Was kann ich tun?

Anonym fragte vor 2 Jahren

Guten Tag
Ich bin nun seit einem halben Jahr mit meinem Freund (30) zusammen und es fällt mir immer mehr auf wie viel er trinkt.
Am Anfang von unserer Beziehung hat er noch vor mir getrunken, etwa 3 Gläser Wodka pro Tag. Ich hab ihn damals schon mehrmals darauf angesprochen, ob dass nicht zu viel sei. Nun versucht er seinen Alkoholkonsum vor mir zu verstecken, in dem er kurz in die Küche geht und so tut als würde er etwas essen. Ich habe schon Flaschen oder halb leere Gläser an den verschiedensten Orten gefunden. Neuerdings habe ich auch bemerkt, dass er den Wodka mit Orangensaft in Pet Flachen umlehrt und sie mit zur Arbeit nimmt.
Betrunken ist er aber sehr selten und ich merke eigentlich nicht viel an seinem Verhalten.
Es ist eher auffällig wie wenig er isst. Meistens isst er nur Abends und sonst den ganzen Tag nichts.

Ich denke er trinkt, weil er seine Traumas, nie aufarbeiten konnte und wollte. (Er war als Kind im Heim und vor 6 Jahren für 13 Monate im Gefängnis.)
Ich fühle mich ziemlich machtlos, da er es immer runter spielt und meistens nur sagt: Er sei doch noch jung und solange er noch nicht Vater sei, gäbe es kein Grund aufzuhören zu trink. Auch eine Therapie oder eine Beratung würde er sicher nicht zustimmen, da er jegliche professionelle Hilfe ablehnt, er findet das „Humbug“.

Nun meine Frage, was kann ich tun?

michaelantwortete vor 2 Jahren

Guten Tag
Schwierige Frage. Ich glaube entscheidend ist, erst einmal deine eigenen Grenzen wahr zu nehmen und deine Erwartungen ihm (seinem Alkoholkonsum) und eurer Beziehung gegenüber zu klären. Das „herunter spielen“, „geheimes Trinken“, „Strategien entwickeln“, etc. sind typische Verhaltensweisen eines Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit und werden wohl so weiter gehen, falls dein Freund nicht bereit ist, sein Trinkverhalten anzuschauen und versucht, etwas konkret daran zu ändern. Dass er dies machen würde/könnte, sobald er Vater wäre ist aufgrund deiner Beschreibung zumindest sehr fragwürdig!
Ob du bereit bist sein Verhalten (der Beziehung zuliebe?) zu akzeptieren, kannst nur du selbst entscheiden. Wichtig finde ich, dass du ihm deine Beobachtungen und deine vorhandenen Sorgen mitteilst und ihr konkrete Vereinbarungen trefft. Dies könnten beispielsweise alkoholfreie Tage sein oder ein gemeinsamer Besuch bei einer Beratungsstelle. Er hat offenbar sehr schwierige Zeiten erlebt und ich könnte mir vorstellen, dass er froh wäre, wenn er dort Unterstützung erhalten kann. Auf welche Art und Weise und wann es der richtige Zeitpunkt dazu ist, hängt meines Erachtens stark von ihm selbst ab (eventuell hat er ja schon einiges versucht…).
Ich wünsche dir jedenfalls, dass du mit ihm möglichst offen und vorwurfsfrei über sein Trinkverhalten sprechen kannst und ihr zusammen eine Lösung findet. Bei weiteren Fragen oder Rückmeldungen dazu darfst du dich auch gerne wieder im Forum melden.

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