Wo hört die Hilfe auf?

Anonym fragte vor 6 Jahren

Hallo
ich bin neu hier und hoffe etwas hilfe in meinem Dilema zu bekommen.

Meine Frau trinkt seit ca.3Jahren fast tägliche ihre 4+ Bierchen und ich habe das Gefühl das sie ihrem dasein nur noch etwas abgewinnen kann wenn sie berauscht ist,also wenn sie trinkt kann sie lachen und fröhlich sein kann sie es nicht Sitzt sie leider nur traurig rum und ist missmutig gestimmt gegenüber mir und den Kinder somit das reinste Pulverfass.

Ich Thematisiere ihr verhalten schon seit ca.2Jahre und ich versuche auch nicht darauf Rummzureiten,ich habe es auch versucht mit dulden ohne mich dazu zu äussern aber ist noch schwierig da das Thema leider mittlerweille das Leben meiner Kinder und auch meines beinträchtigt und allgegenwärtig ist.

Ich Arbeite Schicht und bin auch Nacht`s bei der Arbeit was sie ausnütz und wenn die Kinder im Bett sind diese alleine lässt und in das Dorf zieht um sich zu betrinken und fährt danach noch mit dem Moped nachhause womit sie auch schon x-mal angetrunken gestürzt.

Unsere Kinder sind 13 und 10 Jahre und diese Rufen mich immer wiedermal bei der Arbeit an weil sie entweder alleine zuhause hocken oder irgendwie eine banale Situation vollkommen aus den Fugen gerät und zumteil sich Verbal auf die Untersteschublade begiebt weil sich meine Frau nicht mehr zu wehren weiss im angetrunkenem Zustand.

Da sie weiss das die Kinder und ich sie ansprechen wenn sie am Trinken ist geht sie soweit das sie die Kinder Erpresst so nach dem Motto „wenn du das Vater erzählst,erzähle ich dies oder jenes“oder das sie einfach heimlich trinkt ich finde leere Bier Büchsen im Küchenschaft,in der Schmutzwäsche,im Keller Kühlschrank usw.

Zu mir ich weiss mir nicht mehr zuhelfen und ich fühle mich verpflichtet die Kinder Schützen zu müssen ich möchte wirklich nicht über meine Frau herziehen aber es geschieht so viel wenn ich nicht da bin ich bekomme es nur mit wenn mich wieder einmal ein Kind hysterisch weinend bei der Arbeit Anruft.

Es Zerreist mir das Herz das sie dies mitmachen müssen und ich kann nicht einfach jedesmal Nachhause gehen um meine Kinder zu Schützen.

Ich kann den Alkoholdunst nicht mehr ertragen der im Schlafzimmer hängt wenn ich zu Bett gehen will,darauf angesprochen heisst es nur ich habe nichts Getrunken ich weiss nicht was du schon wieder zu Stänkern hast.

Es ist unglaublich was sie für einen Wesens wechsel macht wenn sie Nüchtern oder Betrunken ist es sind zwei völlig verschiedene Menschen.

Das eine Wesen Liebe ich und das andere Wesen ist unerträglich geworden.

Ich bin Mittlerweille Überfordert mit der Situation alles zu Schlucken zu müssen und den Kindern erklären muss das sie fair bleiben müssen zu der Mutter auch wenn sie Betrunken ist und etwas Missversteht.

Es giebt Situationen in denen ich echt Böse Gedanken bekomme die ich mir wieder Ausreden muss weil es falsch wäre.

Helfen lassen will sie sich auf keinen fall,weil sie es als angeborenes Menschenrecht erachtet Trinken zu dürfen.

Allso Ihr Lieben Leute was kann ich machen um ihr zu helfen oder hört hier die hilfsbereitschaft auf?

Gruss

Mike

Antje antwortete vor 6 Jahren

Hallo
es scheint ja so, als ob deine Frau gar nicht das Gefühl hat, dass sie Hilfe braucht. Für sie ist alles in Ordnung so, sie sieht sich im Recht, sieht ein Recht darauf, dass sie trinken darf, was, wo und wieviel sie will.
Für dich stellt sich das Ganze jedoch ganz anders dar. Du nimmst das Alkoholproblem von ihr wahr, siehst seine Auswirkungen, leidest unter den Folgen. Es beeinträchtigt dein Leben und das deiner Kinder.
Du kannst es nicht erzwingen, dass sie sich Hilfe holen wird. Aber du kannst entscheiden, dass du so nicht mehr weiter machen, sondern etwas verändern willst.
Ich denke als erstes ist es wichtig für dich, heraus zu kommen aus dem Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht. Deine „bösen“ Gedanken und negativen Gefühle sind ok., da sie Ansporn für dich sind, etwas zu tun (z.B. war schon der erste Schritt, dass du dich hier gemeldet hast!).
Es gibt noch weitere Möglichkeiten:
1. achte auf deine eigene Lebensqualität, deine Interessen, deine Gefühle und Bedürfnisse und die deiner Kinder. Entscheide bewusst, dass du dein Leben nicht länger von ihrer Sucht beeinträchtigen lässt.
2. überlege, welche anderen Bezugspersonen in deinem Umfeld dich entlasten und deinen Kindern helfen könnten (z.B. diese betreuen, solange du arbeitest).
3. Wenn dich der Alkoholdunst im Schlafzimmer stört, kannst du z.B. aus dem Schlafzimmer ausziehen, wenn sie getrunken hat. Sorge für dich!
4. Thematisiere auch weiterhin, was du als Problem wahrnimmst (sprich von dir in „Ich-Form“). Formuliere das Problem kurz, so wie es sich für dich im Moment darstellt (konkret sein!). Ich fand es z.B. schön, wie du geschrieben hast, dass du nicht auf ihr herumreiten oder über sie herziehen willst, denn es geht ja nicht darum ihr Vorwürfe oder Anschuldigungen zu machen!
Formuliere ein Gefühl dazu, z.B. dass du dir Sorgen machst oder Angst um die Kinder hast.
5. „Belohne“ deine Frau, wenn sie nüchtern ist, zeig ihr dann, wie schön du dies findest und wie anders du sie dann wahrnimmst. „Belohnung“ kann verbal durch ein Lob oder auch durch eine gemeinsame Unternehmung mit ihr ausgedrückt werden (du kannst da sehr kreativ sein!).
Diese „Belohnung“ solltest du dann aber wieder entziehen, wenn sie wieder getrunken hat (z.B. dann alleine mit den Kindern etwas Schönes unternehmen).
Ich hoffe, dass dir diese Anregungen erst einmal weiterhelfen. Unterstützung und Beratung bekommst du übrigens auch als Angehöriger in Beratungsstellen. In manchen Beratungsstellen gibt es auch Angebote für Kinder von alkoholkranken Eltern (z.B. Kinder-Gruppen).

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