Delegiertenversammlung 2019

25 Juni 2018

Am vergangenen Samstag versammelten sich die Delegierten des schweizerischen Blauen Kreuzes in Zürich. Sie berieten über strategische Fragen und die Zukunft der Suchthilfe-Organisation. Im Zentrum der Diskussion stand eine neue Strategie, die in den zurückliegenden Monaten erarbeitet und nun verabschiedet worden ist. Die Ziele sind bekannt und haben sich seit der Gründung vor über 140 Jahren nicht geändert: Menschen sollen vor den schädlichen Auswirkungen eines übermässigen Suchtmittelkonsums geschützt und die Betroffenen sowie deren Umfeld unterstützt werden. Mit der neuen Strategie sollen die Arbeit an neue Herausforderungen angepasst und die Tätigkeiten ausgeweitet werden. Philipp Hadorn, Zentralpräsident und Nationalrat, erklärt: „Alkohol ist die Droge, die bis heute den grössten Schaden anrichtet. Daneben tauchen neue Suchtformen auf: Social Media, Online-Glücksspiel und illegale Drogen. Das Blaue Kreuz leistet einen Beitrag zur Prävention und setzt sich beherzt für die Betroffenen ein.“

Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat sich das Blaue Kreuz schweizweit eine Strategie gegeben. Nach langer Vorbereitung haben die Delegierten diese an der Versammlung vom Samstag gutgeheissen. Eckpunkte der Strategie sind die fachliche Weiterentwicklung, die Ausweitung der Angebote und eine verstärkte politische Einflussnahme. Neben dem Neuen sollen auch bewähre Ansätze weiterverfolgt werden. So soll etwa die Freiwilligenarbeit ausgebaut werden. Philipp Frei, Mediensprecher des Blauen Kreuzes Schweiz, erklärt: „Freiwillige sind in unseren Angeboten nicht wegzudenken. Jede Woche engagieren sich bei uns hunderte von Menschen. Ohne sie wären viele unserer Angebote undenkbar.“

Im Gegenwind

Die neue Strategie war überfällig. Die Suchthilfe befindet sich gegenwärtig im Gegenwind. Die eidgenössischen Räte treiben die Liberalisierung in vielen Bereichen voran und in den Kantonen fehlt häufig das Geld, um wichtige Angebote aufrecht zu erhalten. Hadorn erklärt: „Wir stehen heute einem Liberalisierung-Wahn gegenüber. Bewährte Einschränkungen wie das Alkohol-Verkaufsverbot auf Autobahnen oder Promillegrenzen auf Seen und Flüssen sind gefallen. Gleichzeitig werden die Mittel gekürzt, um Prävention zu betreiben und Betroffene zu unterstützen. Die Folgen sind verheerend: Man spart bei den Schwachen und blendet das Leid, das dadurch verursacht wird, aus. Dagegen werden wir mit aller Kraft kämpfen.“

Neue Mitglieder im Zentralvorstand

Mit dem Unternehmensberater Mark Moser und dem Heilsarmee-Kaderangestellten Daniel Röthlisberger  wurden zwei neue Mitglieder in den Zentralvorstand gewählt. Moser bringt als ehemaliger Co-Generalsekretär des Internationalen Blauen Kreuzes interkulturelle Kompetenz und internationale Erfahrung mit, Daniel Röthlisberger als Direktor der Sozialwerke der Heilsarmee umfassende Erfahrung in einer grossen Non-Profit-Organisation. Im Zentralvorstand wiedergewählt wurden Hans Eglin, Matthias Felder, Joachim Focking und Malika Véron. Philipp Hadorn wurde als Zentralpräsident bestätigt. Die ausscheidenden Zentralvorstands-Mitglieder Joël Niederhauser und Alice Zimmerli wurden von den Anwesenden herzlich verdankt.







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