Wo bleibt die Vernunft? KVF-S sagt Ja zu Alkoholausschank auf Autobahnen

30 August 2017

Am heutigen Mittwoch hat die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates die Motion „Für gleich lange Spiesse. Für Verkauf und Ausschank von Alkohol auch auf Autobahnraststätten“ mit 7 zu 4 Stimmen durchgewinkt. Aus der Sicht des Blauen Kreuzes ist dies ein grober Fehlentscheid. Philipp Hadorn, Nationalrat und Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz, findet klare Worte dafür: „Nach dem Nationalrat gewichtet nun auch der Ständerat Wirtschaftsinteressen höher als den Schutz von Menschenleben – dafür habe ich kein Verständnis.“

Die Motion „Für gleich lange Spiesse“ fordert, das Verkaufsverbot für Alkohol auf Autobahnraststätten aufzuheben. Als Gründe werden Wettbewerbsnachteile genannt. Da Tankstellenshops an normalen Strassen Alkohol verkaufen dürfen, würden die Autobahnraststätten benachteiligt, so die Verfasser der Motion. „Dieser Vergleich ist Unsinn“, sagt Philipp Hadorn, „Autobahnraststätten befinden sich in einem völlig anderen Preissegment als Tankstellenshops und profitieren bereits von einem konzessionierten Markt“. Für ihn ist klar: das Alkoholverbot auf Autobahnraststätten rettet Leben. „Dieses Verbot wegen einem kleinen Gewinnausfall aufzuheben, ist mehr als fragwürdig. Zudem wiederspräche ein solches Ansinnen den Präventionsanstrengungen des Bundes zur Sicherheit im Strassenverkehr“, so Hadorn weiter.

Kein Platz für Experimente

Schon jetzt ist jeder achte schwere Verkehrsunfall auf Alkohol zurückzuführen. Zudem ist bei einem Drittel aller Geisterfahrten auf Schweizer Autobahnen Alkohol im Spiel. Bei einer Annahme der Motion würde der Ständerat mutwillig in Kauf nehmen, dass die Zahl der alkoholbedingten Verkehrsopfer im Schweizer Strassenverkehr ansteigt. Beim Thema «Alkohol am Steuer» gibt es keinen Platz für Experimente zugunsten von wirtschaftlichen Interessen. Für das Blaue Kreuz sind Menschenleben das Einzige, was zählt. Die Ablehnung der Motion «Für gleich lange Spiesse» ist deswegen der einzig richtige Entscheid.

Das Blaue Kreuz erwartet, dass der Ständerat diesen Entscheid in der Herbstsession korrigiert. In den vergangenen Jahren haben beide Kammern im Interesse der Sicherheit dieses menschenverachtende Vorhaben mehrfach mit grossem Mehr abgelehnt.

Für weitere Fragen steht Ihnen Philipp Hadorn gerne zur Verfügung:
+41 79 600 96 70, philipp.hadorn@blaueskreuz.ch



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