Jeder dritte Minderjährige kommt an Alkohol

20 August 2018

Die Eidgenössische Zollverwaltung publizierte soeben die aktuellen Zahlen zu den Testkäufen. Die gute Nachricht: Im Vergleich zum Vorjahr sind die illegalen Verkäufe um drei Prozentpunkte zurückgegangen. Die Kehrseite: Noch immer endet fast jeder dritte Testkauf damit, dass alkoholische Getränke an Minderjährige verkauft werden.

Facts and Figures zur Testkauf-Statistik 2017

  • 7225 Testkäufe wurden schweizweit ausgewertet.
  • In 29% der Fälle wurden alkoholische Getränke an Minderjährige verkauft.
  • An Festen wurde sogar in 44% der Fälle unrechtmässig Alkohol verkauft.
  • Die Tendenz ist positiv – 3% illegale Verkäufe weniger als im Vorjahr.

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

 

Warum Jugendschutz

Alkohol ist nicht nur Genuss-, sondern auch Rausch- und Suchtmittel. Im Wachstum reagiert der Körper besonders sensibel darauf. Regelmässiger sowie übermässiger Konsum verändert das jugendliche Gehirn nachhaltig negativ. Zudem steigt bei frühem Konsum das Risiko einer späteren Suchterkrankung.

Jugendliche verhalten sich risikobereiter und sind unerfahrener als Erwachsene. Deshalb braucht es Schutzbestimmungen, die junge Menschen vor einem zu frühen oder einem übermässigen Alkoholkonsum schützen. Bund und Kanton haben diese Schutzbestimmungen in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen umgesetzt, insbesondere:

  • Verkaufs- und Abgabeverbote von Alkohol an unter 16-/18-Jährige
  • Werbeeinschränkungen
  • Straf- und Verwaltungsrechtliche Konsequenzen bei Übertretung der rechtlichen Vorschriften

Quelle: www.jugendschutzbern.ch, Infoseite des Blauen Kreuzes Bern-Solothurn-Freiburg

 

Die Eidgenössische Zollverwaltung publizierte soeben die aktuellen Zahlen zu den Testkäufen. Die gute Nachricht: Im Vergleich zum Vorjahr sind die illegalen Verkäufe um drei Prozentpunkte zurückgegangen. Die Kehrseite: Noch immer endet fast jeder dritte Testkauf damit, dass alkoholische Getränke an Minderjährige verkauft werden. Die Untersuchung zeigt: In Branchen, die häufiger getestet werden, liegen die Verkaufszahlen deutlich tiefer. Das Blaue Kreuz führt jährlich hunderte Testkäufe durch und ist von dieser Massnahme überzeugt. Philipp Hadorn, Nationalrat und Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz, meint: „Ohne Kontrolle bringen Gesetze nichts. Die Testkäufe sind aber mehr als nur ein Kontrollinstrument: Sie sensibilisieren das Verkaufspersonal und unterstützen dieses durch gezielte Information.“

 

Testkäufe sind eine Erfolgsgeschichte

Die Erhebungen der letzten Jahre zeigen, dass Testkäufe ein wirksames Mittel im Jugendschutz sind. An Verkaufsstellen, die oft kontrolliert werden, geht die Abgabe von alkoholischen Getränken an Minderjährige deutlich zurück. Ein eindrückliches Beispiel sind die Tankstellenshops. Noch vor wenigen Jahren wurde dort viel Alkohol an Jugendliche verkauft, entsprechend häufig wurden sie kontrolliert. Inzwischen sind sie mit einer Verkaufsquote von rund 14% der positive Spitzenreiter in der Testkauf-Statistik.

 

Blaues Kreuz bildet Testkäufer aus

Anders sieht es bei den Grossveranstaltungen und Festen aus. Hier erhält fast jeder zweite Minderjährige Alkohol. Gerade bei Festanlässen arbeiten oft Personen, die nicht im Verkauf ausgebildet sind. Entsprechend schlechter sind die Ergebnisse der Testkäufe. Für diese Veranstalter bietet das Blaue Kreuz in mehreren Kantonen Schulungen an, um sie bei der Einhaltung des Jugendschutzes zu unterstützen. „Jugendschutz sollte ein Miteinander und kein Gegeneinander sein,“ findet Philipp Frei, Mediensprecher beim Blauen Kreuz und früher selber für Testkäufe verantwortlich. „Das Verkaufspersonal hat im Jugendschutz eine wichtige und oft undankbare Rolle. Durch Beratung, Schulung und Informationsmaterial möchten wir ihnen den Rücken stärken.“

 

Eine Testkäuferin berichtet

Als Testkäufer spielen Jugendliche selber eine wichtige Rolle bei der Kontrolle. Sie werden von einer Fachperson begleitet. Diese führt im Anschluss an den Testkauf das Gespräch mit dem Verkaufspersonal. Testkäuferin Melanie (15) meint dazu: „Klar hat man manchmal Mitleid mit dem Verkaufspersonal, wenn sie im Stress sind und sich beim Jahrgang verrechnen oder gar nicht nach dem Ausweis fragen. Es gibt aber auch Verkäufer, die sich einfach nicht um den Jugendschutz kümmern. Deshalb finde ich Testkäufe nötig und gut.“

Das anschliessende Gespräch soll das Verkaufspersonal entweder in ihrer guten Arbeit bestärken oder aufzeigen, wie die Jugendschutzbestimmungen lauten und wie sie diese umsetzen können. „Vereinzelt gibt es emotionale Reaktionen auf die Testkäufe. Im Grossen und Ganzen aber werden sie akzeptiert, und die praktischen Tipps zur Umsetzung werden geschätzt“, ergänzt Frei.

Hier finden Sie weitere Informationen

Hintergrundinformationen der EZV (PDF)



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