Tochter trinkt 2 Flaschen Wein jeden Abend

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Angelika fragte vor 2 Monaten

Unsere erwachsene Tochter (43) wohnt seit einigen Monaten bei uns bis sie eine eigene Wohnung hat. Wir sind sehr besorgt, weil sie jeden Abend Flaschen Wein trinkt. Wie können wir ihr am besten helfen, was sollten wir vermeiden? Es tut weh, zu sehen, wie sie sich kaputt macht. Meine Eltern waren beide Alkoholiker. Letzens hatte sie ein gesundheitliches Problem und ihr Tumormarker war erhöht. Soviel ich weiss, kann das auch von ihrer Leber kommen. Ich hatte gehofft, dass der Arzt merkt, dass sie ein Alkoholproblem hat, aber das scheint nicht der Fall zu sein.
Bin für jeden Ratschlag dankbar!

1 Antworten
Kathrin Mitarbeiter antwortete vor 2 Monaten

Guten Tag Angelika
Danke für Ihre Anfrage. Ich kann Ihre Besorgnis sehr gut verstehen. Zwei Flaschen Wein täglich sind in der Tat viel. Ich weiss nicht, was Sie schon probiert haben, um Ihrer Tochter zu helfen. Ich rate Angehörigen jeweils, das Gespräch mit der betroffenen Person zu suchen, und zwar, wenn sie nüchtern ist. Wenn im Gespräch selber Alkohol im Spiel ist, kommt es meistens nicht gut heraus. Wichtig ist, seine Sorgen zu äussern, seine Beobachtungen mitzuteilen (wie man überhaupt darauf kommt, dass da ein Alkoholproblem ist) und aufzuzeigen, dass es Hilfsangebote gibt, wie z.B. Suchtberatungsstellen. Zu beachten ist, dass viele Betroffene lange Mühe haben, sich selber, geschweige denn jemand anderem das Problem mit dem Alkohol einzugestehen. Da Alkohol in unserer Gesellschaft sehr verbreitet ist, bietet es sich geradezu an, auch einen zu hohen oder bereits schon süchtigen Konsum zu verharmlosen. Hinzu kommt bei den meisten Betroffenen eine grosse Scham darüber, dass sie es nicht mehr im Griff haben. Wenn sie zu sehr konfrontiert werden, gehen sie oft in die Defensive. Deshalb ist es wichtig, keine Vorwürfe zu machen, aber geduldig dran zu bleiben.
Diese und weitere Punkte können Sie in der Broschüre für Angehörige von Sucht Schweiz noch etwas vertiefen, Sie können Sie gratis herunterladen. Hier der Link: https://shop.addictionsuisse.ch/de/alkohol/188-alkoholabhangigkeit-auch-nahestehende-sind-betroffen.html
Übrigens: Suchtberatungsstellen beraten telefonisch oder im persönlichen Gespräch auch Angehörige. Oft nehmen Angehörige gerne für eine gewisse Zeit Unterstützung und Begleitung für diese schwierige Situation in Anspruch. Die Beratungsstellen des Blauen Kreuzes finden Sie auf dieser Website. Falls es in Ihrer Nähe keine gibt, helfen wir Ihnen auch gerne, eine andere Fachstelle in Ihrer Nähe zu finden.
Ich hoffe, dass Ihnen diese Hinweise für den Umgang mit Ihrer Tochter dienlich sind. Sonst dürfen Sie sich gerne nochmals melden. Alles Gute!

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