eltern-animinieren-ihre-kinder-zum-trinken

Alcorisk – Das Online-ForumKategorie: Fragen von Angehörigen, Freunden, ...eltern-animinieren-ihre-kinder-zum-trinken
Judith fragte vor 2 Wochen

Guten Tag,  ich schreibe hier als Tante. Meine Cousine und Ihr Mann animieren ihre 2 Töchter Alkohol zu trinken. Angefangen hat es mit der älteren Tochter, die nun 18 geworden ist, im Alter von ca. 14 Jahren. Auf Familienfesten wurde sie von ihnen gedrängt ein kleines Gläschchen Sekt zu trinken. Im Alter von 16 Jahren wollten die Eltern, dass die Tochter mit uns Erwachsenen bei einem Fest auch Wein oder Schnaps o.ä. mittrinken dürfe. Damals gab es Diskussionen und es blieb auf den Festen bei einem Glas Sekt. Zuhause durfte die Tochter aber Hochprozentiges mittrinken und findet das auch ziemlich cool. Wenn die Tochter eine Party schmeisst sponsoren ihre Eltern den Alkohol. Vorgestern feierten wir ihren 18 Geburtstag und wir Verwandtschaft waren konsterniert wie freizügig die Eltern nun mit ihrer Tochter getrunken haben und sie nun auch zum Rauchen aufforderten (der Vater raucht nicht, die Mutter nur gelegentlich auf Festen). Keiner von uns Gästen hat etwas dazu gesagt obwohl die \“Blicke Bände sprachen\“.  Vor ca. 2 Jahren hatte ich mit der Mutter ein Gespräch über den Alkoholkonsum der Tochter, aber mit wurde vorgeworfen, dass ich da gar nicht mitreden könne, da meine Tochter ja erst 10 Jahre alt ist und ich noch merken würde, dass man als Mutter nicht immer alles verbieten und im Griff haben könne. Schliesslich sei die Tochter 16, sie hätten vollstes Vertrauen in sie und das gehöre nun mal zum Erwachsenwerden.  Die jüngere Tochter ist 14 Jahre alt und nun fängt es auch hier an mit dem Gläschen Sekt auf Feiern.  Der Alkoholkonsum der Eltern bekomme ich nur auf Festen mit, weil ich nicht in der Nähe wohne und nicht in ihren Alltag sehe. Die Mutter ist auf Festen immer gut beschwipst, oft aber auch betrunken. Den Vater sehe ich nie Alkoholfreies trinken, er ist ein Bier- und Whiskey-/Schnaps-Liebhaber.  Ich habe mit den Eltern ein gutes Verhältnis, aber beim Thema Alkohol stellen sie die Stacheln.  Sollte ich mit den Kindern direkt sprechen? Was können Sie mir ansonsten raten? Falls ich mit den Kindern spreche habe ich das Gefühl, dass es einen Riesenkrach mit den Eltern gibt.  Besten Dank im voraus für Ihre Antwort und viele Grüsse    

1 Antworten
Mike (Berater) Mitarbeiter antwortete vor 2 Wochen

Hallo Judith

vielen Dank für deinen Beitrag. Bevor ich meine Meinung dazu äussere, möchte ich zuerst den gesetzlichen Rahmen präsentieren. In unserem Jugendschutzgesetz steht ganz klar:  „Alkoholische Getränke dürfen nicht an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren abgegeben werden.“ Dies gilt übrigens auch für Tabak. Ab 16 Jahren dürfen die Jugendlichen Wein und Bier und ab 18 Jahren dann auch Spirituosen und Tabak konsumieren.
Ich finde es toll, dass du die Haltung deiner Cousine und ihrem Mann hier kritisch hinterfragst, denn sie ist definitiv fragwürdig! Kinder/Jugendliche zum Kosnum zu animieren oder gar zu drängen, finde ich einfach nur verantwortungslos.

Ich weiss nun nicht, ob sie als „coole Eltern“ gelten wollen, oder ihren eigenen (übermässigen) Konsum als „normal“ darstellen wollen, aber was sie tun ist auf keinen Fall OK. Ich gebe deiner Cousine recht, dass man “ als Mutter nicht immer alles verbieten und im Griff haben könne“, aber daraus darf man doch nicht ableiten, dass man die Kinder aktiv zum Konsum ermuntert oder gar drängt. Das eine hat überhaupt nichts mit dem anderen zu tun!

Ich kann dir letztlich nur Mut machen, das Gespräch zu suchen und denn Kindern zu sagen, dass dieser Konsum a) nicht „normal“ ist (zumindest für die 14 Jährige) und b) sie sich ja nicht zum Konsum drängen lassen soll.

Das könnte natürlich einen „Riesenkrach“ mit den Eltern provozieren, aber ich denke dieses Risiko lohnt sich, denn ausser ihnen scheint ja  – wie beim letzten Fest – niemand ihre „Erziehung“ gut zu finden. Ob die Eltern ihr Fehlverhalten einsehen, … ich befürchte, dass sie wenig Verständnis zeigen werden, sondern sich einreden, dass sie da etwas Tolles machen, Aber wie gesagt, vielleicht geht es auch darum den eigenen Konsum schönzureden.

Wenn das alles nichts fruchtet und sie einfach so weitermachen, musst du dir überlegen, ob du (anonym) eine Gefähdungsmeldung machen willst. Die Formulare dazu findest du auf den kantonalen Websites (einfach Gefähdungsmeldung googeln).

Ich hoffe, dass ich dir einen Teil deiner Fragen beantworten konnte und möchte dir Danke sagen, dass du nicht einfach wegschaust, sondern dich für die Töchter engagierst.

Liebe Grüsse
Mike

Beitrag kommentieren


ICH HELFE MIT


KONTAKT


Blaues Kreuz Schweiz
Lindenrain 5
3012 Bern
031 300 58 60
info@blaueskreuz.ch





Vous vous trouvez sur le site de la Croix-Bleue Suisse
Si vous cherchez des informations plus détaillées sur nos offres en Suisse romande, nous vous prions de visiter les sites de la Croix-Bleue romande: