Verdacht auf Alkoholabhängigkeit des Vaters (74 Jahre alt)

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Anonym • vor 3 Jahren

Guten Tag

Es geht um meinen Vater (74) und meine Mutter (66), deren Verhalten uns (meine Schwester und mich) immer mehr verunsichert. Sie kapseln sich immer mehr ab, gehen nur noch Einkaufen, laden niemanden mehr ein und wir hören nchts mehr von ihnen, es sei denn wir melden uns. Zum Glück sehe ich sie aber wöchentlich einmal, da sie einen Tag bei uns für die Kinder da sind. Das geht jetzt aber auch nicht mehr, da sie offensichtlch überfordert sind mit 3 Kindern, was ich aber vollkommen verstehen kann, da sie ja nicht mehr die jüngsten sind. Bei den wöchentlichen Besuchen ist mir und meinem Mann schon lange aufgefallen, dass wir ständig überall leere Bierflaschen finden…teilweise richtig versteckt. Dies hat uns ncht weiter beunruhigt, im Gegenteil ich habe meinem Vater immer gesagt er darf und soll sich im Keller bedienen. Meine Schwester war im November bei meinen Eltern zu einem Besuch in Spanien, da diese 2 Monate da verbrachten. Da hat sie festgestellt, dass ständig Brandyflaschen leer waren und Unmengen von Bierdosen. Auch sei mein Vater eines Abends ausgeflippt und hat ein volles Weinglas durch die Gegend geschmissen. Er war offensichtlich betrunken, kein Wunder wenn er dauernd trinkt und nichts mehr isst! Er ist ein zierlicher kleiner Mann und hat kein Gramm Fett an sich! Darauf sei Mutter in Tränen ausgebrochen war aber uneinsichtig, als meine Schwester sie auf das ganze Leergut ansprach. In letzter Zeit häufen sich auch Stürze und neulich musste er am Kopf an 2 Stellen genäht werden. Gestern als sie auf die Kinder aufpassten wollte ich es genau wissen und hab sämtlichen Alkhol im Haus kontrolliert und mit Strichen versehen. Tatsächlich fehlen mind. 3 Flaschen Bier, 1 dl Grappa, der Inhalt vom Flachmann und von der Amarettoflasche ebenfalls ein rechtes Stück. Kann es sein, dass er heimlich Alkohol mit Cola vermischt trinkt damit wir das nicht riechen? Wie soll ich weiter vorgehen? Er fährt in diesem Zustand Auto…teilweise sogar mit unseren Kindern! Ich denke, dass meine Mutter das Ganze versucht zu vertuschen und alles immer Schön redet! Was raten Sie? Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Antje antwortete vor 3 Jahren

Hallo
Ich finde es gut, dass Sie sich hier gemeldet haben und einen ersten Schritt hinaus aus dem „Versteckspiel“ wagen. Anscheinend ist das Thema „Alkohol“ noch nicht offen in der Familie angesprochen worden, aber es gibt Hinweise, Ahnungen und Verdachtsmomente, dass bei Ihrem Vater ein Alkoholproblem vorliegen könnte.
Es gibt spontan zwei Dinge, die ich Ihnen raten möchte:
Erstens: achten Sie darauf, dass Sie ihre Kinder nicht mehr Ihrem Vater anvertrauen, wenn er getrunken hat, schon gar nicht wenn er mit dem Auto unterwegs ist. Sagen Sie ihm das, z.B. so: „Wir möchten nicht mehr, dass Du angetrunken mit unseren Kindern Auto fährst. Wenn Du trinkst, wollen wir nicht, dass Du die Kinder betreust. Wenn Du nüchtern bist ist es kein Problem, dann freuen wir uns, wenn Du für sie da bist. Aber nicht wenn Du Alkohol getrunken hast. Das geht nicht.“
Es geht darum, eine klare Position zu beziehen, klare Fakten und Konsequenzen zu benennen.
Zweitens: Versuchen Sie, das Thema „Alkohol“ offen anzusprechen. Auch wenn es zunächst sehr schwer fällt, evtl. aus Angst vor Konflikten oder dass Ihr Vater ausflippen oder Ihre Mutter in Tränen ausbrechen könnte. Es geht nicht darum, ihm Vorwürfe zu machen oder gar in die Enge zu treiben, sondern ihm zu sagen, dass Sie sich Sorgen um ihn machen, dass Ihnen auffällt, dass er sehr viel trinkt, dass Sie den Eindruck haben, dass er Hilfe braucht. Vielleicht interessieren Sie sich auch für den Grund, warum er (heimlich) trinkt…Ich würde das Gespräch suchen, wenn er nüchtern ist, wenn eine entspannte Atmosphäre herrscht und nicht gerade unmittelbar eine akute Gefahr besteht, dass das Gespräch eskalieren könnte (dann lieber abbrechen und es ein anderes mal erneut versuchen). Wahrscheinlich wird er erst einmal alles abstreiten oder verharmlosen. Das ist normal. Dennoch sollten Sie trotzdem bei ihrer Meinung bleiben.
Vielleicht können Sie auch Ihre Schwester mit ins Boot holen und gemeinsam mit ihr das Gespräch mit dem Vater suchen.
Wenn Sie noch mehr Unterstützung brauchen, würde ich Ihnen raten, selbst einen Termin in einer Beratungsstelle abzumachen, wo sich auch Angehörige beraten lassen können (wie sie mit dem Problem umgehen sollen, was sie tun und was sie lieber lassen sollten). In einem Gespräch mit einer Fachperson kann man die ganze Situation ausführlicher anschauen und besprechen.
Sie dürfen sich selbstverständlich auch hier wieder melden.
Alles Gute.

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