Quartalstrinker?

Anonym fragte vor 2 Jahren

Guten Tag
Seit gut 15 Jahren betrinke ich mich regelmässig, zeitweise auch sehr heftig. Dann kann es auch mal schon am Morgen anfangen und zwei, drei Tage andauern. Danach bin ich dann meist völlig ko und brauche einige Tage um wieder fit zu werden. In dieser Zeit leide ich sehr und trinke keinen Alkohol. Nach ca. einer Woche abstinenz fühle ich mich dann wieder wunderbar. Und genau jetzt fange ich wieder an zu trinken. Warum weiss ich selber nicht. Schon soooo oft habe ich mir geschworen, nicht wieder anzufangen. Aber sobald es mir wieder gut geht, sind all diese Gedanken und Zweifel verflogen und ich denke mir, so schlimm kann es doch nicht sein…..Wenn es mir schlecht geht oder ich Probleme habe, trinke ich nie. Kennen Sie auch andere solche „eigenartigen Fälle“? Oder stimmt mit mir sonstwas nicht? Besten Dank für Ihre Antwort

Antje (Beraterin) antwortete vor 2 Jahren

Hallo
Schön, dass Sie sich hier gemeldet haben und Ihren Alkoholkonsum hinterfragen wollen. Was Ihnen selbst auffällt: wenn Sie einmal angefangen haben zu trinken, dann können Sie es nicht mehr so leicht stoppen und der Konsum zieht sich über ein paar Tage hinweg. Sie trinken weiter, obwohl Sie wissen, dass es Ihnen danach ziemlich schlecht gehen wird. In dieser Zeit vernachlässigen Sie sicher auch andere Interessen, evtl. sogar die Arbeit etc.
Diese „typischen“ Anzeichen können auf eine Abhängigkeit hinweisen, auch wenn Sie jetzt z.B. nicht jeden Tag trinken müssen. Auf jeden Fall sollten Sie dieses problematische Konsummuster ernst nehmen. Ich glaube, dass die Frage: „Warum fange ich wieder an zu trinken, warum trinke ich überhaupt Alkohol?“ ziemlich zentral ist, um einen Weg aus diesem Muster zu finden. Sie trinken anscheinend nicht, wenn Sie Probleme haben oder sich schlecht fühlen. Aber vielleicht um zu entspannen, um eine gute Stimmung noch mehr zu verstärken, um sich zu belohnen, wegen des Geschmackes…Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie einmal für sich auflisten, welche Vor- und Nachteile der Alkohol für Sie hat. Was bringt er Ihnen, was löst er an positiven Gefühlen in Ihnen aus und was sind auch die Nachteile. Die negativen Folgen sind meistens etwas langfristiger, die positiven kurzfristig. So bekommen Sie vielleicht eine Annäherung an eine Antwort auf die Frage des „Warums“. Ich würde Ihnen auch empfehlen, wenn möglich, in eine Beratungsstelle zu gehen. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit einer Beratungsperson kann spannend sein und Ihnen neue Erkenntnisse über sich selbst bringen…
Alles Gute!

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