Meine Mutter hat ein Problem

Nadine asked 5 Monaten ago

Hallo,

ich (30) brauche Hilfe, bzw. einen Rat. Meine Mutter (52) ist meines Erachtens Alkoholkrank und das schon seit vielen Jahren. Wie lange kann ich gar nicht mehr genau sagen. Ich denke aber, dass dies alles mit der Pflege von meinen Großeltern angefangen hat. Meine Großeltern haben mit im Haus gewohnt und meine Oma war seit dem ich ca. 12 Jahre war an Demenz erkrankt. Wir wohnten alle in einem Haus – meine Großeltern im EG und meine Eltern, meine Brüder und ich im 1. Stock. 2011 war die Demenz schon sehr weit fortgeschritten, dass ich damals meiner Mutter bei der Pflege geholfen habe. Wir haben sie gebadet, gewaschen, gefüttert usw. 2010 ist mein Opa an Speißenröhrenkrebs erkrankt. Meine Oma kam im August 2011 für 2 Wochen in die Kurzzeitpflege. Dies haben wir schon immer über die Jahre so gemacht, damit wir in den Urlaub fahren konnten. Leider ist meine Oma in dieser Zeit verstorben. Mein Opa ein Monat später, im September 2011. Meine Mutter trinkt teilweiße heimlich im Keller, aber auch steht ab mittags immer eine offene Bierflasche in der Küche. Ich weiß nicht wie viel sie trinkt, aber in unserem Beisein sind es sicherlich 3 – 4 Flaschen + die heimlichen im Keller. Wir – mein Vater und meine Brüder – haben meine Mutter bisher noch nie darauf angesprochen. Ich selbst trinke kaum Alkohol, Ausnahmen Geburtstag oder Silvester. Aber für mich selbst merke ich, wie sehr es mich belastet. Oft wenn wir am Abend reden, ich wohne noch immer im Elternhaus, aber in einer eigenen Wohnung, bin ich genervt von ihr bzw. ekel ich mich vor ihr wenn ich den Alkohol rieche. Dann fühl ich mich wieder noch schlechter, dass ich so darüber denke. In letzter Zeit habe ich immer mehr denk Gedanken, dass es so nicht weiter geht. Es mir selber damit nicht gut geht, es mich fertig macht diese Situation.
Wie kann ich ihr am besten helfen?
Liebe Grüße
Nadine

Kathrin Mitarbeiter antwortete vor 5 Monaten

Liebe Nadine, vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte entschuldigen Sie, dass Sie erst jetzt eine Antwort erhalten, wir sind ein kleines Team und manchmal kommt es zu Engpässen. Wenn ich die Geschichte von Ihren Grosseltern lese, kann ich mir vorstellen, dass sich bei Ihrer Mutter einiges angestaut hat. Die Pflege von betagten Eltern kann sehr anstrengend und belastend sein. Wenn dann so etwas passiert wie der plötzliche Tod Ihrer Grossmutter, während die Familie in den Ferien ist, kann das auch zu Gewissensbissen und Schuldgefühlen führen. Vielleicht hat Ihre Mutter das nie richtig verarbeitet und betäubt diese Gefühle immer wieder mit Alkohol. Unterdessen hat die Sucht auch unabhängig davon eine Eigendynamik entwickelt.
Wir empfehlen Angehörigen jeweils, das Gespräch zu suchen. Nicht im Sinne von Vorwürfen, sondern indem Sie ihrer Mutter mitteilen, was Sie beobachten. Drei bis vier Flaschen Bier pro Tag sind schon deutlich zu viel, und dass Sie das heimliche Trinken im Keller mitbekommen haben, dürfen Sie auch offen sagen. Schlussendlich geht es nicht darum, Ihre Mutter zu entlarven oder zu konfrontieren, sondern Ihr zu sagen, wie sehr sie sich sorgen und wie sie das belastet. Für viele Betroffene ist es ein wichtiger, erster Schritt zur Selbsterkenntnis, wenn sie von Ihrem Umfeld eine Rückmeldung zu ihrem Trinkverhalten bekommen. Trotzdem streiten sie ihren problematischen Konsum oft ab oder verharmlosen ihn. Das hat sehr viel damit zu tun, dass sich Betroffene schämen. Zögern Sie nicht, ihre Mutter darauf hinzuweisen, dass es Hilfe gibt, beispielsweise auf einer Suchtberatungsstelle. Wenn sie davon gar nichts wissen will, dürfen Sie auch als Angehörige Hilfe in Anspruch nehmen und sich beraten lassen. Sie schreiben, dass diese Situation Sie fertig macht. Da dürfen Sie sich auch unterstützen lassen. Sie dürfen sich gerne nochmals melden, wenn Sie weitere Fragen haben. Unterdessen wünsche ich Ihnen alles Gute! Kathrin

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