass die Reise dann nirgendwo hingeht, es alles nur noch schlimmer würde, wenn Sie jetzt wieder trinken würden. Vielleicht können Sie sich auch vorstellen, welche positiven Ziele Sie mit der Abstinenz verbinden? Was haben Sie dadurch schon alles erreicht oder erhalten können? Eine Motivation, ein Ziel zu haben, kann hilfreich sein, kann Sie in den schweren Zeiten stärken. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und gerne dürfen Sie sich auch hier wieder melden.  


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