Ist mein Partner verloren?!

s. b. asked 4 Monaten ago

Mein Partner trinkt täglich Bier mind 3 Stk, dazu kifft er täglich und konsumiert Amphetamin. Als wir zusammen gekommen sind, haben wir über Drogen gesprochen, dass er kifft wusste ich und war eigentlich kein grosses Problem für mich, da er arbeitet und alles bezahlte ect. Er sagte mir auch, dass er keine Frau möchte die regelmässig konsumiert, aus diesem Alter sei er rauss. Wir hatten ne echt tolle Zeit, doch als ich dann zu ihm gezogen bin, habe ich so einiges bemerkt. Seine Rechnungen hat er nie bezahlt ausser der Miete und Handy, die Post stapelte sich von über einem Jahr, er log unglaublich viel und teils total unnötig (Lügen ist immer unnötig eigentlich) und er konnte wegen Kleinigkeiten total ausrasten. Sein Verhalten wurde immer schlimmer, er trank nun versteckt (div Verstecke im Garten und Garage gefunden) ich fand Amphetamin Verstecke usw. Wir hatten viele Gespräche, in denen er mir unter Tränen versprach eine Therapie zu machen, da er selber auch gerne gesund werden möchte und sich nicht immer so schlecht verhalten möchte vor allem mir gegenüber. Er meldete sich an und hat die Therapie begonnen, wöchentlich ist er nach Hause gekommen und hat von seiner Sitzung berichtet, auf was er sich achten sollte, an was er arbeiten sollte ect…nach 3 Monaten kahm ich dahinter, dass er kein einziges Mal in der Therapie war, es war alles nur vorgespielt. Dann der totale Zusammenbruch, weinen, Geldprobleme, Schulden ect…ich hab seine Familie mit einbezogen und sein Chef hat sich auch eingemischt, da er ja die Lohnpfändung sieht. Wir hatten dan Gespräche bei seiner Familie und bei seinem Chef, wie kann man ihm helfen und was können wir Finanziell tun für ihn. Es wurde also vereinbart, dass er eine Therapie beginnt und ich mache die komplette Buchhaltung, seine Schulden zurückbezahlt und er nicht mehr Amphetamin konsumiert, da sein Chef auch schon auf der Arbeitstoilette was gefunden hat. Es sah alles toll aus, Zuhause bedankte er sich für mich, wie toll ich sei, was für ein Glück er  hat und dass erst durch mich, alles endlich ins rollen kommt. Leider hat er die Therapie nach nur 3x abgebrochen, sagte mir er wolle  nicht, dass ihm ständig alle sagen, was er tun und lassen soll, er habe keine Probleme, er sei doch einfach so wie er ist. Viele hätten Geldprobleme oder so. Nun bin ich am Ende und sehe keinen Ausweg mehr. Kann man Jemanden einweisen lassen? Ich denke zwar nicht aber  man weiss ja nie. Wie kann man ihm noch helfen? Da er es ja selbst nicht sieht oder nur tageweise, sehe ich schon fast keine Hoffnung mehr. Er lügt das sich die Balken biegen bei allem was geht, ich bin an allem Schuld, sein Konsum da wir alle ihn nicht akzeptieren wie er ist, muss er konsumieren. ich bin an den Finanzen Schuld usw. Er vernachlässigt seinen Hunde, sich selbst (muss ihn ans Zähneputzen erinnern ect) er würde immer zu spät zur Arbeit kommen, wenn ich nicht wäre. Er hat ohne mich wirklich nichts im Griff, nur Arbeiten geht er immer. Er ist 2 Jahre auf Bewährung und fährt trotzdem immer so Auto, wenn er einmal erwischt wird, hat sein Chef gesagt, ist er seine Stelle los, da er Autofahren muss. Ich kann meinen Mund schon gar nicht mehr öffnen, bei jeder kleinen Kritik von mir oder auch nur wenn ich ihm sage wie ich mich fühle, rastet er aus. Teilweise habe ich Angst vor Ihm. Am Wochenende war er 3 Tage feiern und war auf Amphi,, MDMA, THC und Alkohol, seit her ist er noch kälter zu mir, Sex haben wir auch seit 6 Monaten keinen mehr. Ich weiss dass ich gehen muss und bin auch am Wohnung suchen, aber trotzdem würde ich ihm noch gerne helfen, irgendwie. Abends kuschelt er teilweise und sagt wie sehr er mich liebt, ich kann aber so einen Menschen nicht mehr lieben, da ich ständig Schuld bin und von Ihm seelisch missbraucht werde. Er hatte doch gute Chancen auf Besserung, warum sah er ne Zeitlang alles so klar und gestand seine Fehler ein und nun gar nicht mehr?

Sorry langer Text :-)

2 Answers
Mike Mitarbeiter answered 4 Monaten ago

Hallo s.b.  
 
Vielen Dank für deinen Beitrag, der auch sicher nicht zu lang ist ???? Ich möchte mit deiner letzten Frage («Er hatte doch gute Chancen auf Besserung, warum sah er ne Zeitlang alles so klar und gestand seine Fehler ein und nun gar nicht mehr?») beginnen. Die meisten Menschen, die über lange Zeit Drogen konsumieren – egal ob Alkohol, THC, MDMA, Kokain, … – «bauen» sich ihre eigene Welt, in welcher ihr Konsum Sinn macht bzw. eine zwangsläufige Konsequenz aus der Reaktion der «bösen Umwelt» ist. Sie sind sich sehr bewusst, dass sie sich und andere pausenlos belügen und sich alles schönreden und da ist es einfacher in eine «Scheinwelt» zu flüchten, als sich den Problemen zu stellen. Die Realität ohne «Schutz» (=Drogen) zu erleben ist für sie fast nicht zum Aushalten, denn dann sehen sie, was alles schon kaputt ist und wieviel Aufwand es braucht um das wieder in Ordnung zu bringen.  
 
