Meine Ehepartnerin will weg.

Ein Betroffener asked 4 Wochen ago

Hallo Ich bin seit 19 Jahren mit meiner Partnerin, Heute Ehefrau zusammen. Das Sie trinkt wusste ich schon vorher und sie hatte es eigentlich relativ gut im Griff. Höchstens Wochenenden usw. Sie leidet zusätzlich unter Sozialphobie wobei ich Sie immer wieder unterstützen kann. Seit Wochen aber ist es jeden 2 Tag und gestern war es besonders schlimm und sie war in der Nacht auch plötzlich verschwunden. Heute Morgen ein SMS wo sie ist und ich holte sie. sie war komplett durchnässt und ich wollte sie so rasch wie möglich nach Hause bringen. Bei der Einfahrt zur Einstellhalle sprang sie aus dem stehenden Auto. Mit Mühe habe ich sie in die Wohnung gebracht. Momentan kommen nur lauter Vorwürfe und sie ist am packen und will mich verlassen. Alles was ich dagegen sage lässt sie sofort auf 180 fahren. Betrunken ist sie immer noch und möchte reden aber dazu habe ich absolut keine Lust mehr da dauernd nur Vorwürfe kommen und Alles falsch verstanden wird. Ich kann mich an Niemanden wenden. Mutter weiss oder ahnt es wahrscheinlich aber die Drohung kam auch schon das ich ihr nicht die Beziehung zur Mutter kaputt machen soll indem ich mit Ihr spreche. So ist sie weiter am packen und ich habe keine Ahnung mehr was ich machen soll. Darüber will sie nicht schlafen und wirft mir jetzt nur vor das ich sie beim abholen nicht in den Arm genommen hätte. Dabei wollte ich sie doch einfach nur so rasch wie möglich ins Warme und trockene bringen. Ich bin am Ende mit meinen Ideen.

Jamira antwortete vor 4 Wochen

Hallo, ich bin ebenfalls Betroffene Angehoerige (siehe meinen Post Trennung von Quartalstrinker). Ich Weiss so genau wie du dich fuehlst, mein Ex-Freund war mal in einer aehnlichen Situation, er ist schwer betrunken nachts ueber eine Baustelle getorkelt und und hat sich dabei schwer verletzt. Da ihm bei einer vorherigen Sauftour, das Handy geklaut wurde, hatte ich keine Moeglichkeit ihn zu erreichen. Seine Tante, bei der er im Haus lebte, informierte mich nachts dann nur ausser sich, ob ich wuesste was los waere, mein Freund waere erst am mittag heim gekommen und Betrunken und nicht mehr ansprechbar erst vor der Haustuer und anschliessen im Treppenhaus gelegen, so dass die Leute sich schon beschwert haette, anschliessend haette er sich fertig gemacht und waere zur arbeit gefahren (Gastronomie). Ich versuchte alles um ihn zu erreichen, bei seiner Arbeitsstaette, Kollegen und Freunden, doch er war so abwesend zu mir. Ich fuhr sogar mitten in der Nacht noch zu ihm weil ich ausser mir war vor Sorge, doch er war immer noch so betrunken, dass er mich davon jagte, klagte aber ueber Schmerzen. Erst 2 Tage spaeter meldete er sich bei mir! Haette ich ihm dann nicht dringend nahegelegt sofort zum Arzt zu gehen, waere er wahrscheinlich gestorben, denn er musste sofort mit einer schweren Blutvergiftung ins Krankenhaus, wo er fast 2 Monate behandelt und mehrfach operiert worden ist. Ich dachte, endlich hat es mal Klick gemacht bei ihm und er aendert sich. Doch kaum war er aus dem Krankenhaus raus, machte er weiter mit seiner Quartalstrinkerei. Wir waren noch 2 Jahre zusammen, die zum Teil auch schoen aber zum Teil auch schrecklich waren, weil Alkohol immer ei Thema war. Vor kurzem haben wir uns getrennt, weil Alkohol im Endeffekt immer die groessere Prioritaet hatte als ich. Mittlerweile denke ich, dass ich ihn in seinem Saufen viel zu sehr unterstuetzt habe, habe ihm sehr viel Geld geliehen, ihn von A nach B gefahren wie z.B. zur Arbeit wenn er wieder zu Betrunken vom Vorabend war. Natuerlich ist es bei dir eine andere Situation, ihr seid eine Familie und sehr lange verheiratet, meine Trennung nach 7 Jahren faellt mir schon extreme schwer, da ihn ja nicht nur der Trinker in ihm seine ganze Persoenlichkeit ausmacht, sondern es auch viele gute Seiten und Phasen gab. Aber ich glaube, wenn die Leute ihr Problem nicht selbst einsehen, hat man als Partner nicht wirklich eine Chance leider. Dieses Beschimpfen und Vergraulen im Suff kenne ich leider auch zu gut :( Mir hilft es gerade sehr mich mit anderen Betroffenen auszutauschen um das ganze zu verarbeiten und reflektieren. Alles Liebe fuer dich.

Kathrin Mitarbeiter antwortete vor 3 Wochen

Lieber Betroffener, wie ist es bei Ihnen wohl weiter gegangen? Sie haben aus einer akuten Situation heraus geschrieben. Ihre Ehefrau war in einem Ausnahmezustand und war am packen. Ich hoffe, die Situation ist nicht weiter eskaliert. So wie Sie das Ganze beschreiben, hat sich wohl alles ziemlich zugespitzt in letzter Zeit. Sie schreiben, Ihre Frau würde etwa alle zwei Tage trinken. Wie ist es, wenn sie nicht trinkt? Gibt es dann Möglichkeiten für Gespräche? Ist Ihre Frau schon in Behandlung oder würde sie sich allenfalls darauf einlassen? Wie Sie die Situation beschreiben, kommt mir die Vermutung, dass Ihre Frau abgesehen vom Alkoholkonsum womöglich unter einer psychischen Störung leidet. Sie schreiben von der Sozialphobie. Hat sie diesbezüglich schon jemals Hilfe in Anspruch genommen? Die Not Ihrer Frau scheint mir zu gross, als dass Sie diese selbst auffangen können. Ausserdem geraten Sie auch zunehmend in Not. Wenn es möglich ist, Ihre Frau zu motivieren, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen (ärztlich und psychotherapeutisch): umso besser, wenn nicht, dürfen Sie sich auch Unterstützung für sich holen. Auf einer Suchtberatungsstelle bekommen Sie womöglich am schnellsten einen Termin. Dort ist man mit den Schwierigkeiten von Angehörigen bestens vertraut und kann Ihnen weitere Möglichkeiten aufzeigen, Hilfe zu bekommen.
Jamira, welche hier geantwortet hat, schreibt von ihrer Trennung, nachdem sie lange versucht hat, ihren Partner zu unterstützen. Das kann in manchen Fällen eine Lösung sein, oft lohnt es sich, zuerst extern Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ich wünsche sowohl Ihnen, als auch Jamira von Herzen alles Gute. Sie dürfen sich gerne auch nochmals melden.

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