wie-rede-ich-mit-meinem-besten-freund

Freund asked 3 Monaten ago

Ich brauche Hilfe, wie ich mit meinem besten Freund umgehe. Wenn wir uns sehen, ist es entweder nach der Arbeit zu einem Glas Wein oder zwei, oder wir gehen Nachtessen und auch da gibt es Wein. Das ist aber nicht so oft, zwei Mal im Monat vielleicht. Und dabei ist mir auch nicht aufgefallen, dass er mehr oder schneller trinkt als ich. Allerdings hat er ein paar mal eigenartige Bemerkungen gemacht, die mich vermuten lassen, dass es ein Alkoholproblem gab oder gibt. Und als wir uns das letzte Mal am Abend verabredet hatten, hatte er deutlich eine Fahne. Er hat aber nicht gesagt, dass er sich zum Feierabend schon mal ein Glas Wein gegönnt hätte oder so. Es war ihm sichtlich unangenehm, er wusste, dass ich das merke. Ich hab ihn aber nicht darauf angesprochen, weil ich mir den Abend nicht verderben wollte. Obwohl ich einigermassen entsetzt und sauer war. Einen Tag später habe ich ihn gefragt und er hat zugegeben, dass er vor unserem Treffen getrunken hatte. Was ich ihm hoch anrechne! Allerdings meinte er, dass er das meistens im Griff habe. Und genau das macht mir Sorgen plus eben, dass er mir nicht gesagt hatte, er hätte sich schon mal ein Glas gegönnt, das hatte so was verheimlichendes? Aus dem Bekanntenkreis meiner Eltern kenne ich einige Trinkerkarrieren, die alle nicht schön geendet haben. Was ich auf keinen Fall möchte: Anlass oder Vorwand für ihn sein, zu trinken. Also habe ich mir überlegt, wenn wir uns sehen, dass ich keinen Alkohol trinke — mir macht das nichts aus, ich trinke Wein nur selten und als Genussmittel — und auch keinen anbiete. Meine Frage: Versuche ich mit ihm ein Gespräch? Wir hatten seitdem nur Kontakt per Mail, ich habe ihm geschrieben, dass ich mir Sorgen machen — dafür hat er sich bedankt. Wir sind \“nur\“ Freunde, ich bin nicht seine Familie. Sollte ich ihm sagen, dass und warum ich mit ihm zusammen keinen Alkohol mehr trinke? Oder das einfach nur so machen und auf die Vorbildwirkung hoffen?

1 Answers
Antje Mitarbeiter answered 3 Monaten ago

Hallo
Vielen Dank für Ihre Anfrage und für das Vertrauen, das Sie uns damit entgegen bringen. Sie machen sich viele Gedanken um Ihren Freund. Beim Lesen habe ich mich für Sie gefreut, dass Sie so einen guten Freund haben, der Ihnen viel bedeutet. Es ist Ihnen nicht egal, was mit ihm los ist, er ist Ihnen wichtig. Sie konnten ihm Ihre Sorge auch schon mitteilen. Wenn es für Sie möglich ist, würde ich versuchen, mit ihm weiterhin im Gespräch über dieses Thema zu bleiben. Vielleicht könnten Sie vorallem erst einmal von sich selbst sprechen: was Sie wahrnehmen, was das in Ihnen auslöst, wenn Sie merken, dass er schon vor Ihrem Treffen etwas getrunken hat, welche Erinnerungen in Ihnen hochkommen (an andere Menschen, die ein Alkoholproblem haben), welche Gefühle das in Ihnen weckt, vielleicht auch, wie Sie das unsicher macht, wie Sie reagieren sollen usw…. Sie könnten ihn auch fragen, wie er die Situation sieht. So könnte ein Dialog entstehen, in dem Sie beide ihre Sichtweisen und Bedürfnisse einbringen können, ohne dass er sich angegriffen fühlen muss. Ob Sie weiterhin Alkohol mit ihm zusammen trinken möchten, ist allein Ihre Entscheidung (ob SIE das wollen oder nicht). Auf eine Vorbildwirkung brauchen Sie dabei, glaube ich, nicht zu hoffen. Manche macht es dann eher noch ärgerlich. Sie fühlen sich dann unter Druck und trinken dann erst recht. Ob er an seinem Trinkverhalten etwas ändern wird oder nicht, ist allein seine Verantwortung. Ich denke, wenn Sie mit ihm im Gespräch bleiben können, ist das schon sehr viel. Manchmal entwickelt man dadurch auch so etwas wie „Verständnis“ für das Trinken, kann aber darüber sprechen, dass man es nicht als die richtige Lösung ansieht. Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiter helfen, sonst dürfen Sie sich gerne hier wieder melden. Alles Gute für Sie!

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