Noch mehr Verkehrsopfer durch Alkohol? Nein danke!

9 Juni 2017

Soll der Verkauf von Alkohol auf Autobahnraststätten künftig erlaubt werden? Über die Antwort auf diese Frage und somit über das Anliegen der Motion «Für gleich lange Spiesse» entscheidet der Nationalrat am 13. Juni. Für das Blaue Kreuz gibt es nur eine richtige Antwort: Nein. «Die Annahme der Motion wäre ein fataler Entscheid», meint Philipp Hadorn, Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz, der im Nationalrat als Mitglied der zuständigen Verkehrskommission die Motion bereits bekämpfte. «Der Schutz von Menschenleben ist wichtiger als Wirtschaftsinteressen». Aus diesem Grund wendet sich das Blaue Kreuz mit einem offenen Brief an den Nationalrat.

Die Motion «Für gleich lange Spiesse» verlangt, das seit über 50 Jahren geltende Verbot für den Verkauf und den Ausschank von Alkohol auf Autobahnraststätten aufzuheben. Damit sollen angebliche Wettbewerbsnachteile von Autobahnraststätten gegenüber Tankstellenshops aufgehoben werden. Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats (KVF-N) verlangte dies mit einer Kommissionsmotion, welche sie mit 19 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung überwiesen hatte. Nun entscheidet am Dienstag der Nationalrat.

Wirtschaftsinteressen gegen Verkehrssicherheit

Schon jetzt ist jeder achte schwere Verkehrsunfall auf Alkohol zurückzuführen. Zudem ist bei einem Drittel aller Geisterfahrten auf Schweizer Autobahnen Alkohol im Spiel. Bei einer Annahme der Motion würde der Nationalrat mutwillig in Kauf nehmen, dass die Zahl der alkoholbedingten Verkehrsopfer im Schweizer Strassenverkehr ansteigt. «Das Alkoholverbot auf Autobahnraststätten rettet Leben. Dieses Verbot aufgrund eines kleinen Gewinnausfalls aufzuheben, ist mehr als fragwürdig», kommentiert Philipp Hadorn, der sich als Minderheitenführer in der KVF-N für eine Ablehnung der Motion einsetzt.

Die allfällige Aufhebung des Alkoholverbots an Raststätten steht zudem im Widerspruch zu den Präventionsanstrengungen des Bundes zur Sicherheit im Strassenverkehr. Mit dem Verkehrssicherheitspaket Via sicura hat sich der Bund zum Ziel gefasst, die Zahl der Verkehrsopfer um einen Viertel zu senken. «Der Alkoholausschank an Raststätten entspräche einem Rückschlag für die Bemühungen des Bundes», so Hadorn.

Beim Thema «Alkohol am Steuer» gibt es keinen Platz für Experimente zugunsten von wirtschaftlichen Interessen. Für das Blaue Kreuz sind Menschenleben das Einzige, was zählt. Die Ablehnung der Motion «Für gleich lange Spiesse» ist deswegen der einzig richtige Entscheid.

Für weitere Fragen steht Ihnen Philipp Hadorn gerne zur Verfügung:
+41 79 600 96 70, philipp.hadorn@blaueskreuz.ch

 

Fehlende Solidarität

Die Motion «Für gleich lange Spiesse» zeugt in den Augen des Blauen Kreuzes davon, dass Solidarität in unserer Gesellschaft leider zunehmend in den Hintergrund rückt. Die Motion appelliert an die Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit der Schweizer Bürgerinnen und Bürger. Doch liegt es nicht in der Verantwortung der Gesellschaft, auf Andere Rücksicht zu nehmen? Christliche Nächstenliebe, Solidarität und Toleranz sind auch im Jahr des 140 Jahr-Jubiläums die grundlegenden Werte des Blauen Kreuzes.

Das Blaue Kreuz wendet sich in einem offenen Brief an die Initiant/innen der Motion:

Zur Veranschaulichung unseres Anliegens sehen Sie nachfolgend einige Zahlen und Fakten, welche die Unverhältnismässigkeit der Motion «Für gleich lange Spiesse» verdeutlichen.



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