partner trinkt regelmässig und viel

Anonym fragte vor 3 Jahren

Was kann ich tun (oder besser nicht tun)?
Ich schätze meinen Partner und gönne ihm jede Freude von Herzen. Nur mit seinem Alkoholkonsum habe ich Mühe. Seit ein paar Jahren trinkt er fast täglich, mal zur Entspannung, mal nach dem Sport als Belohnung, mal weils grad schwierig ist, mal weil’s was zu feiern gibt etc. so gibts täglich einen Grund für die 1 bis 2 Liter Bier oder die halbe bis ganze Flasche Wein am Abend.
Wenn ich das Thema anspreche, dass ich mir Sorgen mache, werde ich als Nörglerin und spiessige Schweizerin betitelt. Und er meint, er könnte, wenn er denn wollte, auch ohne Alkohol. Aber er sieht keinen Grund dafür. Ich will ihn ja nicht nerven, aber wie bringe ich es richtig rüber? Ich merke schon, wie ich beim Einkaufen nun bewusst sicher keine Flasche Wein mehr kaufe,in der Hoffnung, er trinkt dann weniger. Aber oft holt er sich seine abendliche Ration. Da wir nun unser 1. Kind erwarten, macht mir dieses Thema besonders zu schaffen.

Antjeantwortete vor 3 Jahren

Hallo
ja, es gibt immer einen Grund zum Trinken (wenn man es möchte)…Allerdings ist das Risiko für jemanden, der tagtäglich Alkohol konsumiert relativ gross, immer mehr zu brauchen, um die gewünschte Wirkung zu erhalten und damit auch gross, vom Alkohol abhängig zu werden (z.B. nicht mehr anders entspannen und abschalten oder sich belohnen zu können). So wie Du die Situation beschreibst, scheint aber Dein Mann in seinem Konsum (noch) kein Problem zu sehen, aber Dich stört es. Wenn Du ihn mit Deiner Sicht konfrontierst streitet er es ab und Du fühlst Dich wahrscheinlich zunehmend hilflos. Ich möchte Dir ein paar Punkte nennen, die ich für Dich wichtig finde:
– Du kannst das Trinkverhalten Deines Mannes nicht verändern oder kontrollieren. Eine Veränderung bzgl. seines Alkoholkonsums kann nur Dein Mann selbst einleiten und das muss er wollen. Zu diesem Schritt muss er sich selbst entscheiden.
– was Du machen kannst ist, auf Dich selbst zu achten: Deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und Dir selbst (und nun auch Deinem Kind in Dir) Sorge zu tragen. Wenn Du merkst, wie stark der Alkohol schon Dein Denken, Verhalten und Wohlbefinden beeinflusst, bzw. beeinträchtigt, wird es umso notwendiger, wieder den Blick mehr auf Dich zu richten: auf Deine Interessen, Freunde…auf das was Dir gut tut!
– Ich finde es nach wie vor richtig, dass Du Deinem Mann sagst, wie Du Dich fühlst, was Dich belastet und Dir Sorgen macht, was Du beobachtest und Dir auffällt… Versuche mit ihm in ein Gespräch, bzw. in einen Dialog zu kommen. Du kannst ihn z.B. auch fragen, wie er die Situation sieht (Tipp: mit ihm darüber sprechen, wenn er nüchtern ist, also nicht wenn er schon etwas getrunken hat!)
– Wenn Dir dieses Problem immer mehr zu schaffen macht: hole Dir Hilfe und Unterstützung. Gespräche in einer Beratungsstelle könnten Dich entlasten und Dir Möglichkeiten aufzeigen, wie Du weiterhin mit der Situation umgehen sollst. Ich finde es jetzt besonders wichtig, dass Du nicht allein damit bist, da du bald ein Kind erwartest. Nehme Deine Gefühle, auch Deine Ängste da sehr ernst. Du kannst Dich auch gerne und jederzeit hier wieder melden. Ich hoffe, dass ich Dir fürs erste weiterhelfen konnte, aber es ist sicherlich ein längerer Weg. Alles, alles Gute!

Mariaantwortete vor 3 Jahren

Vielen liebe Dank für Ihre ausführlichebund einfühlsame Antwort. Ich werde es gerne mit Ihren Tipps versuchen. Insbesondere die Vorstellung loslassen ich könnte ihn verändern. Ich weiss theoretisch sehr gut, dass das nicht geht und möchte es auch nicht, wenn ich aber ehrlich bin, habe ich solche Gedanken und Tendenzen vezüglich Alkoholkonsum entdeckt, da ich nicht weiter wusste. Nun sehe ich für mich und im Umgang damit wieder ein paar Handlungsmöglichkeiten – Danke!

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