Wie ihn nach der "Entwöhnung" unterstützen?

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Patnerin asked 4 Monaten ago

Mein Mann macht gerade auf eigenen Wunsch eine Alkoholentwöhnung, ich bin sehr Stolz auf ihn und steh ihm mit meiner völligen Unterstützung bei. 
Vielleicht sollte ich erwähnen das er 32 Jahre ist und immer „nur“ seine „Routinebier“ trinkt… Morgens eins, Mittag zum Essen eins…oder zwei, nach der Arbeit noch schnell zu Freunden… wieder eins,zwei,drei… zum Abendessen noch eins, und Abends beim TV schauen nochmal ein Gläschen Wein…Am Wochenende mehr… aber ohne ging es nicht mehr … 
Ich möchte von Herzen alles tun damit er es so „einfach“ wie möglich hat. In 17 Tage kommt er Heim und ich freu mich so auf ihn! Aber hier kommt auch meine Angst… ich will nicht „überfürsorglich“ sein oder ihn bedrängen, ich hab Angst dass er wegen z.b. einen Streit wieder zur Flasche greift. Mein Mann ist kein großer „über Gefühle redner“ Ich hab Angst etwas falsch zu machen… Soll ich jetzt auch keinen Alkohol mehr trinken? Ich trinke sowieso selten etwas, eher als höflichkeit z.b bei Hochzeiten, Geburtstag, Silvester oder mal mit Freunden… ist das jetzt „komisch“ wenn ich es auch ablehne? aber ist es fair gegenüber ihm etwas zu trinken? Wie wird sich die Veränderung auf unsere Beziehung auswirken? Er ist jetzt sehr sportlich, da kann ich nicht mithalten… Muss ich beim Kochen aufpassen? was wenn er wieder trinkt? so viele Unsicherheiten… 
Wir führen eine sehr liebevolle und zärtliche Beziehung, ich möchte nicht das sich das ändert. 

1 Answers
Mike Mitarbeiter answered 4 Monaten ago

Hallo Partnerin
schön, dass sich ihr Mann dazu entschlossen hat seinen Alkoholkonsum zu verändern und sich da Hilfe geholt hat. Aus meiner Erfahrung lernt er während seines Klinikaufenthaltes ganz Vieles und vielleicht sogar besser über seine Gefühle zu sprechen. Wenn er dann wieder zurück kommt, so geht es darum, das was er in der Klinik gelernt hat in den Alltag zu „übersetzen“ und konkret umzusetzen.
Da können sie ihm sicherlich eine grosse Unterstützung sein. Ich kann ihnen aber nicht sagen, was genau für ihn hilfreich ist, da dies jedes Paar selber besprechen bzw. herausfinden muss. Während es z.B. für den einen kein Problem ist, wenn mit Alkohol gekocht wird, so ist das für den anderen ein absolutes „no-go“. Genau das gilt es gemeinsam herauszufinden und er muss in erster Linie sagen, was für ihn schwierig bzw. hilfreich ist. In diesem Sinne werden sie sich auch wieder neu kennenlernen müssen/dürfen.
Bietet die Klinik keine gemeinsamen Gespräche an, in welchen sie ihre Fragen stellen und gemeinsam besprechen können bevor er austritt? Wenn die Klinik so etwas anbietet würde ich das wenn immer möglich auch nutzen, sollten die Angehörigen aber wieder mal „vergessen werden“, so mache ich ihnen Mut sich für sich oder auch dann gemeinsam an eine ambulante Fachstelle zu wenden um genau solche Unsicherheiten zu beseitigen und ihre Fragen zu stellen.
Es ist wichtig, dass auch sie Unterstützung bekommen um gemeinsam in eine neue suchtfreie Zukunft starten zu können. Wenn er nicht mehr trinkt, so ist nämlich nicht „alles gut“, sondern es geht dann darum das „neue Leben“ bewusst zu gestalten und evtl. Veränderungen vorzunehmen. Eine Entwöhnung ist in diesem Sinne nie das Ziel, sondern immer der Anfang, schliesslich geht es ja darum, dass er nicht wieder in das altre Muster zurück fällt. 
Ich wünsche ihnen viele gute Gespräche und einen Ort wo sie ihre Frage stellen und diskutieren können.
Mike

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