meine ersten schritte

Adra • vor 2 Wochen

Hallo zusammen. Ich habe lange überlegt ob ich mich zu meinem Problem äusser und mir andere Meinungen holen aber ich denke es könnte mir helfen.
Kurz zu mir ich bin Mitte 30 und lebe mit einer Tochter und meinem Mann seit fast 7 Jahren zusammen.  Ich habe in meiner Kindheit die alkoholsucht meines Vaters miterleben müssen und auch fühlen müssen. Demnach reagiere ich sehr sensibel auf dieses Thema. Ich selber trinke fast gar nicht. Allerdings sitze ich in der Situation das mein Mann regelmässig in meinem Augen trinkt. Er trinkt mal jeden Tag  1 bis zwei Bier oder auch mal mehr oder auch mal wenn wir uns deswegen gestritten haben mehrere Tage nicht. Wenn wieder Ruhe eingekehrt ist reisst es wieder ein und es wird wieder fast täglich getrunken. Am Wochenende meist auch mehr bis zum kompletten Absturz wo er ins Bett muss. Er sagt er hat kein Problem er würde ja funktionieren er geht arbeiten er hilft im Haushalt
Für ihn sei das normal so wäre er eben. Er  macht es meist so wie er sagt um runter zu kommen wenn er viel Stress auf der Arbeit hat oder auch privat familiär bedingt. Um den Kopf aus zu bekommen. Oft heisst es ich bin mit Schuld weil ich nicht für ihn da bin weil ich mich bezüglich der körpernahe zurück ziehe und ihn nicht immer in den arm nehme oder tröste und da bin… Er sagt er hat schon geändert ja es war früher noch schlimmer er hat es etwas reduziert aber ich fühle mich langsam als eine Person die das ganze über dramatisiert und es schlimmer sieht als es ist. Das es vielleicht doch normal ist in der woche hier und da zu trinken und am Wochenende. Ich habe wirklich Schwierigkeiten klar zu denken und zu unterscheiden denn für mich als eine Person die nicht viel trinkt ist es nicht normal. Ich fühle mich oft schuldig und denke nach dem wir gestritten haben ob er recht hat ob es besser wird wenn ich mehr Nähe zulasse. Anders rum sage ich mir wieder war Um soll ich das machen denn auch er nimmt keine Rücksicht auf meine Wünsche wenigstens in der woche nicht zu trinken… Ich habe oft gedroht mich zu trennen weil mir nichts anderes mehr einfällt machen tue ich es aber nicht. Mein Mann hat viel erlebt in seinem Leben was ihm auch zugesetzt hat durchaus. Aber ist das eine Entschuldigung dafür? Verlange ich zu viel? Oder sehe es zu eng es sind tausend Fragen und ich hoffe hier auf Meinungen und Hilfe die mir helfen wieder klar denken zu können. Danke schön 
 
LG 

1 Antworten
Mike Berater/in antwortete vor 2 Wochen

Hallo Adra

schön, dass du dich entschlossen hast dich hier zu melden. Ja, die Frage, was denn „normal“ in bezug auf Alkoholkonsum ist taucht immer wieder auf und ist auch gar nicht so einfach zu beantworten. Jede/r hat da so seine eigene Definition (bzw. Rechtfertigung) und die sieht je nach persönlicher Geschichte, eigenen Erfahrungen und Umfeld immer ein wenig anders aus.

Wenn man es vom gesundheitlichen Standpunkt aus betrachtet, so gelten folgende Regeln:
Risikoarmer Alkoholkonsum liegt für Frauen bei einem bis zu maximal zwei Standardgläsern Alkohol pro Tag. Für Männer sind bis zu maximal drei Standardgläser am Tag im risikoarmen Bereich.1 Standardglas bedeutet hier 1 Stange Bier oder 1 Glas Wein (1dl) oder 3cl Schnaps.
An mindestens zwei Tagen in der Woche sollte kein Alkohol konsumiert werden, um einer Suchtentstehung vorzubeugen und dem Körper Zeit zu geben, sich zu erholen.
Wenn ich mir die Gesellschaft so anschaue, dann gelten dort aber häufig ganz andere Mengen und ein viel höherer Konsum wird noch als „normal“ angeschaut.
Ich kann „normal“ aber auch anders definieren und sagen, das Ziel ist ein Konsum, der mir und anderen keinen Schaden zufügt. Hier geht es dann nicht mehr um Mengen, sondern um die Auswirkungen, welche der Alkoholkosnum hat. Anders gesagt, jeglicher Konsum, der mir oder anderen nicht schadet ist „normal“.

Es ist nicht abzustreiten, dass du für das Thema sehr sensibilisiert bist – es wäre ja auch nicht gesund, wenn es anders wäre! – aber ein regelmässiger Absturz am Wochenende ist nicht normal. Dass er dennoch „funktioniert“ ist ja keine Erlaubnis/Begründung/Rechtfertigung für seinen Konsum. Ich möchte noch auf einen wichtigen Punkt eingehen, nämlich die Verantwortung. Du bist sicherlich nicht schuld  an seinem Konsum! Er entscheidet immer noch selber wie er mit Stress, Ärger, Zurückweisung, Frust etc. usw. umgeht. Wenn er meint er könne das durch Alkoholkosnum (besser) bewältigen, dann ist das einzig und allein seine Entscheidung und sicherlich nicht deine Schuld!

Ich hoffe, dass es möglich ist, dass ihr euch zusammen setzt (evtl. mit einer Fachperson) und über den Stellenwert von Alkohol in seinem Leben und in eurem Familienleben austauschen könnt. Hoffentlich findet ihr einen Kompromiss und erreicht so, dass sein Konsum weder ihm noch anderen (Familie, Paarbeziehung) schadet.

Ich hoffe, dass ich dir ein paar deiner „tausend Fragen“ beantworten konnte und du ein wenig klarer siehst. Du kannst dich auch gerne wieder hier melden.

Liebe Grüsse
MIke

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