trennung-von-quartalstrinker

Jamira asked 8 Monaten ago

Mein Freund und ich waren 7 Jahre zusammen. Er hatte kurz bevor wir zusammen kamen bereits 2 x seinen Fuehrerschein wegen Alkohol am Steuer verloren, Als wir zusammenkamen war er gerade in einer Abstinenzphase um seinen Fuehrerschein zurueck zu bekommen. Kaum hatte er den Fuehrerschein zurueck, fiel mir auf, dass er immer wieder Phasen hatte in denen er grosse Mengen Alhohol konsumierte, in seinem Freundeskreis war das ganz normal und sogar angesehen. Mir hat das nie gefallen, aber ich akzeptierte es. Sein Studium hat er nach einer Langzeitstudienphase leider ohne Abschluss abbrechen muessen. Danach kam ein Totalabsturz. 3 Mal wurde er betrunken ausgeraubt, einmal hatte er betrunken so einen schlimmen Sturz dass er wochenlang im Krankenhaus lag. Danach wollt er sich aendern. Doch kaum war er aus dem Krankenhaus raus ging er wieder \“feiern\“\“, zwar nicht ganz so exessiv wie sonst, aber trotzdem. Ich konnte ihn zumindest dazu bringe nicht mehr so viel Schnaps zu trinken wenn er ausgeht. Doch ausgerechnet auf seiner kurzdarauf folgenden Geburtstagsparty brach er dies und war sehr betrunken, fast nicht mehr ansprechbar. Immer wieder gab es Phasen in denen er nicht so viel oder gar nichts trank, in diesen Phasen war er der liebevollste Partner den ich mir vorstellen konnte. Endlich fand er auch einen festen Job, ich hatte grosse Hoffnng, dass er sich endlich aendern wuerde und seinen Alkoholkonsum etwas einschraenken wuerde. Unter der Woche trank er generell fast nie, dafuer am Wochenende umso mehr. In dem neuen Job lief es dann nicht so gut. Nebenbei machte er ein Fernstudium um einen Abschluss nachzuholen. Doch dafuer tat er nichts, ging kurz vor der Pruefungsphase wieder exessiv feiern und trinken, tagelang, es war zwar Karneval (komme aus Koeln) wo das ueblich ist, aber trotzdem. Ich wollte seit Jahren mit ihm zusammen ziehen aber er hatte mich immer wieder vertroestet. Am Ende sagte er mir dann auch, dass er nicht mit mir zusammen ziehen moechte, weil ich ihn dann ja noch mehr kontrollieren wollte und ihm seine Sauftouren vermiesen durch mein staendiges Beschweren darueber. So haben wir uns getrennt. Ich kenne die Antwort selbst, dass es so besser fuer mich ist. Ich habe immer zu ihm gehalten, ihn oft durch die Gegend gefahren, wenn er nach Saufeskapaden zu betrunken war um von A nach B zu kommen etc. Da er ja jedoch Quartalstrinker war, gab es ja immer wieder laengere Phasen in denen er nicht getrunken hat und die wunderschoen waren und von Liebe und Glueck erfuellt. Deswegen faellt mir die Trennung unglaublich schwer. Kann das vielleicht noch jemand hier verstehen? Aber ich Weiss, dass er sich niemals aendern wird und niemals einsehen wird, dass er ein Alkoholproblem hat. In seinem Freundeskreis koennte er ohne Alkohol nicht bestehen, schon dass alleine waere ein grosser Grund fuer ihn niemals damit aufzuehoeren.

Mike Mitarbeiter antwortete vor 8 Monaten

Hallo Jamira

vielen Dank für deinen offenen und ehrlichen Beitrag. Ich kann es sehr gut verstehen, dass dir die Trennung sehr schwer fällt. Ihr wart ziemlich lange zusammen und habt viele Hochs und Tiefs zusammen erlebt. Bei all den guten und schlechten Zeiten war aber auch Alkohol immer mit ein Thema und so habt ihr letztlich eine Art Dreiecksbeziehung geführt.
Ohne klaren Druck von aussen (Führerausweisentzug), konnte und wollte er nicht auf den Alkohol verzichten. So wie du seinen Alkoholkonsum beschreibst, ging es dabei ja nur ganz selten um Genuss, viel schneller und viel öfter ging und geht es um den exzessiven Rausch. Er hat weitergemacht, obwohl er sich damit offensichtlich geschadet hat, aus irgendeinem Grund ist ihm der Alkohol wichtiger als alles andere in seinem Leben.

Dass er sich nun von dir getrennt hat tut weh, ist aber letztlich eine Konsequenz seiner Prioritäten. So schade ich es finde, dass ihm de Alkohol wichtiger als seine Beziehung ist, so konsequent ist es von ihm. Wenn er dich letztlich nur als „Kontrollinstanz“ sieht, welche ihm seinen „Spass“ verdirbt, so ist das keine gesunde Basis für eine Beziehung.

Wie bereits gesagt, kann ich aber gut verstehen, dass dir die Trennung sehr schwer fällt. Er besteht ja nicht nur aus seinem Alkoholkonsum, sondern hat auch viele gute, spannende und gesunde Seiten, doch aktuell scheint ihm Alkohol am wichtigsten zu sein.

Ich mache dir Mut, dir „gute“ Menschen in deiner Umgebung zu suchen und die Trennung zu verarbeiten. Nimm dir genügend Zeit dafür und schau gut zu dir.

Liebe Grüsse
Mike

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