Erholung für alkoholkranken Vater

Anonym fragte vor 3 Jahren

Hallo, mein Vater ist schon sehr lange alkoholkrank. Es geht ihm jetzt nicht gut und ich denke er bräuchte erholung. Er wohnt alleine in seiner wohnung und er fühlt sich auch einsam. Er kann und möchte mit dem Alkohol leider nicht aufhören und für mich als Angehörige eine schwierige situation. Soll ich das so akzeptieren? Ich habe an die Forel klinik gedacht aber dort geht es ja nur um den entzug. Gibt es hier in der Schweiz keine Erholungsmöglichkeiten für Alkoholkranke ausser so suchtkliniken? Ich wäre um jede Antwort und Rat dankbar!

Antjeantwortete vor 3 Jahren

Ein herzliches Hallo zurück und besten Dank für die Frage.

Falls es dem Vater auch körperlich nicht gut geht, dann wäre eine medizinische Unterstützung schon sinnvoll. Die Forel-Klinik wäre dazu eine sehr gute Wahl. Einerseits bietet sie Entzugsbehandlungen an. Vor allem aber wäre die daran anschliessende Entwöhnungsbehandlung (Suchttherapie) ganz wichtig. Und dafür ist die Forel-Klinik seit Jahren DIE Fachklinik.

Erholungsmöglichkeiten für Alkoholkranke, die auch während der Erholung weiter trinken wollen, resp. den Alkoholkonsum nicht einfach so reduzieren können, gibt es meines Wissens keine. Zumindest kenne ich keine. Und ein „normales“ Hotel ist wohl auch nicht das, woran Sie gedacht haben… Dann gibt es verschiedene Kurhäuser, welche aber wiederum eine ärztliche Einweisung verlangen. Für Selbstzahler sind solche Aufenthalte ja meist unerschwinglich.

Dass ihr Vater nicht aufhören will mit Trinken, das würde ich nicht einfach so oder gar stillschweigend akzeptieren. Vielleicht haben Sie auch schon vieles versucht und sind allmählich ratlos, oder wütend, oder empfinden eine Art von Ohnmacht. Vielleicht auch von allem etwas… Ich würde mit ihm reden, ihn auf das Elend und seinen Zustand ansprechen, ihm sagen, wie sehr Sie das beschäftigt, ihn ermutigen oder von ihm verlangen Hilfe anzunehmen. Vielleicht ihn zum Hausarzt begleiten und zu Beginn der Sprechstunde dabei sein und dem Arzt die Dramatik der Suchterkrankung schildern.

Wo auch immer Sie wohnen, Sie können sich jederzeit auch „nur“ als Angehörige an eine Fachstelle für Alkoholprobleme in Ihrer Nähe wenden, sei es an eine von den Gemeinden finanzierte oder eine vom Blauen Kreuz.

Aufgrund von vielen Jahren Erfahrung in der Suchttherapie, kann ich mir gut vorstellen, dass Ihr Vater an und für sich schon sehr gerne ein Leben ohne Alkoholabhängigkeit führen möchte, aber vielleicht einfach resigniert hat, aufgrund von bisher gescheiterten Versuchen. Schön, wenn man in so einer Lebensphase Kinder hat, die sich kümmern und engagieren und einem Mut machen für einen nächsten Versuch, raus aus der Sucht.

Dazu wünsche ich Ihnen viel Mut und Kraft und auch einen langen Atem.

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