Ist Beziehung+Familie mit Alkohol möglich?

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Anonym asked 3 Jahren ago

Sehr geehrte Damen und Herren

Seit dem letzten Jahr habe ich erkannt, dass mein Partner ein Alkoholproblem haben muss. (wurde nie ärztlich abgeklärt, er denkt, er brauche keine Hilfe) Es ist schwer zu erkennen. Man könnte auch sagen, er ist ein Typ, der einfach sehr gerne feiert und seine Sorgen mit Bier und Whiskey erleichtern kann.
Er kann längere Zeit ohne Alkohol leben, er kann auch nach 4 Bier aufhören, aber wenn er sich selbst erlaubt zu trinken (Feiern/Feste), ist er nicht zu bremsen und in solchen Situationen für mich unerträglich. Ich nehme ihn dann als grossen Unsicherheitsfaktor für das Familienleben war.

Ein Beziehungsratgeber (So nah und doch so fern von Julia Sokol) sagt, eine Beziehung kann nur gelingen, wenn man/frau sich GANZ für die Beziehung entscheidet und bereit für Kompromisse ist.

Der Umgang mit Alkoholkranken sagt, ich solle mich mit aller Kraft um mein eigenes Wohlergehen kümmern.

Beides geht nicht zusammen. Sobald ich Abstand/Sicherheit suche, spürt er das und unser Ziel, eine richtige Partnerschaft zu haben, ist futsch.

Ich weiss nicht mehr weiter. Was soll ich tun???

Im Voraus vielen Dank für alle Inputs.

Viele Grüsse,
Julia

Antje antwortete vor 3 Jahren

Hallo Julia
Hast Du mit Deinem Partner schon einmal darüber gesprochen, wie Du Dich fühlst, wenn er getrunken hat? Wie das für Dich ist, wie Du die Situation wahrnimmst? Wie sich das, Deiner Meinung nach, auf Euer Familienleben auswirkt? Welche Sorgen Du Dir dabei machst?
Vielleicht kannst Du mal in einem Moment, wo ihr gut miteinander reden könnt (wenn er nüchtern ist!), dieses Thema ansprechen. Du kannst ihm mitteilen, was Dich dabei beschäftigt, und ihn auch fragen, wie er das sieht. Es geht nicht darum ihm Vorwürfe zu machen, sondern darum, mit ihm in einen Dialog zu kommen.
Auf der einen Seite finde ich es wichtig, dass Du ihm Deine Gefühle, Bedürfnisse, Ängste mitteilst, auf der anderen Seite finde ich es aber auch wichtig, dass er selbst die Verantwortung für seinen Alkoholkonsum trägt. Nur er selbst kann daran etwas ändern und das wird er nur tun, wenn er dies auch will. Daher ist es genauso wichtig, dass Du Dich wieder mehr auf Dich selbst konzentrierst, Dir Gedanken darüber machst, was Du für Dich ändern möchtest im Umgang mit der Situation, wie Du Dich schützen und abgrenzen könntest, wenn es Dir zu viel wird.
Ich würde Dir auch empfehlen, Dir dabei Hilfe und Unterstützung in einer Beratungsstelle zu holen. In Suchtfachstellen finden Angehörige kostenlose Beratung. Das kann sehr wohltuend und entlastend sein, wenn man jemanden hat, mit dem man offen über alles reden und seine ganze Sorgen besprechen kann.
Ich wünsche Dir alles Gute!
Antje

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