Verkehrsmedizinische Untersuchung

Alessandro fragte vor 3 Wochen

Liebes Forum
Ich wurde mit 2,4 Promille am Steuer auffällig. Ich bin nun daran, meine Alkoholsucht in den Griff zu kommen. Trotzdem möchte ich den Fahrausweis nicht verlieren. Ich muss nun leider wegen dem hohen Promillewert an eine sog. verkehrsmedizinische Untersuchung. Hat hier jemand Erfahrung, was auf mich zu kommt? Wie lange muss ich hier eine Alkoholabstinenz einhalten?
Ich habe die Beratungs-Homepage http://www.checkweg.ch entdeckt. Hat hier jemand Erfahrung damit?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Alessandro

1 Antworten
Antje Mohn Mitarbeiter antwortete vor 3 Wochen

Hallo Alessandro
Schön, dass Sie sich hier gemeldet haben. Sie sind auf der Suche nach Informationen und Erfahrungen rund um das Thema „Alkohol am Steuer“ und im Besonderen zur verkehrsmedizinischen Untersuchung. Weil Sie mit 2,4 Promille am Steuer auffällig geworden sind haben Sie vermutlich vom Strassenverkehrsamt eine Verfügung erhalten, wonach Sie sich dieser Untersuchung unterziehen müssen. Es besteht der Verdacht auf eine Alkoholproblematik, da Sie sich mit einer so hohen Promillezahl noch ans Steuer gesetzt und sich anscheinend noch für fahrtüchtig gehalten haben. Dies kann eigentlich nur sein, weil Sie schon seit längerem in höheren Dosen Alkohol konsumieren. Dann gewöhnt sich der Körper nämlich an den Alkohol und man merkt die Wirkung und die Einschränkungen erst ab einem sehr viel höheren Mass (wir nennen das in unserer Fachsprache dann „Toleranzbildung“). Und Sie selbst sind ja bereits zu der Einsicht gelangt, dass Sie etwas tun müssen, um Ihre Alkoholsucht in den Griff zu bekommen. Manchmal ist so ein Vorfall, dass man „erwischt“ wurde, so blöd das vielleicht klingt,auch eine Chance, sich dem Thema zuzuwenden und aktiv etwas dagegen zu tun. Sie werden quasi erst einmal dazu gezwungen, sich mit Ihrem Alkoholkonsum zu beschäftigen und diesen zu verändern. Durch den Druck von aussen kann sich dann aber auch an der inneren Haltung gegenüber dem Alkohol etwas verändern. Dies habe ich schon häufig in Beratungsgesprächen erlebt. Deswegen möchte ich Ihnen Mut machen, diese Situation, so unangenehm es Ihnen momentan auch erscheinen mag, trotzdem für sich zu nutzen. Um sich mit diesem Thema zu beschäftigen, empfehle ich Ihnen, in eine Suchtberatungsstelle, z.B. vom Blauen Kreuz, zu gehen (das kommt dann auch bei der verkehrsmedizinischen Untersuchung gut an!).
Also: wie geht es nun weiter: nachdem Sie die Verfügung des Strassenverkehrsamtes erhalten haben, bekommen Sie eine Vorausrechnung, die Sie begleichen müssen. Dann werden Sie zur Untersuchung aufgeboten. Evtl. wird dann Ihre Fahreignung als nicht gegeben erachtet und Sie müssen den Fahrausweis abgeben.  Erst nachdem Sie eine bestimmte Zeitdauer (diese wird im Gutachten festgehalten) alkoholabstinent gelebt haben, können Sie sich erneut einer Untersuchung unterziehen. Wenn Ihre Fahreignung abgeklärt und befürwortet wurde, bekommen Sie vermutlich dennoch die Auflage alkoholabstinent zu leben und sich nach einem bestimmten Zeitintervall weiderholt untersuchen zu lassen. Bei der Untersuchung werden 5 cm. Kopfhaare von Ihnen benötigt und es wird eine Haaranalyse durchgeführt. Eine Alkoholabstinenz muss in der Regel während 2 Jahren nachgewiesen werden. Die Kontrollintervalle betragen in der Regel 6 Monate. Evtl. wird im Gutachten festgehalten, dass Sie sich in eine fachtherapeutischen Behandlung begeben müssen. Die Häufigkeit der Gespräche wird von der betreuenden Person festgelegt. Anfangs muss mit wöchentlichen, später mit mindestens monatlichen Sitzungen gerechnet werden. Ich hoffe, dass ich Ihnen ein wenig weiterhelfen konnte. Bei weiteren Fragen dürfen Sie sich gerne wieder melden.
Alles Gute!

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