rueckfall-mutter

Anonym asked 3 Monaten ago

Hallo,  Meine Mama ist seit 2,5 Jahren trocken (war ca. 3 jahre abhängig) und ich glaube, dass sie wieder trinkt… Ich kann nicht sagen wie lange und bin mir auch nicht zu 100% sicher…  Ich habe vor 2 Wochen in ihrem Schrank (wohne nicht mehr zu Hause) 3 Flaschen Wein gefunden. Habe die dann drauf angesprochen und ihr versucht zu erklären, dass ein Rückfall nichts schlimmes ist und wir das gemeinsam hinbekommen können und das sie mir mir darüber reden kann. Sie hat gemeint, dass das nicht ihr Alkohol sei, sondern, dass den ihr Freund, der nichts von dem Alkoholproblem weiß, mitgebracht hätte…  Ich war da schon etwas skeptisch, wusste allerdings nicht, was ich ihr sonst noch sagen kann und wollte ihr auch nicht das Gefühl geben, dass ich ihr nicht  vertraue.  Jetzt hat meine Schwester, die auch nicht mehr zu Hause wohnt, wieder eine Flasche gefunden. Wir wissen nicht, wie wir ihr helfen können.. Das letzte mal hat ihr Bruder sie betrunken gefunden und sie direkt ins Krankenhaus gefahren. Sie hat sich dann dafür entschieden, eine ambulante Therapie zu machen und hat diese nach einem Jahr auch verlängert. In dieser Zeit musste sie auch urinproben abgeben, um die mpu zu bestehen.  Jedes zureden hat damals nicht funktioniert.  Ihr Bruder ist nicht sehr einfühlsam, weshalb ich es für meine gute Idee halte, mit ihm zu sprechen. Ich will nicht wieder nur zuschauen und warten, bis sie wieder ganz in der sucht ist, da ich ja auch nicht weiß, wie viel und wann sie trinkt…  Ich bin dankbar über jede Hilfe!

1 Answers
Antje Mitarbeiter answered 2 Monaten ago

Hallo
Schön, dass Sie sich hier gemeldet haben. Sie machen sich Sorgen um Ihre Mutter und wissen nicht genau, ob sie einen Rückfall hat. Da ist einerseits die Unsicherheit, ob sie überhaupt getrunken hat. Andererseits die Frage, wenn es stimmt, wie sie dann damit umgehen sollen. Ich finde es schon mal sehr schön, wie sie reagiert haben. Sie haben sie darauf angesprochen und versucht ihr zu erklären, dass ein Rückfall nichts Schlimmes ist. In der Wahrnehmung Ihrer Mutter ist /wäre aber ein Rückfall vermutlich sehr beschämend. Sie könnte das Gefühl haben, versagt zu haben und deswegen starke Schuldgefühle bekommen. Aus Scham besteht die Gefahr, dass sie sich zurück zieht, den Vorfall abstreitet und dann sogar den Konsum steigert, um sich von diesen schlechten Gefühlen zu entlasten. Sie können Ihre Mutter fragen, wie sie die Situation einschätzt und wie sie es angehen möchte (mit dem Rückfall oder mit dem Verdacht umzugehen). Sie könnten ihr den Vorschlag machen, egal ob sie getrunken hat oder nicht, sich nochmals an die ambulante Stelle zu wenden, die ihr schon einmal geholfen hat. Sie können jedoch nicht anstelle ihrer Mutter handeln. Sie sollte selbst entscheiden, was zu tun ist und es liegt in ihrer Verantwortung wie sie mit dem Rückfall, bzw. mit dem Verdacht umgehen will. Mit einer Fachperson könnte Ihre Mutter das Szenario eines „möglichen“ Rückfalls durchgehen: weshalb könnte es zu einem Rückfall kommen, wie möchte sie mit der Situation dann umgehen, ohne zum Alkohol zu greifen… Ein Rückfall ist (leider) oft Teil des Weges aus einer Suchterkrankung. Wichtig ist, dass Ihre Mutter herausfindet, warum es zu dem Rückfall gekommen ist, bzw. warum der Verdacht eines Rückfalls entstanden ist. Dadurch kann sie sich für die Zukunft wappnen. Es könnte für sie die Chance sein, sich wieder intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Vielleicht ist sie ein wenig „unvorsichtig“ geworden und hat gemeint, sie könne wieder ab und zu ein Glas Wein trinken. Dann wäre es auch gut, dies unter Begleitung einer Fachperson zu tun. Es würde sich die Frage stellen, warum sie jetzt, nach 3 Jahren Abstinenz wieder trinken möchte!? Sie können auch mit Ihrer Mutter gemeinsam besprechen, wie sie in dem Fall eines Rückfalls vorgehen sollen, was sie voneinander erwarten, wo und wie Sie Unterstützung holen würden. Sie könnten mit ihr zusammen eine Art „Notfallplan“ erstellen. Für Ihre Schwester und für Sie ist es ausserdem wichtig, dass Sie für sich selbst gut schauen und Sorge tragen. Sie sollten Ihr Befinden nicht davon abhängig machen, was mit Ihrer Mutter geschieht. Ein Austausch in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige kann sehr hilfreich sein. Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas weiterhelfen konnte und wünsche Ihnen und Ihrer Familie von Herzen alles Gute.

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