Jeder dritte Minderjährige erhielt Alkohol – Testkäufe zeigen deutliche Mängel im Jugendschutz

6 Juli 2017

Heute hat die eidgenössische Alkoholverwaltung die Statistik zu Alkohol-Testkäufen veröffentlicht. Das erschreckende Ergebnis: jeder dritte Minderjährige konnte sich Alkohol einfach so im Laden oder an der Bar besorgen. Für das Blaue Kreuz zeigen sich dabei deutliche Mängel im Vollzug des Jugendschutzes.

Jeder dritte Minderjährige kommt bei den Testkäufen an Alkohol – an Festen, in Bars und bei Kiosken sogar fast jeder Zweite. Für das Blaue Kreuz zeigt sich darin ein massives Problem bei der Umsetzung der Jugendschutzbestimmungen. Dazu meint Philipp Hadorn, Präsident des Blauen Kreuzes und Nationalrat: „Es kann nicht sein, dass jeder dritte Minderjährige einfach so Alkohol kaufen kann. Es braucht jetzt dringend eine bessere Ausbildung des Verkaufspersonals und eine strengere Handhabe bei Verstössen – nur so lässt sich der Jugendschutz erfolgreich umsetzen.“

Testkäufe sind ein erfolgreiches Instrument

Dass Testkäufe dabei eine wichtige Rolle spielen, zeigt ein genauerer Blick auf die Zahlen. Bei Tankstellenshops, wo seit langem regelmässig Testkäufe gemacht werden, beträgt die Verkaufsquote „nur“ 18% – Welten im Vergleich zu 54% bei Bars. Dabei geht es bei den Testkäufen nicht um Strafen für das Verkaufspersonal, dazu fehlt auch die gestzliche Grundlage. Aber die Testkäufe bieten Gelegenheit zu Gesprächen mit den Verkäuferinnen und Verkäufern und tragen so zu einer besseren Sensibilisierung bei.
Strafen müssen aber möglich sein für Betriebe, die immer wieder negativ auffallen. Wenn Besitzer ihre Verantwortung beim Jugendschutz nicht wahrnehmen, dann braucht es griffige Konsequenzen.

Bessere Ausbildung als Lösungsansatz

Das Blaue Kreuz bietet Hand für Lösungen: in mehreren Kantonen werden Betriebe und Veranstalter mit Schulungen, Informationsmaterial und Beratungen unterstützt. Speziell die Ausbildung von Verkaufs- und Barpersonal ist dabei zentral. Nur wenn sie die Gesetze kennen, können sie sie auch erfolgreich umsetzen. Philipp Frei, Mediensprecher des Blauen Kreuzes und früher selber Leiter von solchen Kursen, kommentiert: „Das Verkaufspersonal steht unter einem hohen Druck – ein Grossteil der Verantwortung für den Jugendschutz im Verkauf wird an sie delegiert. Das ist kein einfacher Job und oft mit mühsamen Diskussionen verbunden. Das Mindeste ist, dass sie dazu eine gute Ausbildung erhalten und in der Umsetzung unterstützt werden.“

Alkohol-Testkäufe zeigen: Jeder dritte Minderjährige kann in der Schweiz Alkohol kaufen.



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