was-soll-ich-tun

Maria fragte vor 4 Wochen

Ich heisse Maria. Ich lebe in einer Frauen-Partnerschaft. Wir leben in getrennten Wohnungen. Meine Partnerin (55 Jahre alt) sagt selbst, dass sie Alkoholikerin ist. Dazu nimmt sie Antidepressiva. Wenn sie zu viel trinkt, was nicht selten vorkommt, beendet sie unsere Beziehung per Whats App mit der Begründung, dass ich zu wenig Zeit für sie habe und ich ihr nicht gut tue. Am Folgetag entschuldigt sie sich. Das Umfeld von meiner Freundin sind auch gerne trinkende Personen. Sie sagt, dass sie an ihrer Trinksituation was ändern möchte und merkt, dass es nicht einfach ist. Ich glaube meiner Freundin, dass sie was ändern möchte, aber denke, dass die nötige Kraft dazu fehlt. Sie hat 3x das AA besucht, danach nicht mehr. Vor kurzem hatte sie wieder eine enorme Trinkfase und wiederum hat sie die Beziehung über W-A beendet. Danach tat es ihr wieder sehr leid. Hab darauf ihre Sachen (Kleider…) die bei mir waren ihr zurückgebracht, sowie Hausschlüssel und Freundschafts-Ring abgegeben. Als sie sich erkundigte, ob wir uns noch sehen, und ich mit der Antwort weiss nicht geantwortet habe -ist mir nicht leicht gefallen-, erschrak meine Freundin sehr. Nach ein paar Tage haben wir uns wieder getroffen und haben über Entzugs-Möglichkeiten gesprochen, meine Freundin ist Selbsterwerbend. Wir sind so verblieben, dass ich mich mal umschaue, (ich weiss therapeutisch gesehen ist es nicht gut, aber wollte Zeigen dass sie nicht alleine lasse) welche Angebote für selbsterwerbende Personen für  Entzugsmöglichkeiten es gibt. Aber sie sich dann selbst darum kümmern muss. Es war auch die Rede, dass sie einen Entzug machen will. Nach ein paar Tage habe ich meiner Freundin eine Adresse durchgegeben von einem Entzugsplatz. Sie war darüber nicht erfreut mit der Begründung, dass sie nicht in einer Klinik einen Entzug machen möchte. Darauf sagte sie, dass sie sich in der Folgewoche an ihrem Hausarzt wenden möchte. Nun ist die Folgewoche schon längst vorbei und meine Freundin hat bis heute noch keinen Termin bei ihrem Hausarzt wahrgenommen. Nun weiss ich einfach nicht mehr wie ich darauf reagieren kann/soll. Kann ich sie auf das ansprechen, was soll ich tun, wie soll ich mich Verhalten?

1 Antworten
Kathrin Mitarbeiter antwortete vor 4 Wochen

Liebe Maria
Danke für Ihre Anfrage. Die Beziehung zu Ihrer Freundin ist fast ein wenig zu einem Katz-und-Maus-Spiel geworden. Im Alkoholrausch beendet sie immer wieder die Beziehung, um im nüchternen Zustand reumütig zu Ihnen zurück zu kehren. Indem Sie ihr ihre Sachen zurückbrachten, zeigten Sie ihr, dass das für Sie kein Spiel mehr ist. Wie Sie beide festgestellt haben, braucht es einen Entzug, sonst wird die Beziehung zunehmend instabiler. Sie können sich so wie es jetzt ist gar nicht mehr auf Ihre Partnerin verlassen. 
Sie schreiben wenig darüber, wie es Ihnen in der ganzen Situation geht. Was hält Sie bei Ihrer Partnerin, was ist Ihnen wichtig für die Partnerschaft? 
Ein Entzug ist sicher ein erster, wichtiger Schritt. Es ist bestimmt positiv für Ihre Freundin, dass Sie diesbezüglich das Gespräch mit ihr gesucht haben. Nach der ersten Motivation stagniert das Ganze wieder. Das ist oft so, da sich Süchtige meist hin- und her gerissen fühlen zwischen dem Wunsch, weiter zu trinken und dem Wunsch aufzuhören. Ich ermutige Sie, dran zu bleiben und sie wieder darauf anzusprechen bezüglich diesem Hausarzt Termin. Der Arzt kann schlussendlich auch einschätzen, ob ein Klinikaufenthalt überhaupt notwendig ist, oder ob es auch ambulant geht.Ein Entzug im Spital dauert in der Regel nur wenige Tage, in einer Klinik wird meist ein qualifizierter Entzug gemacht, welcher mehrere Wochen dauern kann. Nach dem Entzug ist es wichtig, sich mit der Sucht, deren Ursachen und Möglichkeiten, anders zu Leben, auseinander zu setzen. Eine Suchtberatungsstelle bietet die Möglichkeit, dies ambulant zu tun. Meist braucht es wirklich fachliche Unterstützung, damit die betroffene Person nicht in alte Muster zurückfällt. Wenn Ihre Freundin selbständig erwerbend ist, ist es bestimmt sinnvoll, es zuerst ambulant zu versuchen. In einer Suchtberatung können auch Sie als Partnerin einbezogen werden, sofern Ihre Freundin dies möchte, oder Sie können sich selber von einer anderen Fachperson der Stelle beraten lassen, wie Sie am besten mit der Situation umgehen können.
Ich hoffe, diese Hinweise sind hilfreich für Sie. Sie dürfen sich bei weiteren Fragen gerne wieder melden.
Ich wünsche Ihnen alles Gute! 

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