Mein Partner ist Süchtig

Anonym asked 2 Jahren ago

Hallo, guten Abend

Ich bin seit bald 3 Monaten mit meinem Partner zusammen, ich wusste eine ganze Weile nix von seiner Alkohosucht. Er erwähnte zwar das er hi und da mal trinkt auch mal mehr aber von Sucht war keien Rede. Mehrfach flüchtete er aber von mir zu Hause und nach und nach kam es ans tageslicht das er starker Allkohoiliker ist, mehrfach einen Entzug hinter sich hatte, aber nie leide rnie in einer Klinik war oder bei Fachpersonen. Er wehrt sich dagegen. Siet einer woche ist nun der krasse Rückfall da und getsern kam es zu Showdown. Er beschimpfte seine Schwester udn mich, bedrohte uns via Telefon etc etc. Nun sind wir blockiert, wie es ihm geht wissen wir nicht. Wir bekommen keine Hilfe, niemand kann was machen, ist das so??? Sein Körper leidet sehr, alle Werte sind erhöt und er so sagte es mir meine Schwetser verwahrlost auch schnell und wird dünn. Wo bekommen wir Hilfe was können wir machen? Es tut mir so sehr weh!

Mike (Berater) antwortete vor 2 Jahren

Hallo

vielen Dank für dein Vertrauen und deine Offenheit. So wie du die Situation beschreibst, hat er sich wohl die letzten 3 Monate ganz stark und mit ganz viel Kraftanstrengung kontrolliert, um dir seine Abhängigkeit nicht zeigen zu müssen – was ich gut verstehen kann, denn das ist kaum etwas auf das man stolz ist und das man am Anfang einer Partnerschaft offen zeigen will.
Wie du jetzt gemerkt hast, funktioniert das aber eben nur für eine gewisse Zeit und dann wird die Anstrengung zu gross und die Fassade kann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Was deine/eure Suche nach Hilfe angeht, so denke ich nicht, dass „niemand etwas machen kann“. Zwar sind Alkohol und Alkoholkonsum – auch im Übermass bzw. als Abhängigkeit – „legal“ und somit ist man grundsätzlich auf die Mithilfe des Abhängigen angewiesen.

Es gibt aber die sogenannte „fürsorgerische Unterbringung (FU)“, welche hier wohl angebracht wäre. Die Voraussetzungen für eine FU sind die folgenden Punkte (http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/kindes_erwachsenenschutz/erwachsenenschutz/fuersorgerische_unterbringung.html):
1) Die betroffene Person leidet an einem Schwächezustand aufgrund einer psychischen Störung (dazu gehören auch Suchterkrankungen), einer geistigen Behinderung oder einer schweren Verwahrlosung. Dabei werden die Belastungen und der Schutz von Angehörigen und von Dritten berücksichtigt.
2) Die nötige Betreuung oder Behandlung der betroffenen Person kann nur durch eine Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung sichergestellt werden.

Die FU läuft über die zuständige KESB (Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde) oder im Notfall auch über einen Arzt. Ich kann dir also nur raten, dich bei der zuständigen KESB zu melden und ihr die Situation deines Partners zu schildern. Die FU ist ein massiver Eingriff in die Selbstbestimmung, doch manchmal muss man jemanden eben auch vor sich selber schützen – und da er euch bedroht hat, natürlich auch euch.

Ich hoffe, dass dir das für deine nächsten Schritte hilft und wünsche dir viel Kraft dabei.
Liebe Grüsse
Mike

Nadja antwortete vor 2 Jahren

Guten Abend

Vielen Dank für die Antwort. Seine Schwester und ich haben usn gestern bei der KESB gemeldet. Dort sagte man uns man könne nichts machen. Warum verstehen wir nicht, aber die Frau sagte uns genau das. Auch beim KIZ habe ich angerufen, diese sagten er müsse selber wollen sonst ginge auch nichts. Wir sind also schon in einer ser hilflosen Situation…. :(

Mike (Berater) antwortete vor 2 Jahren

Hallo Nadja

gern geschehen, aber es tut mir leid, dass das nicht weiter geführt hat. Ich verstehe die Antwort der KESB ehrlich gesagt nicht ganz und hätte mir da definitiv mehr erwartet. Ich würde da aber nicht lockerlassen, sondern offiziell eine Gefährdungsmeldung machen.

Das Formular findest du auf der jeweiligen kantonalen/regionalen Website. Sie kann auch mündlich gemacht werden, aber nachdem ihr ja schon eine „so hilfreiche“ Antwort bekommen habt, würde ich das nur schriftlich machen. Eine Gefährdungsmeldung „zwingt“ die KESB dazu, die Situation abzuklären (so ist zumindest die Theorie) – welche konkreten Massnahmen daraus folgen (wenn überhaupt), ist dann wieder eine andere Geschichte.

Vielleicht bringt euch das einen Schritt weiter.

