«Nur des Geldes wegen wird das Leben vieler Menschen gefährdet»

8 Juni 2017

Gertrud Schenk ist 96-jährig. Zeit ihres Lebens kämpfte sie gegen Alkoholmissbrauch und kümmerte sich um misshandelte Kinder suchtkranker Eltern. Mit vielen anderen Freiwilligen hat sie sich in den 60er-Jahren dafür eingesetzt, dass der Verkauf und Ausschank von Alkohol an Schweizer Autobahnraststätten verboten wurde. Dass dieses Verbot nach über 50 Jahren wieder aufgehoben werden soll, stimmt sie traurig: «Als ich in den Medien von der Motion zur Aufhebung des Alkoholverbots erfuhr, hat mich das fast erschlagen.»

«Ich war schon immer sehr kämpferisch», sagt Gertrud Schenk. «Ich hatte stets einen sturen ‚Gring‘. Das kreiden mir einige noch heute an», stellt die 96-Jährige schmunzelnd fest. Gekämpft hat sie auch zu Beginn der 1960er-Jahre. Der Bund abstinenter Frauen, für den sich Gertrud Schenk während vieler Jahrzehnte als Mitglied engagierte, setzte sich für ein Verbot für den Verkauf und Ausschank von Alkohol auf Autobahnraststätten ein. «An den Raststätten verteilten wir Äpfel an die Autofahrerinnen und -fahrer. Wir diskutierten mit den Leuten und wiesen sie auf die Gefahren von Alkohol am Steuer hin», erinnert sich die 96-Jährige.

Sicherheit auf Autobahnen gefährdet

Diese Aktion, welche der Bund abstinenter Frauen in Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz durchführte, zahlte sich aus: 1964 wurde das Alkoholverbot an Schweizer Autobahnraststätten eingeführt. Ein Verbot, das bis heute standhält – aber nun womöglich wieder aufgehoben wird. Am Dienstag, 13. Juni 2017 stimmt der Nationalrat über eine entsprechende Motion ab. «Als ich in den Medien von der Motion zur Aufhebung des Alkoholverbots erfuhr, hat mich das fast erschlagen», so die 96-Jährige. «Wir haben damals intensiv für dieses Verbot gekämpft, doch jetzt wollen einige Politikerinnen und Politiker dieses Gesetz nur wegen des Geldes aufheben.» Sie schüttelt den Kopf: «Nur des Geldes wegen wird das Leben vieler Menschen gefährdet.»

Genau wie Gertrud Schenk sieht das Blaue Kreuz Schweiz die Sicherheit auf den Autobahnen durch die mögliche Aufhebung des Alkoholverbots an Autobahnraststätten gefährdet. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht höher gewichtet werden als der Schutz von Menschenleben. Deswegen fordert das Blaue Kreuz die Ablehnung der Motion «Für gleich lange Spiesse».

 



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