Pflegeheim für alkoholkranke Rentner

Anonym • vor 2 Jahren

Der Vater meines Partners, 69 jährig, ist seit Jahren alkoholkrank. Diverse Entzüge und Therapien brachten jeweils nur kurzfristige Erfolge. Nun verhält es sich so, dass er sich mit seiner Krankheit abgefunden hat und nicht mehr dagegen anzukämpfen vermag. Nach und nach verschlechtert sich sein Gesundheitszustand (Wassereinlagerungen, fehlende Kontrolle über Stuhlgang und Urin, Blackouts…), er verwahrlost zusehends. Seine Angehörigen sind nicht mehr in der Lage, ihm die nötige Pflege und Unterstützung zukommen zu lassen. Er selber scheint nicht mehr in der Lage zu sein, ein eigenständiges Leben in seiner Wohnung zu führen. Zeitweise zeigt er diesbezüglich Einsicht und den Willen, in eine betreute Wohn- und Pflegeeinrichtung einzutreten.
Wie kann man in einem solchen Falle vorgehen? An welche Fachstelle kann man sich in Bezug auf eine solche „Heimplatzierung“ wenden? Gibt es Einrichtungen, die ältere, alkoholkranke Menschen aufnehmen, ohne den Auftrag einer effektiven Suchtbehandlung zu haben?

Michael (Berater) antwortete vor 2 Jahren

Guten Tag

Vielen Dank, dass Du Dich hier meldest. Unterstützung und Hilfe hat seine Grenzen, insbesondere, wenn die betroffene Person nicht mehr mitmachen mag oder kann. Dass der Vater Deines Partners zeitweise einsichtig ist bezüglich einer veränderten Wohnform, erachte ich als sehr positiv und gar nicht selbstverständlich. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Wechsel in ein Pflegeheim für ihn eine Entlastung darstellen könnte (selbst einen Haushalt führen zu müssen, vielleicht schlechtes Gewissen oder Schamgefühle, da er seine Angehörigen mit seiner Situation belastet, etc.).

Es gibt die Möglichkeit, via Internet die kantonale Pflegeheimliste zu prüfen oder ihr wendet euch an die Gemeinde (Soziale Dienste) oder an eine regionale Pro Senectute Stelle. Allenfalls seid ihr ja froh um eine Begleitung. Bei der Auswahl spielen natürlich die Verfügbarkeit, der Pflegebedarf, die Stärke der Alkoholsucht, der Ort und die Finanzierung eine Rolle. Spezialisierte Einrichtungen gibt es meines Wissens nur ganz wenige.

Falls der Vater Deines Partners sich mit seiner Situation weiter selbst gefährdet und nicht bereit ist, etwas zu unternehmen/verändern und/oder ihr mit der Begleitung überfordert seid, gibt es auch die Möglichkeit, bei der Gemeinde für eine freiwillige Beistandschaft anzufragen oder eine Gefährdungsmeldung zu machen.
Was mir zudem noch gerade in den Sinn kommt, ist die Möglichkeit einer Spitex Betreuung, doch vielleicht hat er diese ja bereits?

Jedenfalls wünsche ich Euch, dass ihr mit ihm zusammen eine gute Wohnlösung findet und wünsche Euch fürs neue Jahr alles Gute.

Michael

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