Liebe Grüsse
Mike

Nadja antwortete vor 2 Jahren

Guten Abend

Heute nun wars wieder nur schwsierig, ich traute mich anzurufen. Dann kam eine SMS das er Schluss machn würde etc. Ich habe seine Schwester erneut alamiert. Wir fuhten dann zu ihm und weil sie so Angst vor ihm hat, ging ich klingeln. Es machte niemand auf. Somit riefen wir die Polizei da wir uns Sorgen machten. Diese war bei ihm und wlech Wunder er sie in einem sehr guten Zustand. Er ist halt mittlerwiele wohl so das er trotz Alkohol sher adäquat antworten kann. Dann fing er an zu schimpfen etc etc. Ging nicht ans Telefon hat aller verflucht usw. Ist das normal? Wie ernst muss ich das nehemn? Vor Monatg will er nicht mit mir rede(er stellt ja die meisten Regeln auf). Seine Schwester hat so ANgst vor ihm das sie zittert, sie hat sich aber nun von ihm verabchiedet, sie hat genug. J anun steht er alleine da. Ob das sien Ziel ist?

Mike (Berater) antwortete vor 2 Jahren

Hallo Nadja

ich glaube nicht, dass das wirklich sein (bewusstes) Ziel ist, aber es ist auf jeden Fall die Konsequenz seines Handelns und seiner Entscheidungen. Wenn er sich quasi für den Alkohol und gegen dich entschieden hat, so ist klar, was ihm im Moment am Wichtigsten ist. Aus seiner Sicht steht er ja auch gar nicht alleine da, er hat ja den Alkohol …. Das einzig „Gute“ in dieser schwierigen Situation ist wohl, dass du 1:1 mitbekommen hast, welche Auswirkungen sein Konsum hat.

Es scheint nicht, dass er momentan etwas daran ändern will und so würde wohl letztlich nur eine „Dreiecksbeziehung“ (er, der Alkohol und du) möglich sein. Ob du dich darauf einlassen willst, das ist deine Entscheidung – aus Erfahrung muss ich dir aber sagen, dass es sehr, sehr schwierig ist sich gegen den Alkohol zu behaupten. Wenn er es sich gewohnt zu bestimmen („er stellt ja die meisten Regeln auf“), wird er wohl versuchen alles so einzurichten, dass es für ihn passt (d.h. ohne etwas am Konsum zu ändern) und nicht was für euch gut ist.

Es geht mit nicht darum, ihn „schlecht“ zu machen, sondern darum, dass du dir nicht falsche Hoffnungen machst. Veränderungen sind immer möglich, nur muss er dies wollen und das scheint aktuell nicht der Fall zu sein. Und hier kann „Nichthelfen“ (sich abzugrenzen, wie es seine Schwester macht) die beste Art von Hilfe sein.

Liebe Grüsse und viel Kraft
Mike

Nadja antwortete vor 2 Jahren

Guten Morgen

Ich danke sehr für die Hilfe, ich kann ja mit kaum jemanden drüber sprechen udn fühle mich sehr alleine. Seine schwester kennt es für sie ist es ein: na ja dann ist es eben so. Aber für mich ja nicht. Ich kenne ja zwei Seiten von ihm. Er hat ja sowieso die meisten Begleiterscheinungen des Alkohols, von Bulimie angefangen bis alles andere aufgehört. Ich frage mich ebeb auch, ob er zu so etwas wie echte Gefühle fähig ist und ob er sowas jemals hatte. Seit dieser Woche hat er wohl wieder einen Job, wie lange das wohl geht, es droht dann bestimmt er nächste Absturtz. Mich belastet es sehr udn ich dneke fast nur noch daran und innerlich schmerzt es mich das es aus dem nichts kommt und man blockiert wird etc etc. Ich habe auch keine grosse Hoffnung mehr das er sich jemals helfen lassen wird, da er ja schon x Entzüge hinter sich hat. Auch seine Schwetser glaubt nicht mehr daran. Tragisch ist nur das er ein sehr intelligenter Mensch ist. Habe ein Video mitbekommen als er im November ohne „Stoff“ war, Erschreckend ganz erschreckend wie er stotterte etc. Schade, aber er hat das Kennen lernen wohl she rgut kaschiert.

Vielen Dank und liebe Grüsse

Mike (Berater) antwortete vor 2 Jahren

Hallo Nadja

Für die Menschen im (nahen) Umfeld eines Abhängigen, ist die Situation meist fast schlimmer als für den Abhängigen selber. Es gibt ein Auf und Ab von Hoffen, Verzweifeln, Wut, Vertrauen,… aus diesem Grund beraten wir auch immer die Angehörigen. Überlege dir doch mal, ob du all das was dich so bewegt und alle deine Frage in einem Gespräch auf einer Beratungsstelle besprechen willst (http://www.blaueskreuz.ch/de/wir_helfen_weiter/ambulante_beratungsstellen).
Abhängige sind oftmals sehr sensible und intelligente Menschen, die versuchen mit ihrem Leben klar zu kommen. Sie verlassen sich dabei aber auf falsche Strategien und „verlernen“ schliesslich ohne Suchtmittel durchs Leben zu gehen bzw. wagen sich gar nicht alleine und selbständig (d.h. ohne das Suchtmittel) zu leben.

Auch wenn es hart ist, aber du kannst nicht mehr tun, als ihm Mut machen Hilfe anzunehmen, aber schlussendlich muss er eine Veränderung wollen!

Liebe Grüsse
Mike


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