schwer kranker Alkoholsüchtiger

Vanessa Seel asked 2 Monaten ago

Guten Tag,
in diesem Beitrag geht es um meinen Vater (39). Er ist schwer alkoholkrank, meines Erachtens nach sogar tödlich. Er hatte aufgrund der Folgen der Sucht mehrere Krankenhaus Aufenthalte: er hatte bereits ein komplettes Organversagen, woraufhin er reanimiert werden musste. 2 mal lag er im künstlichen Koma, die anderen Aufenthalte dienten zur Entgiftung. Beim letzten Krankenhaus Aufenthalt kam folgende Diagnose:
alkoholinduzierte akute Pankreatitis
Reanimation bei respiratorischer Insuffizienz und Laktatazidose
Critical- Illness-Polyneuropathie
Delir
akutes Nierenversagen
Nachweis einer Kolitis des Colon ascendens sowie allenfalls Pankreaskopfpankreatitis
Das hielt die Ärzte nicht davon ab, ihn wieder zu entlassen, genauso wenig wie es meinen Vater davon abhielt, weiter zu trinken. Er ist scheinbar ein sogenannter Phasen-Trinker. Sprich: einen gewissen Zeitraum geht er normal arbeiten, trinkt absolut keinen Alkohol bis dann der Punkt kommt wie jetzt, dass er wieder trinkt. Nun ist die Situation so, dass er heute den 11. Tag ununterbrochen trinkt (Vodka). Er nimmt absolut keine Nahrung zu sich. Er liegt im Bett und, so traurig es auch klingen mag, sieht so gut wie tot aus. Er ist mittlerweile total abgemagert. Er schafft es gerade so einige Wörter von sich zu geben, beispielsweise, wenn er mich darum bittet, ihm Wasser zu bringen. Er zeigt ein vermindertes Reaktionsvermögen. Seine Sicht ist stark eingeschränkt, manchmal kommt es mir vor, als würde er gar nichts sehen, doch er sagt nichts dazu. Beispielsweise habe ich sein Telefon neben ihn aufs Bett gelegt, er hat eine Kopfbewegung in die Richtung des Geräusches gemacht und versucht es mit den Händen zu ertasten und gefragt, wo ich es denn hingelegt habe. Dennoch bringt er die Kraft dazu auf, wenn er alleine zuhause ist, in den Laden gegenüber zu gehen um sich neuen Alkohol zu besorgen. Er schafft den Weg zur Toilette nicht mehr alleine, entweder aus Angst vor einem Sturz oder wegen seiner eingeschränkten Sicht.
Dieses Problem verfolgt nun meine Mutter, Schwester und mich bereits jahrelang. Ich weiß absolut nicht mehr weiter, da die Notärzte ihn bereits kennen wollen sie ihn oftmals gar nicht mehr mitnehmen ins Krankenhaus und sagen, er solle doch einfach nicht trinken. Es ist aber wirklich nicht so, dass wir jedes mal direkt zum Hörer greifen, wir tun es erst, wenn sein Zustand es wirklich erfordert. Ich habe bereits probiert mit Ihm zu reden, hab es sogar geschafft, dass er mit mir zu einer Suchttherapie gegangen ist, um dich dort anzumelden, eine Woche später hat er die Papiere weggeworfen gehabt. Es ist anscheinend einfach unmöglich das Problem zu lösen, in dem man mit ihm redet oder ähnliches.
Es ist kein normaler Fall, eher kompliziert. Ich weiß, dass das natürlich die Beantwortung erschwierigt aber ich hoffe dennoch auf eine Antwort. Auf Hilfe, Vorrangehensweise, wie ich diesen Teufelskreis beenden kann.

Kathrin Mitarbeiter antwortete vor 2 Monaten

Hallo Vanessa, der Zustand Ihres Vaters ist wirklich sehr besorgniserregend, und wie mir scheint, haben Sie schon alles getan, was Sie tun können um Ihrem Vater zu helfen. Die Reaktion der Notärzte scheint mir zusätzlich frustrierend und belastet: Ihr Vater kann offenbar nicht „einfach nicht trinken“, er ist schwerst süchtig.
Da Sie bereits mit ihm bei einer Suchttherapie reinschauen konnten und er dann später nichts mehr davon wissen wollte, kommt es mir so vor, als wolle er keine Hilfe annehmen. Was sagt er denn in seinen nüchternen Phasen dazu?
Pankreatitis ist wirklich sehr gefährlich – aber auch dies scheint ihn nicht davon abzuhalten, weiter zu trinken. Ich weiss nicht, wo Sie zu Hause sind – vom Schreiben her wohl eher in Deutschland – und da kenne ich mich zu wenig aus mit zivilrechtlichen Fragen. In der Schweiz könnten Sie eine Gefährdungsmeldung bei den Behörden machen und im besten Fall eine fürsorgerliche Unterbringung erwirken. In Deutschland müssten Sie sich erkundigen, ob es etwas ähnliches gibt, wenn jemand sein Leben derart gefährdet.
Was Sie auf jeden Fall tun können, ist für sich selbst Hilfe in Anspruch nehmen – dies gilt auch für Ihre Mutter und Ihre Schwester! Sie dürfen sich gerne von einer Fachperson einer Suchtberatungsstelle beraten lassen, wie Sie mit dieser schwierigen Situation einen Umgang finden können. Ihren Vater können Sie zu nichts zwingen, aber Sie können sich schützen und daran arbeiten, dass Ihr Leben gelingt.
Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen kein gutes Rezept geben kann, wie Sie Ihren Vater aus der gefährlichen Situation herausholen können, aber zum Schluss noch einmal: lassen Sie sich nicht in den Abgrund ziehen, sondern holen Sie Hilfe für sich! Sie dürfen sich auch gerne noch einmal hier melden!
Alles Gute

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