Mik ist der Kleinste in der Klasse. Nur seine Ohren sind gross. Seine Sorgen sind sogar riesig: Seine Mutter ist tot, sein Vater schwerer Alkoholiker und arbeitslos. Der Ă€ltere Bruder Tony hĂ€lt die Familie finanziell ĂŒber Wasser, indem er DiebstĂ€hle begeht: «Tony kochte, Tony sorgte fĂŒr Geld, Tony bezahlte die Rechnungen. Ohne ihn wĂŒrde alles zum Teufel gehen.»
Diese UmstĂ€nde bleiben nicht ohne Folgen. Miks Verhalten wird immer auffĂ€lliger. Er verletzt einen obdachlosen Alkoholiker und kommt beim Schwimmunterricht fast ums Leben. Die Ereignisse ĂŒberschlagen sich: Die Polizei verhaftet seinen Bruder, Mik trifft seinen Vater zu Hause betrunken und verletzt an, doch ohne Tony ist er ĂŒberfordert, bis das Sozialamt an der HaustĂŒre klingelt. Die Sozialarbeiterin setzt ihn in einen Bus, der ihn in den eisigen Norden fĂ€hrt. Dort soll Mik bei seiner Tante Lena wohnen. Ihm kommt dort zunĂ€chst alles fremd vor, vor allem die Menschen. Diese Fremden wachsen ihm aber schnell ans Herz. Sie nehmen ihn in ihrer Mitte auf und ermöglichen ihm ein Leben in Gemeinschaft, das er lange nicht gekannt hat. Er fĂŒhlt sich im neuen Zuhause geborgen und endlich sicher. Bis sich das Sozialamt wieder meldet: Mik soll sein Daheim verlassen. Aber sein neues Selbstbewusstsein lĂ€sst ihn kĂ€mpferisch werden ...
Quelle: Blaues Kreuz 4/2022
