Erfreulich: Nationalrat lehnt die Initiative Komatrinkende ab

17 Dezember 2015

Der Nationalrat hat heute den Gesetzesentwurf zur parlamentarischen Initiative «Komatrinker sollen Aufenthalte in Spital und Ausnüchterungszellen selber bezahlen» abgelehnt. Damit ist der Rat den Empfehlungen des Bundesrates, der Ärzteschaft und der Suchthilfeorganisationen gefolgt. Das Blaue Kreuz begrüsst diesen Entscheid und ist froh, dass die Solidarität gegenüber Suchtkranken weiter gepflegt wird.

Es schien verlockend: in dem die sogenannten Komatrinker die Spitalkosten selber zahlen sollten gleichzeitig Kosten gespart und eine erneute Einlieferung verhindert werden. Allerdings auf Kosten der Betroffenen. Menschen, die wegen Alkoholvergiftung in ärztliche Behandlung müssen, brauchen Unterstützung und keine Rechnung. Dazu meint Philipp Hadorn, selber Nationalrat und Präsident von Blaues Kreuz Schweiz: „Ich bin froh, dass sich der Rat solidarisch gezeigt hat mit den Betroffenen von Alkoholvergiftungen. Niemand beschliesst, dass er sich ins Spital trinkt. Dahinter stecken Schicksale von Menschen, die unter Alkoholmissbrauch leiden. Nur auf Kostenebene und mit Abschreckung zu argumentieren greift zu kurz. Und dann gilt es auch die Gleichbehandlung gegenüber anderen Krankheiten zu berücksichtigen. Wenn man bei Alkoholkranken am Solidaritätsprinzip zu rütteln beginnt, werden sich bei Rauchern, Fettleibigen oder Risikosportlern sehr bald ähnliche Fragen stellen.“

„Eine Rechnung war für mich nicht nötig“

Reto (Name geändert) ist einer dieser Menschen. Mit 16 Jahren wurde er um zwei Uhr morgens mit der Ambulanz auf die Intensivstation eingeliefert. „Das Erwachen war schrecklich: ich habe alle diese Kabel und Infusionen gesehen, die irgendwo an meinem Körper waren. Ich hatte keine Ahnung was geschehen war. Eine Pflegerin musste mir erklären, wo ich bin und warum ich da bin.“ Reto ist einer von tausenden, die jährlich diese Erfahrung machen. Speziell bei Jugendlichen bleibt es meistens auch beim ersten Mal. So auch bei Reto: „Nie mehr wollte ich diese Erfahrung machen. Inzwischen ist das mehrere Jahre her und ich habe meinen Konsum seit dieser Erfahrung im Griff. Nie wieder will ich so hilflos sein wie in dieser Situation.“



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