Psychische Entzugserscheinungen

Liv asked 5 Monaten ago

Hallo
Ich habe bis vor gut einer Woche fast abendlich eine bis eineinhalb Flaschen Wein getrunken. Als es damit begann, dass ich auf den von mir so geliebten Sport verzichtete nach der Arbeit, damit ich mehr Zeit hatte um zu trinken, bin ich aufgewacht…
Letzten Sonntag habe ich zum letzten Mal getrunken, seit Donnerstag geht es mir psychisch vorallem abends richtig schlecht…Ich vertrage kaum Nähe, gestern hab ich deswegen meinem Freund abgesagt, hinterfrage meine Gefühle für ihn, bin extrem empfindlich, innerlich unruhig&etwas agressiv schon fast…Ich versueche es bestmöglich zu unterdrücken da ich mit meinen 3 Kindern zusammenlebe (21, 18, 15), ist aber schwierig…
Gestern wurde es so arg, dass ich zwei Bier und 2dl Prosecco getrunken habe…Schlimm aber wahr: danach ging es mir deutlich besser…
Ich war bereits in Therapie wegen Depressionen, nehme täglich 20mg cipralex ein…Damit bin ich eigentlich stabil&lebensfroh unterwegs…Seit letztem Sonntag fühlt es sich jedoch an wie die Zeit vor cipralex…
Können Sie mir sagen wie lange dieser psychische Entzugsstress andauern kann? Denken Sie auch, dass das psychische Tief  vom Weglassen des Alkohols kommt?
Lieben Dank für Ihre Antwort:)

Kathrin Mitarbeiter antwortete vor 4 Monaten

Hallo Liv, danke für Ihre Anfrage. Dass Sie während eines Entzugs emotional in ein Tief geraten kann sehr gut sein. Schlussendlich wirkt der Alkohol direkt auf die Emotionen (im sogenannten Belohnungssystem) und kann (zumindest für eine gewisse Zeit) eine gewisse Erleichterung verschaffen. Der körperliche Entzug kann – je nach schwere der Abhängigkeit – in ein paar Tagen überstanden sein, die psychische Umstellung kann jedoch länger dauern. Ich kann Ihnen dazu keine konkreten Angaben machen, da dies von Mensch zu Mensch sehr verschieden ist und auch von verschiedenen Faktoren abhängt. Sie schreiben, dass Sie zurzeit sehr dünnhäutig sind. Mir scheint es wichtig, dass Sie dies ihrem Umfeld, d.h. vor allem ihrem Partner und ihren Kindern kommunizieren. Auch damit diese wissen, warum Sie das Bedürfnis haben, sich zurück zu ziehen. Dieses Bedürfnis ist legitim, und es ist ganz wichtig, dass Sie da gut zu sich schauen. Da Cipralex mit dem Alkohol eine Wechselwirkung haben kann, kann es sein, dass es eine Weile geht, bis es wieder wirkt, oder dass die Dosierung geändert werden muss. Am besten besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Wenn Sie merken, der Zustand dauert an, empfehle ich Ihnen, sich Hilfe zu suchen. Als erste Anlaufstelle würde ich Ihnen eine Suchtberatungsstelle empfehlen. Dort kann man Sie unterstützen,Strategien zu erarbeiten, wie Sie mit dieser Situation am besten fertig werden. Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft beim Durchhalten. Sie dürfen sich auch gerne nochmals melden. Alles Gute!

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