vater-trinkt-seit-jahren

Joli asked 3 Monaten ago

Meine Vater 74, trinkt seit ich denken kann. Nun ist meine Mutter an Demenz erkrankt und braucht Hilfe. Ich habe sie geduscht und wir kochen auch für unsere Eltern. Die Menüs werden dann eingetuppert, tiefgekühlt und vom Vater in der Mikrowelle aufgewärmt. Seit wir dies tun(6monate), isst Mamma mit gutem Appetit. Wir, mein Mann und ich, tun dies auf unsere Kosten. Da Mamma zunehmend Hilfe braucht, haben wir jetzt die spitex ins Boot geholt. Zuerst müssen wir aber das Haus putzen, seit Jahren wurde nicht mehr geputzt. Unsere Hilfe wurde abgelehnt. Nun hat sich die fürsorgebehörde bei mir gemeldet und ich durfte erfahren, dass Papa stinkt und unter ständigem Alkoholeinfluss Auto fährt. Der Hausarzt hat jedoch das Formular vom Strassenverkehrsamt ausgefüllt, erlaubt. Unsere Eltern wohnen abgelegen und vorallem Papa will sein Haus auf keinen Fall verlassen. Er würde sogar Mamma vergammeln lassen, heisst die Spitex soll nicht kommen. Ich ziehe das aber jetzt durch. Ich weiss echt nicht, wie mit dieser Situation umgehen. Mamma ist auf Betreuung angewiesen, Papa müsste man fallen lassen… 

1 Answers
Mike Mitarbeiter answered 3 Monaten ago

Hallo joli
 
vielen Dank für deinen Beitrag. Eine Demenzerkrankung stellt eine grosse Herausforderung für die Betroffene aber v.a. für das Umfeld dar. In einer solchen Situation zeigt sich dann auch ganz klar, was funktioniert und was nicht. In deiner Situation zeigt sich ganz deutlich, dass dein Vater nicht (mehr) in der Lage ist die Situation zu bewältigen. Dies wäre auch ohne Alkoholkonsum sehr schwierig und anspruchsvoll, aber mit seinem Konsum ist es quasi unmöglich. 
Dass er sich so gegen Hilfe von aussen wehrt, ist für mich ein Zeichen dafür, dass er merkt, wie seine Selbständigkeit immer kleiner wird und sie auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Dies wäre vielleicht auch eine Möglichkeit, um ihn für ein konstruktives Vorgehen zu gewinnen. Aktuell kann er noch (mit)entscheiden, wenn er sich aber weiterhin weigert – und z.B. auch an seinem Konsum nichts ändert – werden andere für ihn entscheiden. Will er das wirklich? Ich kann seine Sicht zwar teilweise nachvollziehen, aber sie entspricht einfach nicht (mehr) der Realität und das muss auch er lernen.
Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll all die (möglichen) Helfer und Mitspieler an einen Tisch zu bringen und ein gemeinsames Vorgehen zu besprechen. Hast du schon mit der Pro Senectute Kontakt aufgenommen? Diese könnte helfen verschiedene Möglichkeiten zu skizzieren und mögliche nächste Schritte zu planen, damit deine Mutter die Betreuung bekommt, welche sie braucht und verdient. 
Es wird wohl zu einschneidenden Veränderungen im Leben deiner Eltern kommen (müssen), die Frage ist, ob mit deinem Vater oder gegen seinen Willen (aber zu Wohle deiner Mutter). Für ihn würde sich eine Konsumreduktion auf jeden Fall lohnen, sonst wird er früher oder später seine Selbständigkeit sowieso verlieren. Hier kann ihn eine Fachstelle für Alkoholprobleme am Besten unterstützen.
 
Liebe Grüsse und viel Kraft
Mike 
 


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