Ich denke du hast alles gemacht und getan, was du tun konntest. Du hast ihm konkrete Unterstützung gegeben, sein Umfeld einbezogen, in allem Mist zu ihm gehalten, … Leider will er das letztlich nicht annehmen und sehen. Klassischerweise hat er ja «kein Problem» («er habe keine Probleme, er sei doch einfach so wie er ist»), sondern nur das Umfeld tut so schwierig und will bestimmen, wie er zu leben hat. Dass er dabei die Realität völlig verkennt und «Freund» und «Feind» verkennt merkt er wohl nicht mehr oder eben nur in einem «lichten Moment». Ich bin davon überzeugt, dass dein Partner NICHT verloren ist, ABER solange er nicht eine Veränderung will, ist ihm nicht zu helfen.
 
Momentan scheint es für ihn ja noch zu «funktionieren» und mit genügend Drogen scheint sein Leben gut auszuhalten sein. Was genau passieren müsste, damit sich das ändert und er konsequent etwas ändern will weiss ich nicht. Ich bin von der Annahme, dass man zuerst «ganz unten» ankommen muss um etwas zu ändern nicht überzeugt. Es braucht aber «etwas», dass deinem Partner so viel wert ist, dass es ihm die Motivation zur Veränderung gibt. Ist es die Partnerschaft, sind es seine Hunde, ist es seine Arbeit, seine Gesundheit, … Ich weiss es nicht. Ich habe aber immer wieder erlebt, wie «plötzlich» ganz viel möglich war, wenn Menschen realisieren, dass sie etwas für sie zentral Wichtiges verlieren.
 
Ich finde es sehr gut, dass du merkst wo deine Grenzen sind und entsprechend handelst (Wohnung suchen). Es ist – so zynisch das klingen mag – nicht verboten sich mit Drogen kaputt zu machen, aber ich habe noch nie eingesehen, dass dabei auch das Umfeld kaputt gehen muss. Er entscheidet, welchen Weg er einschlägt und genau die gleiche Verantwortung trägst du für dein Leben. Ich weiss, dass sich das leicht sagt, aber ganz schwierig ist umzusetzen. Da mache ich dir Mut dir auch Unterstützung zu suchen – wie du es ja mit deinem Beitrag hier gemacht hast – denn Sucht betrifft und beeinflusst IMMER auch das Umfeld.   Liebe Grüsse Mike

s.b. antwortete vor 4 Monaten

Vielen Danke für die Antwort :-)

Naja sein Hund ist leider verstorben vor 2 Tagen und sogar das hat ihn kalt gelassen, habe ich angerufen er soll nach Hause kommen, aber er wollte lieber auf der Party bleiben. Er ist 40 Jahre alt, jede Frau hat ihn bis jetzt deswegen verlassen (habe ich erst spät rausgefunden) also Tiere und Liebe wird ihn nicht wach rütteln. Seine Familie hilft ihm auch nicht mehr. So wie du das Verhalten von Süchtigen beschreibst, ganz genau so ist er :( er hat schulden, hat ein Raucherbein (im Fuss hat er keinen Puls mehr) und er rauch einfach weiter. Er sieht aus wie der Tod persönlich, sagt aber dauernd wie schön er ist. Er lebt so dermassen in einer unrealen Welt, da hat keiner Zugriff ausser sein bester Kumpel der mich hasst und auch Drogen nimmt. Ich wurde auch schon von seinem Kumpel geschlagen und er hat nichts gemacht. Ich denke er ist leider so einer, der erst alles verlieren muss und ganz unten ankommen um etwas zu ändern, wenn er dann nicht schon Tod ist.

Wie soll ich mich in der Zeit bis ich ne Wohnung hab mit ihm umgehen und wie soll ich mich verhalten? Er widert mich an, kommt kuscheln, sagt er liebt mich, schreit mich aber 1 Sek später an nur weil ich was völlig normales gefragt habe. Ich hab leider keine Familie mehr und kann nirgends hin da ich noch einen Hund habe. Ich muss mich also damit abfinden, bis ich eine Wohnung hab da zu sei.

Hast du mir evt einen Tipp?

Vielen Dank für Alles.

Mike Mitarbeiter answered 4 Monaten ago

Hallo s.b. 
 
vielen Dank für deine Antwort. Ich möchte dir einfach Mut machen, möglichst gut zu dir zu schauen und dich von ihm abgrenzen. Vielleicht bist du schon dran, ansonsten mache ich dir Mut dich um deine Zukunft zu kümmern, Perspektiven für dich zu entwickeln und die Zeit „nach ihm“ zu planen.
Ich weiss nicht, was in eurer Wohnung möglich ist, aber vielleicht helfen dir schon kleine (räumliche) Veränderungen die restliche Zeit noch einigermassen gut zu verbringen. Gibt es wirklich keine Möglichkeit, wo du im Notfall unterkommen könntest? 
Gerade wenn es (wieder) zu Gewalt kommt würde ich auf jeden Fall die Polizei anrufen und das nicht „ertragen“. Beim Thema „häusliche Gewalt“ (der Flyer ist aus dem KAntonb Bern, aber soweit ich weiss gilt er grundsätzlich für die ganze Schweiz: https://www.police.be.ch/police/de/index/praevention/praevention/gewalt/haeusliche_gewalt.assetref/dam/documents/POM/Police/de/Praevention/haeusliche-gewalt-de.pdf) hat sie gute Interventionsmöglichkeiten.
Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du so rasch als möglich eine neue Wohnung findest und dort wieder zur Ruhe kommen kannst.
 
Liebe Grüsse und viel Kraft
Mike

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