Warum immer grössere Mengen?

Anonym • vor 2 Jahren

Hallo,
Warum kommt es mir so vor als müsste ich an einem Anlass immer mehr trinken. Hatte in diesem Monat zwei Totalabstürze an der Fasnacht! Meine Frau trinkt garnicht und muss sowas immer wieder mit mir erleben. Das Problem ist, dass ich obschon ich weis dass ich meine Frau dadurch verletze keine Kontrolle über mich selbst mehr habe! Ich habe immer das Gefühl,dass ich durch den Alkohol geselliger werde. Das ist anfangs auch so, dann lasse ich es fliessen und setze unsere Beziehung aufs Spiel. Jetzt habe ich mir Mal eine Auszeit mit Alkohol eingeräumt. Sicher für 2-3 Monaten. Wenn ich schon ein Suchtproblem hätte, zeigt sich das auf eine Art und Weise?

Mfg

Antje antwortete vor 2 Jahren

Hallo

zunächst möchte ich mich entschuldigen, dass Du ein paar Tage auf meine Antwort warten musstest. Aber jetzt will ich versuchen, auf Deine Fragen einzugehen.
Ein Suchtproblem, bzw. eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern meistens über eine längere Zeit. Zu den Anzeichen einer Abhängigkeit gehört z.B. eine steigende Konsummenge, d.h. dass man immer mehr trinken muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Bei Dir könnte es also so sein, dass Du mit der Zeit mehr trinken musstest, um das Gefühl zu bekommen, lustiger, geselliger und offener zu werden. Früher haben dafür vielleicht 2 Bier schon gereicht, heute brauchst Du mehr.
Weitere Anzeichen für eine Abhängigkeitsentwicklung sind:
– der zunehmende Kontrollverlust, d.h. dass man sich vielleicht vorgenommen hat, heute nur 2 Bier zu trinken, dann aber nicht stoppen kann und weiter trinken muss
– Entzugssymptome beim Absetzen oder Reduzieren des Konsums (z.B. Unruhe, Nervosität, Schwitzen, Zittern…)
– Vernachlässigung anderer Interessen (z.B. dass man weniger unternimmt, Freunde, Hobbies vernachlässigt…)
– Weitertrinken trotz schädlicher Folgen (z.B. dass man weiterhin Alkohol trinken möchte, bzw. muss, obwohl es dadurch Beziehungsprobleme, Probleme am Arbeitsplatz oder mit dem Führerschein gibt).
Nicht alle dieser Anzeichen müssen vorhanden sein, damit man von einer Abhängigkeit spricht.
Ich finde es toll, dass Du Dir nun vorgenommen hast, einmal eine Auszeit vom Alkohol zu nehmen. In dieser Zeit kannst Du einmal beobachten, wie es Dir ohne Alkohol geht, aber auch, was Dir fehlt. Es ist auch eine Chance nach Alternativen zu suchen, wie man z.B. stattdessen am Feierabend entspannen kann oder auch wieder Hobbies neu anzufangen. Am Anfang ist es vielleicht sehr ungewohnt oder auch schwierig auszuhalten (wenn man grosse Lust hat, jetzt etwas zu trinken), aber du wirst auch merken, dass dieser Drang gar nicht so lange anhält und man sich davon schnell ablenken kann, wenn man dann stattdessen etwas anderes macht. Ich denke, Deine Frau wird Dich dabei auch unterstützen und vielleicht kommt es auch zu spannenden Gesprächen zwischen Euch über diese Themen. Wenn Du merken solltest, dass es Dir sehr schwer fällt, auf Alkohol zu verzichten oder auch wenn es nicht gelingen sollte, dann würde ich Dir empfehlen, einmal in eine Beratungsstelle zu gehen, wo Du Dir Rat, Hilfe und Unterstützung holen kannst. Sehr gerne kannst Du Dich auch hier wieder melden.
Alles Gute,
Antje

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