Er trinkt wenn ich nicht zu Hause bin

Jutta asked 5 Monaten ago

Mein Freund ist Rentner und vor einem Jahr zu mir gezogen, wir sind beide schon 60. Ich habe ihn gleich als wir uns kennenlernten auf seine „Trinkernase“ angesprochen, er sagte, das ist eine Rosacea hat nichts mit Alkohol zu tun. Aber bald hat sich herausgestellt- er trinkt und er wird, wenn er was getrunken hat , ganz fies und unangenehm, versucht mich klein zu machen. Es ist so peinlich wenn wir unterwegs sind, meine Freunde und Kinder ( Erwachsen) sagen nichts um mich nicht zu kränken.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn mir der Gedanke durch den Kopf geht ihn zum Auszug zu bewegen, er hat seine Wohnung aufgegeben um in mein Haus zu mir zu ziehen.Müsste neu Beginnen mit neuer Wohnung und so weiter.
Er verspricht seit Monaten  wenn er wieder einmal eine Woche durchgetrunken hat,dass er sich schämt und damit aufhören will (immer wenn ich nicht da bin, ich arbeite regelmässig im Ausland und bin alle 2 Wochen für 5 Tage Beruflich unterwegs). ICh weiss nicht was ich noch tun kann.
Er hat vor 4 monaten nach einer Alkoholtour einen einzigen Beratungstermin gemacht, um mich zu beruhigen- danach nichts mehr.  Ich dachte einen Partner für den Lebensabend gefunden zu haben  aber nicht mit dem Alkohol (zumal wir beide Herzkrank sind)
Geht das ? Oder mache ich mir da etwas vor??
So nach und nach hat mir sein Bruder berichtet, dass er schon immer ein Alkoholproblem hatte und seine früheren Partnerschaften daran zerbrochen sind.
Ich fühle mich schon ganz schön übel.

Mike Mitarbeiter antwortete vor 5 Monaten

Liebe Jutta

vielen Dank, dass Sie sich hier gemeldet haben. So wie ich die Situation verstehe, hat sich hier quasi ein „Dreiecks-Beziehung“ ergeben. Sie, ihr Partner und der Alkohol. Wie ja Stück für Stück klarer wird, ist sein Alkoholkonsum schon jahrelang ein Thema und obwohl er schon negative Konsequenzen erlebt hat (Partnerschaften, welche in die Brüche gingen), scheint ihm der Alkohol wichtiger zu sein. Wirklich etwas ändern will er ja offensichtlich nicht – der Beratungstermin diente wohl in erster Linie zur Beruhigung der Situation – denn das Trinkmuster scheint er nun ja schon jahrzehntelang so zu „pflegen“.

Vielleicht bin ich zu pessimistisch, aber aus Erfahrung weiss ich, dass sich ein Alkoholproblem nicht einfach so in Wohlgefallen auflöst. Für eine Veränderung braucht es (seinen) Willen und harte Arbeit an sich selber. Ist er wirklich bereit dazu?

Was sie tun können ist für sich zu entscheiden, wo ihre Grenze ist, wieweit sie bereit sind diesen Weg (mit)zugehen und . Ohne Wille zur Veränderung wird sich die Situation über die Zeit eher verschlechtern als verbessern und die Dreiecksbeziehung wird immer deutlicher sichtbar und spürbar. Ob sie diesen Weg mit ihm gehen wollen, das müssen sie entscheiden, einen „geruhsamen Lebensabend“ wird sein Alkoholkonsum aber wohl kaum möglich machen.

Wenn ich ihren Beitrag lese, so habe ich den Eindruck, dass ihm der Alkohol letztlich wichtiger ist/war als alles andere und diese Entscheidung hat Konsequenzen. Wenn sein Trinkverhalten dazu führt, dass sie die Beziehung beenden und er sich eine eigene Wohnung suchen muss, dann ist das die Konsequenz davon. Natürlich wäre es schön, wenn er echt eine Veränderung anstrebt und sich Unterstützung holt, aber ob dazu bereit ist….?

Liebe Grüsse
Mike

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